Die Sendung vom 16. September
Wenn Sie die Sendung vom 16. September 2009 verpasst haben, können Sie sie sich hier in voller Länge ansehen.
Thema: “Ein Jahr Krise – Nichts gelernt”
Von Sabine Stadlbauer, ATV Redaktion Am Punkt
VORHER / NACHHER bei Am Punkt
Nach langen Tagen und Vorbereitungen war es gestern endlich so weit. Kurz vor 21.50h trudelten die Gäste in den ATV Studios ein und wir begannen pünktlich mit der ersten Sendung Am Punkt. Der nervöse „Premieren“ Schweiß stand nicht nur der ATV Mannschaft auf der Stirn, nein auch die Premieren-Gäste fühlten sich wie beim ersten Schultag. „Bin schon gespannt, was da auf mich zu kommt“, meinte ÖVP Politiker Günter Stummvoll.
Doch der erste „Schultag“ von Am Punkt war mehr als erfolgreich. Durchschnittlich sahen uns 62. 000 Seher und gerade die junge Zielgruppe der 12- 29 jährigen konnten wir mit unserem neuen interaktiven Format erreichen. Hunderte Kommentare und Fragen verstopften schon vor der Sendung unsere Email-Postfächer und während der Diskussion erreichten unsere Online-Redakteure über 400 tweets und 200 Kommentare auf dem Facebook-Livestream.
1 Jahr Krise – Nichts gelernt?! In der Diskussion stellte der Finanzstaatssekretär Andreas Schieder fest, dass „die Krise erst dann vorbei ist, wenn die Arbeitslosigkeit sinkt“. Das bestätigte auch Werner Kogler von den Grünen, der prognostizierte, dass „die Arbeitslosigkeit im nächsten Jahr trotz der Konjunkturmaßnahmen einen historischen Höchststand erreichen wird“.
Die Anwesenden waren sich einig, dass ins Bildungssystem investiert werden muss, um den derzeit Arbeitslosen und den Jugendlichen wieder eine optimistische Zukunft bieten zu können. Finanzstaatssekretär Schieder will das „Bildungssystem modernisieren, um jungen Leuten bessere Jobchancen zu bieten“. Die ÖVP, vertreten durch Günter Stummvoll, stimmte durchaus mit den Grünen überein, dass in so genannte „Green Jobs, also Berufe im Bereich des Umwelt- und Energiesektors investiert werden sollte“.
Dann ein Pling! Nein, nicht das Handy eines Mitdiskutanten war’s, sondern der ATV-Klang für eine eingegangene Zuseherfrage: Daniel aus Waidhofen an der Ybbs will wissen, wieso er keine Arbeit hat, wenn Banken doch Geld geschenkt wird. Weitere Twitterfragen von “mr_agensmith” und “malus_darkblade”, eine Videofrage von “Geri”……… Der im Stehen geführten Diskussion tut das Herunterbrechen auf das Gasthaus-Niveau gut…(Die Presse am 17.9.09)
Weiter ging esmit der nächste Frage vom Facebook-Livestream: „Warum kassieren Manager weiter Boni, obwohl die Unternehmen Pleite gehen?“ Schieder stellte klar, dass dieses System geändert werden muss: Zukünftige Entlohnungssysteme für Manager sollten sich am langfristigen, nicht am kurzfristigen Unternehmenserfolg orientieren. „Wenn es Bonus gibt, muss es auch Malus geben“, was heißt, dass auch eine Reduzierung von Managergehältern künftig möglich sein muss. Das erfordert weiters die Offenlegung von Gehältern, damit das kurzfristige Zocken abgestellt werden kann.
Auch Börsenexperte Alexander Proschofsky zeigte sich über die Vorgehensweise in Österreich erstaunt, da die Politik „vollkommen verschlafen hat die Rettungsmaßnahmen für die Banken mit strukturellen und personellen Maßnahmen zu verknüpfen“.
Dann ein Blogkommentar von Thomas Lachner „ Frage vor allem an die Herren Schieder & Stummvoll:Können die Österreicher noch in diesem Jahrhundert mit einer echten Verwaltungsreform rechnen?“
Der Grüne Werner Kogler äußert sich zum Thema Verwaltungsreform, dass sich Österreich derzeit eine „abenteuerliche Politikfolklore“ leistet. Andreas Schieder will die Verwaltungsreform durchziehen, da „nun allen Beteiligten klar ist, dass modernisiert werden muss, die Doppelgleisigkeit abgeschafft gehört und die Effizienz gesteigert werden soll. Es wird zwar einen Aufschrei geben, es wird auch ein zäher Prozess werden, aber mit Beharrlichkeit muss dieses Ziel verfolgt werden“.
22.54h, die Schlussmusik läutet das Ende im Am Punkt Studio ein, doch im Blog, Twitter und Livestream diskutierten die Seher noch intensiv weiter. Der Finanzstatssekretär Schieder schaute sofort auf sein Blackberry und versuchte einige Fragen selbst zu beantworten, doch er hatte wenig Glück, den es stürzte dauernd ab. Börsen-Rebell Proschofsky twittert uns wenige Minuten nachdem er ATV verlassen hatte „@amPunkt Danke für die Einladung und viel Erfolg mit dem neuen Format. War spannend beim Start dabei zu sein.“
Günter Stummvoll nach der Sendung “Es ist ein Wahnsinn, wie viele Seher da mit dem Laptop vor den TV-Geräten sitzen.“
Ja das ist es, manche fanden dann auch noch Zeit um uns ein kritisches Feedback zu geben.
„Ich bin gespannt, wie sich “Am Punkt” in den nächsten Monaten verändert. Beides, die Ansätze und die Umsetzung der Sendung sind ausgezeichnet und öffnen eine völlig neue Dimension im Talk-TV. Die verschiedene Social Networks bieten jedem die Möglichkeit seine Meinung einzubringen und es entwickeln sich Online Unterhaltungen zwischen den Sehern. Jetzt gilt es aber die Anregungen v0n den Social Networks und vom Internet aufzusaugen und in das Konzept integrieren.“ (Quelle: Blog Fabian Pamminger)
Und eines können wir versprechen wir saugen alle Anregungen von den Social Networks auf und bedanken uns für diesen sensationellen Start der Am Punkt- Sendung, die „ ein alt eingesessenes Fernseh-Medium mit der neueren Internet-Generation“ verbinden möchte.

