Am Punkt Spezial zur ÖH-Wahl – Die Sendung vom 5. Mai
Zum ersten Mal in Österreich hat ein Fernsehsender eine „Elefantenrunde“ zur Hochschülerschaftswahl produziert. Die Debatte haben wir als Livestream im Internet ausgestrahlt. Knapp drei Wochen vor der ÖH-Wahl (24. – 26. Mai 2011) bot unsere Diskussionsleiterin Sylvia Saringer den Spitzenkandidaten von fünf Fraktionen im Uniparlament die Möglichkeit, sich und ihr Programm allen Studenten in Österreich zu präsentieren.
Klare Fronten gab es bei der Frage, welche grundsätzliche Aufgabe die ÖH hat. Bernhard Krall von der ÖVP-nahen Aktionsgemeinschaft:
„Für uns stehen ganz klar die Interessen der Studenten im Mittelpunkt. Einige andere Fraktionen hier am Tisch – die GRAS, der VSStÖ – sagen ganz klar: Gesellschaftspolitik muss in der ÖH vertreten sein. Wir sagen: die hat hier nichts zu suchen.“
Das sieht Angelika Gruber vom VSStÖ anders:
„Wir Studierenden sind ja nichts von der Gesellschaft abgekapseltes, sondern leben in der Gesellschaft. Wenn ich heute fordere, dass es faire Beihilfen für das Studium gibt, dann mache ich das, weil ich will, dass alle studieren können unabhängig vom Kontostand der Eltern.“
Gefreut haben dürfte sich gestern der neue Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle: Die Diskussionsteilnehmer erhoffen sich von ihm eine bessere Zusammenarbeit als mit seinen Vorgängern, die GRAS-Spitzenkandidatin Janine Wulz als „zwei sehr fatale Wissenschaftsminister“ bezeichnete. Allerdings dürfe Töchterle keinen Schmusekurs erwarten. Martin Schott von den Fachschaftslisten:
„Ich glaube nicht, dass es unsere Aufgabe als ÖH ist, dass uns der Wissenschaftsminister als besten Freund bezeichnet. Es ist natürlich vollkommen richtig: man kann nicht nur auf die Straße gehen und demonstrieren, aber es ist manchmal einfach notwendig.“
Einig waren sich die Spitzenkandidaten darin, dass die Universitäten dringend mehr Geld bräuchten. GRAS-Kandidatin Wulz:
„Wir brauchen zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Bildung, für die Universitäten. Und mir ist schon klar, da sagen dann Finanzministerinnen und ähnliche, das geht sich nicht aus. Da frage ich mich halt, wieso ist es möglich, mit Milliarden Banken zu finanzieren?“
Drastisch in seiner Wortwahl war der Spitzenkandidat des RFS (Freiheitliche), Oskar Polak:
„Wenn die Studienbedingungen und das gesamte Niveau der Universitäten weiter so nach unten gehen, werden wir in 50 Jahren diejenigen sein, die für die Chinesen die Hemden nähen.“


