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Pressespiegel

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“Österreich” vom 18.06.2010 Seite 13 Mutation: Tirol, Vorarlberg Ressort: Thema des Tages Von: Ida Metzger
Tirol, Vorarlberg
Haider: ‘Würde Arigona heiraten’
Um Arigona zu helfen, ist Entertainer Alfons Haider zu allem bereit. Sogar eine Hochzeit kann er sich vorstellen. Und er bekräftigt sein Statement. Wien. “Wenn ich wüsste, dass es ihr helfen würde, dann würde ich Arigona auch heiraten. Das wäre dann aber keine Scheinehe, sondern das wäre aus Liebe.” Mit dieser Aussage überraschte Entertainer Alfons Haider (52) Mittwochabend in der ATV-Diskussion “Am Punkt”. So offen und beherzt hat seit dem negativen Asylbescheid des OGHs niemand für Arigona Zogaj Partei ergriffen.
Seit der Fall Arigona im September 2007 bekannt wurde, engagiert sich Haider für die Familie Zogaj, wollte eine Patenschaft für Arigona übernehmen, hat immer wieder auf das Schicksal der 18-Jährigen und ihrer beiden Geschwister aufmerksam gemacht. Trotzdem hat keiner mit einem solchen Bekenntnis des Entertainers gerechnet, der bekanntermaßen homosexuell ist. “Das ist kein Gag.” Für Haider war es auch kein unüberlegter Gefühlsausbruch während der TVDiskussion.
“Hier geht es nicht mehr um Kabarett, sondern um ein Menschenschicksal. Das war kein Gag von mir. Es war eine eindeutige Frage von einer Zuseherin bei der TV-Diskussion. Meine Antwort war: Ich könnte mir alles vorstellen, um Arigona zu helfen. Eine Heirat ist ja etwas Legales,” so Haider.
Bleiberecht erst mit 21. Allerdings: Selbst wenn Haider seine Heiratsabsichten realisiert, würde das Arigona und ihre Familie nicht vor der Abschiebung bewahren. Denn der Gesetzgeber hat hier eine Barriere eingebaut, um die Zuwanderung zu erschweren. “Arigona braucht mich gar nicht zum Heiraten. Es gibt viele Männer, die zu diesem Schritt bereit wären. Aber rein rechtlich ist es nicht möglich. Es bringt ihr erst mit 21 Jahren etwas”, erklärt Haider.
Im Klartext bedeutet das: Arigona, die im Jänner 18 Jahre alt wurde, kann zwar jederzeit einen Österreicher heiraten. Aber laut Gesetz wird die Familienzusammenführung nach einer Heirat mit einem Österreicher erst im Alter von 21 Jahren gültig. “Das bedeutet, selbst bei einer Heirat könnte sich Arigona erst mit 21 Jahren legal in Österreich aufhalten. Davor wäre es wieder illegal”, bestätigt Christoph Riedl von der Caritas-Flüchtlingshilfe.

“Die Presse” vom 18.06.2010 Seite: 5 Ressort: Inland Österreich, Abend, Österreich, Morgen
Nebenbei
Haiders Antrag an Arigona
Der Schauspieler und Entertainer Alfons Haider will offenbar mit persönlichem Einsatz dafür sorgen, dass die kosovarische Asylwerberin Arigona Zogaj in Österreich bleiben darf.
Mittwochabend in der ATV-Diskussionssendung “Am Punkt” unterbreitete der bekennende Homosexuelle der 18-Jährigen nämlich ein nicht alltägliches Angebot: Wenn er wüsste, dass sie damit in Österreich bleiben dürfe, “dann würde ich Arigona auch heiraten”, sagte Haider. Mehr noch: “Das wäre dann aber keine Scheinehe, sondern das wäre aus Liebe und aus ganzem Herzen und mit voller Überzeugung. Das würde ich auch wirklich tun.”
Gegen Ende der Sendung überraschte Haider ein zweites Mal, als er eine Lanze für Maria Fekter (ÖVP) brach. Die Innenministerin habe sich mit ihren Vorschlägen, Arigona könnte per Schülervisum oder über eine Heirat wieder nach Österreich einreisen, “weit aus dem Fenster gelehnt und Schlupfwinkel gezeigt”, zollte ihr der Schauspieler Respekt. Dafür habe sie sogar “Prügel von der eigenen Partei in Kauf genommen”. Es bleibt abzuwarten, wie Arigona Zogaj auf Haiders Angebot reagiert.

“Salzburger Nachrichten” vom 18.06.2010 Seite: 7 Ressort: Innenpolitik
“. . . dann würde ich Arigona auch heiraten”
Fall Zogaj. Alfons Haider überrascht mit einer Art Heiratsangebot. Rückkehrberatung hat heuer Heimreise für 360 Kosovaren organisiert.
Wien (SN-i.b.). Alfons Haider, Schauspieler, Entertainer und bekennender Homosexueller, hat Arigona Zogaj via Privatsender ATV eine Art Heiratsangebot gemacht: “Wenn ich wüsste, dass es ihr helfen würde, dann würde ich Arigona auch heiraten. Das wäre dann aber keine Scheinehe, sondern das wäre aus Liebe und aus ganzem Herzen und mit voller Überzeugung. Das würde ich auch wirklich tun.”
Wie berichtet, müssen Arigona Zogaj, ihre Mutter und ihre zwei kleinen Geschwister Österreich verlassen, nachdem sie nun sämtliche Rechtsmittel ausgeschöpft haben. Zuletzt konnte auch das Höchstgericht keinen Asylgrund finden. Seither gehen die Wogen hoch. Und besonders hoch gingen sie Mittwochabend in der ATV-Diskussionssendung “Am Punkt”. Während Haider, der sich seit zweieinhalb Jahren für das unterdessen 18-jährige Mädchen einsetzt, mit erwähntem
Heiratsangebot überraschte, wurden die politischen Standpunkte wiederholt, das dafür auffallend derb. BZÖ-Vize Gerald Grosz erklärte, mit Arigona habe “das Verarschen Österreichs und seiner Gesetze ein Gesicht bekommen”; Stefan Wallner, Bundesgeschäftsführer der Grünen, erklärte, die Zogajs seien von der Politik und manchen Medien “beschissen” worden.
Rundum wird der Familie unterdessen zur freiwilligen Ausreise in ihre alte Heimat Kosovo geraten; und dazu, es dann mit einer legalen Wiederkehr nach Österreich zu versuchen. Möglich wäre das vermutlich nur für Arigona – und da wohl am ehesten über ein Schülervisum. Einen Aufenthaltstitel durch Heirat zu bekommen, ist möglich, allerdings müsste Arigona laut Innenministerium dafür 21 Jahre alt sein.
Wie es bei der Rückkehrberatung des Innenministeriums, dem “Verein für Menschenrechte”, heißt, habe man seit Jahresanfang für fast 1100 abgewiesene Asylbewerber die Heimreise organisiert und bezahlt. Eine der größten Gruppen: Kosovaren (bisher 360). Die Alternative zur freiwilligen Ausreise ist die fremdenpolizeiliche Abschiebung. Sie zieht ein eineinhalbjähriges Aufenthaltsverbot in Österreich nach sich.

“Tiroler Tageszeitung” vom 18.06.2010 Seite 18 Ressort: Fernsehen Von Christiane Fasching
Es war einmal der Mensch
Worüber an Österreichs Stammtischen debattiert wird, wurde am Mittwoch auch auf ATV zum zentralen Thema der Diskussionssendung Am Punkt (22. 05 Uhr): Geht Österreich menschlich mit Arigona Zogaj um? Ist die 18-Jährige ein Fall? Oder doch eine junge Frau, der nun droht, die Heimat zu verlieren? Soll sie gehen? Darf sie bleiben? Alfons Haider redete nicht lange um den heißen Brei herum: “Wenn ich wüsste, dass es ihr helfen würde, dann würde ich Arigona auch heiraten. Das wäre dann aber keine Scheinehe, sondern das wäre aus Liebe und aus ganzem Herzen und mit voller Überzeugung”, ließ der Moderator wissen. Und man glaubte ihm. Unglaublich waren indes die Aussagen des stellvertretenden BZÖ-Chefs Gerald Grosz,
der schlussendlich betonte, nicht zu viel “Hirnschmalz” für die Causa Arigona verschwenden zu wollen. Er hätte auch sonst genug zu tun. Klingt hirnund herzlos. Ist es auch.

“Kurier” vom 16.06.2010 Seite: 15 Ressort: Kultur Länder, Morgen
TV-Tipps
Am Punkt 22.05, ATV Zum Thema “Der Fall Arigona – wie menschlich ist Österreich?”
diskutieren: Alfons Haider, Stefan Wallner (Bundesgeschäftsführer Grüne), Herbert Langthaler (Asylkoordination Österreich). Für die Regierung ist der Fall Arigona Zogaj abgeschlossen. Für die Familie beginnt damit möglicherweise ein neuer Leidensweg.

“Österreich” vom 16.06.2010 Seite 31 Mutation: Tirol, Vorarlberg Ressort: TV-Guide Tirol, Vorarlberg
Am Punkt über Arigona
heute 22. 05 AtV
Talk. Der Fall Arigona ist für die Regierung abgeschlossen: Das Mädchen wird – wenn nötig – samt Mutter und Geschwistern in den Kosovo abgeschoben. Doch gibt es wirklich keine Alternative? Sylvia Saringer diskutiert heute in Am Punkt zum Thema “Arigona – Wie menschlich ist Österreich?”

“Der Standard” vom 16.06.2010 Seite: 34 Ressort: TV Hauptausgabe, Abend, Hauptausgabe, Morgen TV-Programm
22.00 DISKUSSION
Am Punkt Der Fall Arigona – wie menschlich ist Österreich? Es diskutieren unter anderem Stefan Wallner, Bundesgeschäftsführer Die Grünen und Herbert Langthaler, Asylkoordination Österreich.
Bis 23.10, ATV
23.10 REPORTAGE
Die Reportage Freiwillige Feuerwehr Rund 330.000 Freiwillige opfern österreichweit ihre Freizeit für den Dienst bei der Feuerwehr. Die Reportage hat junge und erfahrene Feuerwehrmänner bei ihren Einsätzen begleitet. Bis 0.10, ATV

OTS0085 5 II 0340 ATP0001 Do, 20.Mai 2010

Medien/Fernsehen/ATV/Verteidigung/Bundesheer/Grüne

Assistenzeinsatz: Generalleutnant Segur-Cabanac glaubt nicht an Verlängerung des Einsatzes

Utl.: Grüne kündigen in der ATV-Diskusson “Am Punkt” Misstrauensantrag
gegen Darabos an =

Wien (OTS) – Der Sicherheitssprecher der Grünen, Peter Pilz, hat am Mittwochabend in der ATV-Diskussionssendung “Am Punkt” einen Misstrauensantrag gegen Verteidigungsminister Norbert Darabos angekündigt. “Weil er das Bundesheer politisch missbraucht, weil er die Eurofighter-Korruption im Bundesheer vertuscht, weil er die Heeresreform ruiniert hat – auf Jahre – deswegen werden wir morgen den Verteidigungsminister mit einer dringlichen Anfrage ins Parlament zitieren und werden ihn dort mit einem Misstrauensantrag konfrontieren.” Der Assistenzeinsatz sei verfassungswidrig und würde von der SPÖ missbraucht um Stimmung im burgenländischen Wahlkampf zu machen.

Kritik am Grenzeinsatz des Heeres kommt aber nicht nur von Pilz. Auch der renommierte Militärexperte und ehemalige Brigadier des Bundesheeres Gerald Karner hält nichts davon Soldaten für Polizeiaufgaben einzusetzen: “Jede Alternative ist besser. Nämlich: vernünftige Ausbildung in der vorgesehenen Zeit, das Geld einsparen -der Assistenzeinsatz ist eine österreichische “Arabesque”. Es patrouillieren sonst nur im tiefsten Frieden nur mehr in Bananenrepubliken bewaffnete Soldaten irgendwo im bewohnten Gebiet.”

Überraschend war das Eingeständnis des Leiters der Einsatzsektion Verteidigungsministerium, Generalleutnant Christian Segur-Cabanac, dass er nicht an eine Fortsetzung des Grenzeinsatz über das Jahr 2010 hinaus glaube. “Ich persönlich könnte mir vorstellen, dass die Innenministerin vielleicht sich gut überlegen wird, einen derartigen Antrag in der Bundesregierung für eine Verlängerung einzubringen oder nicht. Auf die Nachfrage von Moderatorin Sylvia Saringer “Könnte man das als vorsichtiges “Nein” verstehen?” antwortet Segru-Cabanc “Könnte man.”

Weitgehend einig waren sich alle Diskussionteilnehmer über die dramatische Finanzsituation des Bundesheeres. SPÖ-Wehrsprecher Stefan Prähauser war bei der Verteidigung des Assistenzeinsatzes ganz auf Linie seiner Partei. Für die Finanzmisere beim Heer macht er die ÖVP verantwortlich: “Grasser – der beste Minister aller Zeiten nach Eigendefinition – hat eine Milliarde in den Raum gestellt, und Schüssel hat ihm das geglaubt und Platter hat das apportiert. Und das war die Grundlage für eine Reform, die im Raum gestanden ist und die letztendlich wie eine Seifenblase zerplatzt ist.”

O-Töne sind unter http://presse.atv.at verfügbar.

Rückfragehinweis:
ATV Redaktion “Am Punkt”: Tel.:01/213 64 115

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/340/aom

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OTS0085 2010-05-20/10:06

201006 Mai 10

Kurier” vom 26.04.2010 Seite: 31 Ressort: Kultur
Wi, Morgen
Das Wahlprogramm
VON BIRGIT BRAUNRATH
Die Spannung war enden (oder gar nicht erst anfangen) wollend: Der Sieger stand vor der ersten Hochrechnung längst fest, die Zahl der (Wahl-)unbeteiligten war erschreckend hoch.
Angesichts der matten Ausgangssituation war zu befürchten, dass die Fernsehmacher ihre Berichterstattung lustlos runterspulen könnten. Doch dazu kam es nicht. Wer um 17 Uhr einschaltete – egal, ob ORF 2 oder ATV – traf eine gute Wahl: Der ORF berichtete mit bewährtem Team, allerdings ohne Peter Filzmaier, der wegen angeblicher Beratertätigkeit für ÖVP und SPÖ keine ORF-Analysen durchführen darf. Christoph Hofinger von SORA und ORF-Innenpolitikchef Hans Bürger analysierten punktgenau, eine Lücke war nicht spürbar.
Hart und treffsicher auch die ATV-Analysen von Thomas Hofer rund um die erste Hochrechnung.
Um 17.30 Uhr hatte dann ATV eindeutig das bessere Wahlprogramm: Während in ORF 2 Peter Rapp mit der “Brieflos-Show” antanzte, begrüßte Sylvia Saringer Josef Cap, Karlheinz Kopf, Heinz Christian Strache und Eva Glawischnig zu einer “Am Punkt”-Diskussion.
ORF 2 hatte kurze Statements aller Kandidaten in der “Zeit im Bild”, diskutiert wurde dort aber erst spät abends “Im Zentrum”.

“Der österreichische Journalist” Nr. 04+05/10 vom 19.04.2010Seite: 58
Ressort: Medien

Wie viel Journalismus steckt im Privat-TV?

Elektronische Medien zwischen Anspruch auf Relevanz und Boulevard: Der Journalismus im Privatfernsehen hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert.

Von welcher Seite aus man das Verhältnis von öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsendern auch betrachten mag – sowohl in Österreich als auch in Deutschland –, eins hat sich in den vergangenen 25 Jahren kaum verändert: Den Privaten hängt noch immer irgendwie der Stallgeruch von „Tutti Frutti“ an, während die Öffentlich-Rechtlichen Seriosität, Glaubwürdigkeit und journalistische Qualität quasi per se ausstrahlen, selbst wenn diese manchmal wie in Ärmelschonern daherkommen. Und so geschieht es allabendlich, dass sich in Österreich um 19.30 Uhr und in Deutschland um 20.00 Uhr eine Vielzahl von Zuschauern vor den TV-Geräten versammeln, um „ZiB 1“ bzw. „Tagesschau“ zu konsumieren, während die Privatsender ihre Nachrichtenformate in der Mehrzahl hübsch rund um diese täglichen Fixpunkte gruppieren oder zu diesen Zeiten sogar ganz darauf verzichten, um nicht sinnlos mit Wasserpistolen auf Elefanten zu schießen.

Dabei hat sich seit den Zeiten Hans Mahrs und seinen lockeren Sprüchen wie „Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler“ vieles beträchtlich verändert, und gerade auch RTL hat seit „9/11“ in News-Formate und journalistische Qualität investiert, ebenso wie viele andere Privatsender, wenn auch der Zugang zu Storys oft noch immer eher auf der Infotainment-Schiene daherkommt und weniger auf der puren, nüchternen, versachlichten Information. Andererseits: Wenn über den Einfluss der Politik auf öffentlich-rechtliche Sender geredet wird – und das betrifft, wie nicht nur Intendanten-Wahlen in Deutschland auch immer wieder zeigen, nicht allein den ORF –, so können sich die Privaten ganz gut mit breiter Brust hinstellen und sagen: Sie wünschen was? Bitte wenden Sie sich an unsere Kummer-Nummer.

Die Geschichte des privaten Rundfunks in Österreich ist eine vergleichsweise junge, aber unter den gegebenen Voraussetzungen eigentlich ganz erfolgreiche. Und was die Investitionen in journalistische Formate angeht, so hat man hier seit den tastenden Anfangsschritten von Sendern wie W 1, Steiermark 1 oder auch Salzburg-TV viele Fehler vermieden, wie sie deutschen Privatsendern anfangs unterliefen. Eine vergleichende Studie der Rundfunk- und Telekomregulierungs GmbH (RTR), die die Programmstrukturen österreichischer Sender jeweils im Frühjahr 2007 und 2009 untersuchte, kam sogar zu dem Schluss, dass der Anteil von Nachrichtensendungen bei ORF 1 2009 bei 2,1 Prozent lag (ORF 2: 6,4 Prozent), während etwa Puls 4 schon auf 3,3 Prozent verweisen konnte und (im Vergleichszeitraum) einen Anteil von 3,8 Prozent bei Interview- und Talkformaten aufwies, während hier allein ORF 2 beteiligt war (8,5 Prozent). Ebenfalls im gleichen Zeitraum lagen die ORF-1-Werte für fiktionale Unterhaltung bei 62,6 Prozent (gegenüber 2007 um 1,5 Prozent gestiegen), während dieser Anteil bei Puls 4 nur bei 46,0 Prozent lag.

Zunehmend wichtig.

Und die RTR kommt in ihrer Studie zu dem Schluss: „ORF 1 und ORF 2 sind die ‚Leitsender‘ des Fernsehens in Österreich, aber ATV und Puls 4 haben mit gesteigerten Marktanteilen und aufgrund ihrer Zuseherstrukturen weiter zunehmende Relevanz für die öffentliche Kommunikation (insbesondere bei den Zwölf- bis 49-Jährigen).“

Patrick Schubert (Leitung Eigenproduktionen & Events bei Puls 4), in dessen Verantwortungsbereich auch die News-Formate fallen, geht noch einen Schritt weiter: „Grundsätzlich gibt es keine Unterschiede zwischen privaten und dem öffentlich-rechtlichen Sender, weder was die journalistische Arbeit noch die Themenvielfalt betrifft, denn wir decken alle Themenbereiche ab, sowohl was Politik, Wirtschaft oder Chronik betrifft, eingeschlossen natürlich auch Themen wie Kultur oder Sport. Unsere Aufmacher sind dabei nicht unbedingt staatstragend, Auswahlkriterien sind für uns eher das Top-Thema des Tages aus Politik oder Chronik. Für uns sind Nachrichten enorm wichtig, denn diese erzeugen Relevanz für das Programm.“ Und er nennt eine Zahl: „Als Puls 4 2004 als Wiener Community-Sender startete, gab es eine News-Sendung am Tag. Seit 2010 kommen wir auf zwölf tägliche Nachrichtensendungen.“

„Austria’s next president“.

Für die Sendung „Wahl-Arena“, die erste „Elefanten-Runde“ in Österreichs Privat-TV bei der Nationalratswahl 2008, wurde Patrick Schubert vom „Journalisten“ mit dem Titel Journalist des Jahres 2008 in der Sparte Innovation ausgezeichnet, dieses Jahr plante er einen ähnlichen Coup: „Austria’s next president“ ist ein Reportage-Format, bei dem die drei Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten beim Wahlkampf begleitet und anschließend von einer professionellen Jury beurteilt werden. Außerdem gibt es „30 Minuten, um zu überzeugen“, das aus zwei Studios gesendet wird: Im ersten sitzt einer der Kandidaten und beantwortet Fragen (auch von Zuschauern), im zweiten sitzen Experten, Politologen, Journalisten und analysieren den Auftritt des Kandidaten.

Patrick Schubert: „Die ‚Wahl-Arena‘ war mit 160.000 Zuschauern unsere erfolgreichste Sendung 2008, und bei Analysen kam heraus, dass wir viele Zuschauer hatten, die überhaupt erstmals eine Politik-Wahl-Sendung verfolgten. Wir haben also neue Zuschauer generiert, einerseits durch andere Sendezeiten, andererseits auch durch eine andere Herangehensweise an dieses Thema. Für uns ist Quote zwar eine Messlatte, genauso wichtig aber ist, dass wir durch solche Formate auch eine andere Wahrnehmung in Öffentlichkeit und Politik für unseren Sender erreichen.“

1,7 Millionen Zuschauer pro Woche.

Dass „Wahl-Arena“ und „next president“ keine Eintagsfliegen sind, zeigen nicht nur die RTR-Studie, sondern auch nüchterne Zahlen: Für das „Austria News Network“ (produziert News-Sendungen für die Programm-Fenster von Sat.1 Österreich, ProSieben Austria, Puls 4, Café Puls und – in Planung – vielleicht demnächst auch für Kabel 1) werden täglich zwölf News-Sendungen produziert, die 1,7 Millionen Zuschauer pro Woche erreichen. Zwölf Kameras sind täglich im Einsatz, die News-Redaktion umfasst 18 Mitarbeiter, dazu kommen Freie, denn es wurden in allen Bundesländer-Hauptstädten „Landesstudios“ aufgebaut. Kooperationen gibt es mit N24 und den Sendern der ProSiebenSat.1-Gruppe, und natürlich werden klassische Quellen wie APA, AP, Reuters usw. genutzt. Und für „Talk of Town“, dem einzigen täglichen Talk-Format Österreichs (sieben Mitarbeiter), wurde kürzlich ein Voting-Tool eingerichtet, das laut Schubert von Tausenden Leuten täglich genutzt wird.

Vollprogramm.

In vielen Dingen sind sich Alexander Millecker (Leiter Redaktion „ATV Aktuell“) und Patrick Schubert von Puls 4 sicher nicht einig, in zweien aber doch: „Es gibt eigentlich keine Unterschiede in der journalistischen Arbeit von Privatsendern wie ATV und dem ORF“, meint Millecker, und „staatstragend ist ganz sicher nicht unser Anspruch.“ Damit hört es sich dann aber auch schon so ziemlich auf. Zwar betont auch Millecker, dass auf ORF 1 mehr Werbung als News zu sehen ist und wenig Eigenproduktionen, fairerweise muss aber auch gesagt werden, dass der ORF sein (wie auch immer gewachsenes) Potenzial halt nutzt und seine beiden Kanäle unterschiedlich programmiert und ausrichtet.

ATV hat laut Millecker seit zwei Jahren sein Informationsangebot stetig ausgebaut und produziert nicht nur News-Sendungen, sondern auch Sondersendungen zu Wahlen, wöchentliche Diskussionssendungen mit breitem Themenspektrum, viel Sportberichterstattung und wöchentliche Kultursendungen – jüngster Zuwachs ist der „Termin bei Holender“. Millecker: „Wir setzen seit geraumer Zeit auf einen breiten Themen-Mix, und das zahlt sich langsam aus, denn wir werden mehr und mehr als österreichisches Vollprogramm wahrgenommen.“ Er sieht das ATV-Angebot weder als Konkurrenz zu anderen Privatsendern noch zum ORF: „Unsere Zuschauer haben ein Informations-Bedürfnis zusätzlich zum ORF-Angebot, wir haben eine andere Herangehensweise an Themen als der ORF und sehen uns als Ergänzung. Unser Vorteil: Wir sind politisch frei von jedwelchem Einfluss, wir haben einen Privateigentümer und auch keine Banken im Hintergrund, die vielleicht politische Ambitionen hätten.“

Österreich-Bezug.

Insgesamt beschäftigt ATV circa 50 Mitarbeiter im journalistischen Bereich quer über alle Themenstrecken hinweg, auch wurden bisher in fünf Bundesländern fixe Redaktionen aufgebaut. Bei Themen setze man eher auf Österreich-Bezug und habe einen geringeren Auslandsanteil, so Millecker, denn: „Wir sind ein österreichischer Sender – was hier passiert, interessiert die Leute eher, bei uns steht der Zuschauer im Mittelpunkt.“ Passend dazu: der „Österreich-Trend“, der 2009 zusammen mit dem Marktforscher Peter Hajek als Quartals-Umfrage mit einem großen Sample (1.000 Leute) entwickelt wurde und Standards wie die „Kanzler-Frage“ oder die „Sonntags-Frage“ (Parteien) enthält – „damit werden wir auch regelmäßig zitiert“, so Millecker.

Interessant ist für ihn, wie sich die Diskussion um die Medienförderung weiter entwickelt, weniger des Geldes halber („da ist ATV nicht davon abhängig“ – Millecker), sondern eher aus demokratiepolitischen Gründen: „Nach zehn Jahren hat die Politik erkannt, dass es auch österreichisches Privatfernsehen gibt, das ist schön und wichtig für Demokratie und Pluralität im Land. Und es wäre ein wichtiges Zeichen seitens der Politik, wenn sie faire Wettbewerbsbedingungen schaffen würde und erkennt, dass ein quasi privates ORF 1 nicht auch noch gleichzeitig alle Gebühren einheben kann. Spannend wird nur sein, ob mit der Medienförderung nicht auch gleichzeitig politische Begehrlichkeiten kommen.“

„Meine Wahl“.

Und auch ATV hat sich für die kommende Bundespräsidenten-Wahl etwas Neues einfallen lassen: Amtsinhaber Heinz Fischer wird sich in der Live-Sendung „ATV Meine Wahl – Der Präsident“ einer Fokusgruppe aus deklarierten Nichtwählern stellen, die er im Laufe der Sendung überzeugen soll, an die Urnen zu treten. Die 30-köpfige Fokusgruppe, die Meinungsforscher Hajek zusammengestellt hat, soll die Nichtwähler unterschiedlicher politischer Lager abbilden und besteht je zur Hälfte aus Männern und Frauen. Die beiden anderen Kandidaten, Barbara Rosenkranz und Rudolf Gehring, sind zu „Am Punkt Spezial“ eingeladen – laut ATV hat Rosenkranz ihr Kommen bereits bestätigt, eine Zusage von Gehring hingegen stehe noch aus.

“Kleine Zeitung” vom 18.04.2010 Seite: 9 Ressort: Politik
Steiermark
TV-Chance für die Nichtwähler

Auf ATV bewerten Nichtwähler Heinz Fischer.
WIEN. Der Privatsender ATV bietet heute einen Polit-TV-Abend außerhalb der gängigen Norm. In “ATV Meine Wahl – Der Präsident” (20.15 Uhr) werden 30 deklarierte Nichtwähler mit einem sogenannten “Perception Analyzer” die Äußerungen Heinz Fischers sofort ablehnen oder
zustimmend bewerten können. Das Ergebnis wird laufend eingeblendet und von Meinungsforscher Peter Hajek analysiert. Die Technik ist in Europa noch eher ungebräuchlich, bewährt sich in den USA aber seit Jahren. ATV-Nachrichtenchef Alexander Millecker erwartet einen spannenden Abend.
CHRISTOPH STEINER
Weitere Wahlsendungen:
Konfrontation mit Rosenkranz und Gehring, heute, ORF 2, 22 Uhr
Am Punkt mit Rosenkranz und Gehring: Mittwoch, ATV, 21.20 Uhr
Talk of Town mit Rosenkranz (Dienstag) und Gehring (Freitag): Puls 4, jeweils 19.15.

“Neue Vorarlberger Tageszeitung” vom 18.04.2010 Seite: 14, 15 Ressort: Politik
TV-Chance für die Nichtwähler

Der Privatsender ATV bietet heute einen Polit-TV-Abend außerhalb der gängigen Norm. In “ATV Meine Wahl – Der Präsident” (20.15 Uhr) werden 30 deklarierte Nichtwähler mit einem sogenannten “Perception Analyzer” die Äußerungen Heinz Fischers sofort ablehnen oder zustimmend bewerten können. Das Ergebnis wird laufend eingeblendet und von Meinungsforscher Peter Hajek analysiert.
Die Technik ist in Europa noch eher ungebräuchlich, bewährt sich in den USA aber seit Jahren. ATV-Nachrichtenchef Alexander Millecker erwartet einen spannenden Abend.
Weitere Wahlsendungen:
Konfrontation mit Rosenkranz und Gehring, heute, ORF 2, 22 Uhr.
Am Punkt mit Rosenkranz und Gehring: Mittwoch, ATV, 21.20 Uhr.
Talk of Town mit Rosenkranz (Dienstag) und Gehring (Freitag): Puls 4, jeweils 19.15.

“tvmedia” Nr. 16/10 vom 14.04.2010 Seite: 16 Ressort: medien

Was ORF, ATV und PULS 4 in der finalen Woche vor der Bundespräsidentenwahl planen.
Gute Quoten zum Auftakt. 252.000 Seher bei Rudolf Gehrings Auftritt in Wahl ’10 – Meine Frage,
immerhin 124.000 bei seiner Pressestunde und 251.000 bei Barbara Rosenkranz’ Auftritt ebendort.
Die zum Start des Wahl-TV erfreulichen ORF-Quoten dürften der Seher-Neugier auf quasi unbekannte Kandidaten geschuldet sein. Diese Woche kommt nun erstmals Heinz Fischer zu Wort.
Der Guide.
DO 15. 4., 22.25, ORF 1: Zwei Schulklassen und ihre Fragen an Heinz Fischer in Wahl ’10 – Meine
Frage, moderiert von Roman Rafreider und Lisa Gadenstätter.
SO 18. 4., 11.05, ORF 2: Pressestunde – der Bundespräsident antwortet Waltraud Langer.
SO 18. 4., 20.15, ATV: Abends muss Fischer zu ATV. Dort konfrontieren ihn Sylvia Saringer und
Meinrad Knapp mit 30 Nichtwählern, die das Staatsoberhaupt zum Urnengang bewegen will. Ob
Fischer überzeugen kann, zeigt die elektronische Sympathiebewertung.
SO 18. 4., 22.00, ORF 2: Ingrid Thurnher leitet eine Konfrontation zwischen Rosenkranz & Gehring.
DI 20. 4., 19.15, PULS 4: Barbara Rosenkranz hat bei Manuela Raidl, Jürgen Peindl & Florian
Danner 30 Minuten um zu überzeugen.
MI 21. 4., 21.10, ATV: Am Punkt spezial lädt Rosenkranz und Gehring zum Talk. Letzterer hat noch
nicht zugesagt.

“Bestseller” Nr. 03+04/10 vom 13.04.2010 Seite: 98
Von: Armin Thurnher
Fuck you – das ist es, was bleiben wird

Es war eine Erfahrung der besonderen Art. „Am Punkt“, die Debattensendung des Privatsenders ATV, hatte zu einer Diskussion über die Macht der Kronen Zeitung geladen. Das brachte eine neue Note in Österreichs Medienwelt, denn „im Fernsehen“ – verstanden als „im ORF“ – redet man nicht über „dieses Thema“. Missbrauch ist ein Anliegen, immer und zur besten Sendezeit, aber nicht Missbrauch von Medienmacht.
Der Privatsender sah das anders, obwohl auch er Kooperationen mit dem Massenblatt betreibt. Der Anlass: Die Krone hatte die rechtsextreme Präsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz erst protegiert und dann, unter dem Druck von Leserschaft und Anzeigenkunden, zu einer öffentlichen Erklärung gezwungen, in der sich Rosenkranz vom Nationalsozialismus distanzierte. Eine besonders zynische Aktion. Unsereiner würde der Krone ebenfalls gern ein paar einschlägige öffentliche Klarstellungen abfordern.
Bei ATV ist alles etwas kleiner als beim ORF; ich erinnere mich, in den Anfangszeiten dort einmal eine Debatte moderiert zu haben, bei der man mir keine Uhr gab. Sie hatten noch kein Studio bei ATV, also wich man in ein nahes Wirtshaus aus. Man würde mir fünf Minuten vor dem Ende
zuwinken, versprach mir ein Redakteur, aber als das Studiolicht anging, konnte ich die umstehenden Zuseher nicht mehr identifizieren, geschweige denn, ein Zeichen von ihnen erkennen. Sie waren nur noch stumme schwarze Silhouetten. Gesendet wurde live. Die falsche Annahme, ich hätte das Zeichen übersehen und schon überzogen, brachte mich dann dazu, die Diskussion abzuwürgen. Wie sich herausstellte, drei Minuten zu früh.
Von solchen Umständen ist man bei ATV heutzutage weit entfernt. Vielleicht schon zu weit, dachte ich. Denn so erfreulich mir der Mut vorkam, das Thema aufzugreifen und auch durchzuziehen, obwohl weder von der FPÖ noch von der Krone jemand erschienen war (beim ORF hätten sie
spätestens jetzt dieses Nichterscheinen als Vorwand ergriffen, die Veranstaltung abzusagen), so seltsam fühlt es sich an, an diesem Debattentisch zu stehen. Denn da debattiert man nicht nur mit Partnern. Plötzlich, mitten im Austausch von Argumenten, entzieht einem die Gastgeberin das Wort, weil gerade auf Twitter irgendwer eine total wichtige Frage gestellt hat. Oder weil ein vorbereiteter Film eingespielt werden muss, egal, ob er passt oder nicht. Die tüchtige Moderatorin hat alle Hände voll zu tun, damit ihr keine Fäden entgleiten. Sie macht das gut, aber man kommt sich nicht als Teilnehmer einer Diskussion vor, sondern als Hölzlwerfer, der schwitzend versucht, die eine oder andere Pointe zu produzieren und den Auftritt nach der nächsten Sendepause nicht zu verschlafen.
So ist Privatfernsehen. Und weil es eben schulbuchmäßig Privatfernsehen ist, muss es den Wettkampf anheizen, es muss agonal werden, wie der Fachmann sagt, also braucht es auch einen Punkterichter, der am Ende erklärt, wer von den Diskutanten gut wegkam und wer nicht. Daumen
rauf, Daumen runter, hieß dieses schlichte Prinzip einst in der Arena. Harald Fidler, der Medienkritiker des Standard, hatte die Rolle des Daumenhebers. Er nutzte sie, um den Mitdiskutanten Hans-Peter Martin zu provozieren. Der dachte, er sei bloß Zuschauer, das Publikum sehe nur Fidler, und rief diesem ein herzhaftes „Fuck you!“ zu. Das war es denn auch, was von dieser Diskussion blieb.
Mir blieben doch ein paar Fragen. Ich vergesse die üblichen biopolitischen Schmähungen, mit denen Menschen jenseits der sechzig in den Foren bedacht werden – Forum und Arena, das liegt ja nicht so weit auseinander. Selbst wenn diese Diskussion frisch und jung aussah und Debattenrunden im ORF vergleichsweise langweilig ablaufen, muss man dem ORF sagen: An der Form liegt’s eben nicht. Der öffentlich-rechtliche Sender hätte die Chance und die Pflicht, aus seiner Möglichkeit, Debatten anders zu führen, etwas wirklich Spannendes zu machen. Die Arena darf er nicht sein.
Allein, die Alternative bringt er nicht zustande. In Gefahr und größter Not, an den schönen alten Sinnspruch sei erinnert, bringt der Mittelweg den Tod.
Armin Thurnher ist Gründer und Chefredakteur der Wiener Stadtzeitung Falter.

“Kleine Zeitung” vom 13.04.2010 Seite: 58 Ressort: TV&Medien Kärnten
Heinz Fischer will 30 Nichtwähler überzeugen

Spannend, interaktiv und skurril – die Sendungen zur Bundespräsidentenwahl.
WIEN. Wer noch immer ins Grübeln kommt, wen er am 25. April zum Bundespräsidenten wählen soll, dem seien die Spezialsendungen auf Puls 4, ATV und im ORF empfohlen: Puls 4: In “Austria’s Next President” fungieren heute um 20.15 Uhr Florian Scheuba, Thomas Schäfer-Elmayer, Richard Lugner und “Presse”-Journalist Rainer Nowak als Juroren. Sie nehmen Wissen, Ansichten und Wahlkampfalltag von Barbara Rosenkranz, Heinz Fischer und Rudolf Gehring unter die Lupe. Im Anschluss hat Heinz Fischer im “Talk of Town”-Studio “30 Minuten, um zu überzeugen”. Rosenkranz und Gehring sind am 20. bzw. 23. April Gäste in “Talk of Town” (jeweils 19.15 Uhr).
ORF: Schüler- und Zuseherfragen (meinefrage@orf.at) stellt sich Rosenkranz heute in “wahl 10 – meine frage” (ORF 1, 22.25 Uhr). Fischer sitzt am Sonntag in der Pressestunde (ORF 2, 11.05 Uhr).
ATV: In “Am Punkt” (22 Uhr) wird morgen das Thema “Bundespräsidentenwahl – Und keiner geht hin” diskutiert. Spannend und ungewöhnlich wird es am Sonntag um 20.15 Uhr. In “ATV Meine Wahl – Der Präsident” stellt sich Fischer 30 deklarierten Nichtwählern. Mittels “Perception Analyzern” bekunden die Teilnehmer live auf Sendung, ob sie mit seinen Statements einverstanden sind oder nicht.

“Extradienst” Nr. 04/2010 vom 09.04.2010 Seite 162,163,164 Ressort: Storys
Von: Ulrich Bentz
Mediatheken
Sendung mit der Maus

Um den Seher bei der Stange zu halten, wird zeitunabhängiges Fernsehen immer bedeutender. Die TV-Gesellschaften setzen dabei auf die neuen Verbreitungswege und hievten zum Teil aufwändige Mediatheken ins Netz. Rechtliche Hürden setzen allerdings strenge Grenzen.
Endlich, spätabends natürlich, läuft die Doku, die einen wirklich interessiert. Also ab vor den Fernseher. Doch der arbeitsreiche Tag macht sich bemerkbar und bald findet man sich im Traumland wieder. Die Dokumentation – verpasst. Die Wiederholung zu einem Zeitpunkt, an dem man an seinem Schreibtisch wieder für den Wirtschaftsaufschwung arbeitet. Auf Video oder Festplatte aufnehmen?
Schaut man doch nie an oder wird von den Kindern überspielt. Ist zudem nicht mehr unbedingt notwendig. Denn längst haben die TV-Sender das Internet und seine Möglichkeiten erkannt. In den letzten Jahren wurden von den Sendern Mediatheken aufgebaut, die einen Ausschnitt des Programms nun auch über das Web abrufbar machen. Mittlerweile verfügt auch der ORF über ein derartiges Tool.
Zu finden sind in den Mediatheken ganz unterschiedliche Dinge. Allen gleich: Information wird darin groß geschrieben. Das Angebot an Dokumentationen ist auch ganz nett. Serien dagegen gibt es nur wenige, Shows ebenfalls wenige. Spielfilme noch weniger, Sport zum Großteil gar nicht. Der Grund dafür: Die Rechte. Die müssen natürlich mitgekauft werden und kosten dementsprechend. Zudem wollen sich die großen Studios ihre eigenen Verwertungsrechte nicht zusammenhauen lassen. Also gibt es derartige Filme – wenn überhaupt – nur gegen Bezahlung zu Sehen.
Die öffentlich-rechtlichen Sender sind hier noch mit einer anderen Schranke versehen: Ihnen werden rechtliche Bürden auferlegt, die das Abrufen von Hollywood-Material unmöglich machen. Ganz eng gesetzte Schranken gibt es auch beim Sport. Die Online-Rechte dafür sind nicht gerade ein Schnäppchen, daher werden sie gut selektiert. Und: Sportereignisse sind in der Regel viel kürzer abzurufen als die sieben Tage, die sich bei Serien als Standard durchgesetzt haben.
Dennoch: Einiges gibt es zu Sehen, wenn nicht in der Mediathek, dann im Live-Stream, den manche Sender anbieten. Der hat nur einen Haken: Er ist oftmals “geogetaggt” – das heißt, nur im entsprechenden Verbreitungsgebiet empfangbar oder durch spezielle konzessionierte Programme zu
Sehen, die bisher in Österreich nicht wirklich verbreitet sind.
UK only
Einer der Pioniere, den Weg vom Fernsehen ins Internet zu beschreiten, war in Europa die BBC. Sie setzte mit ihrem iPlayer Maßstäbe. Zu finden sind über dieses Tool alle Fernseh- und Radioprogramme der BBC. Nachzusehen im sieben Tage Catch-up die bekannten Serien und
Comedy Shows, die von der BBC produziert werden. Ebenfalls integriert in den iPlayer: Der Live-Stream der Programme.
Dabei ist dieser Player nicht nur über das Internet zu betreiben, sondern ebenso über das iPhone, die Playstation oder Wii.
Der iPlayer besticht durch seine relativ leichte Bedienerführung. Die Sendungen sind nach Channels, ATV Pressespiegel
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nach Kategorien sowie nach A-Z geordnet. Die kompletten Folgen leicht zu finden. Allerdings bringt der iPlayer auch einen großen Wermutstropfen mit sich: Er kann außerhalb Großbritanniens nicht genutzt werden.
Die öffentlich-rechtlichen Sender am Kontinent dagegen verfolgen eine andere Strategie: Sie wollen ihre Mediatheken möglichst weltweit zugänglich machen. Dies gelingt am Besten mit Informationssendungen und Dokumentationen, die vom eigenen Sender produziert werden. Oftmals auch noch mit gekauften Dokumentationen – hier werden die Onlinerechte mittlerweile gleich automatisch mitverhandelt.
Keine Grenzen
Auch beim ORF, der vergangenen Herbst seine TVthek eröffnete. Hier kann es bei der Sendung Universum zu eingeschränkter Sicht kommen, sollte die Dokumentation aus dem Ausland zugekauft sein. Ansonsten gilt auch hier, was sowohl ARD als auch ZDF oder SRG anstreben: Die TVthek möglichst weltweit zum Abruf zur Verfügung zu stellen. “Den Zuschauern soll die Nutzung des für sie wichtigen TV-Contents auch zeitund ortsunabhängig über Internet möglich sein”, so ORF-Online-Chef Thomas Prantner zur grundsätzlichen Strategie.
In der Handhabung steht der ORF seinen öffentlichrechtlichen Kollegen um nichts nach. Die Site ist aufgeräumt; die Sendungen sind leicht zu finden. Entweder über das Karussell oder über das Menü. Auch Live-Streams sind vorgesehen und können dann unter dem Punkt “Live” abgerufen werden. In der Regel sind die Sendungen sieben Tage abrufbar. Eine Ausnahme gibt es für die Sendungen Orientierung und Religionen der Welt, die derzeit bis Juni des Folgejahres archiviert sind. In die andere Richtung schlägt der Sport. Dessen Übertragungen sind, wenn überhaupt, nur 24 Stunden abrufbar. Das Angebot in der TVthek ist derzeit sehr auf Information zentriert.
Dieses “Startpaket”, wie es Prantner bezeichnet, musste von der EU vorab genehmigt werden. Daraus resultiert auch die Abrufdauer von sieben Tagen, im Sportbereich von 24 Stunden. Daraus resultiert auch, dass keine Sendungen auf die Plattform gestellt werden können, die nicht vorab
genehmigt sind. Ausbauen will man demnächst trotzdem.
Und zwar mit eigenproduzierten Shows. So sind hier seit April die Comedy-Formate “Willkommen Österreich”, “Was gibt es Neues” und “Dorfers Donnerstalk” zu finden. Aus der volksmusikalischen Ecke werden der “Musikantenstadl”, “Mei liabste Weis”, “Wenn die Musi spielt”, “Starnacht am
Wörthersee”, “Hansi Hinterseer Open Air” und “Grand Prix der Volksmusik” beigesteuert. Bis Ende 2010 soll das Angebot um weitere Eigenund Auftragsproduktionen kontinuierlich ergänzt werden. Aufgepeppt hat die deutsche ARD ihre Mediathek. Zu finden sind auf der Startseite nicht nur Clips zu aktuellen Themen, sondern auch Einspielungen aus den Radioprogrammen. Über “Sendung verpasst” lassen sich die gewünschten Inhalte nach Tagen oder Sendungstitel suchen: Eine schnelle Navigation – bis man schließlich zum Video gelangt.
Zu finden auch hier vor allem Informationssendungen und Nachrichten aus den Programmen der ARD. Angereichert wurde die Mediathek aber auch sukzessive mit Elementen des Unterhaltungsprogrammes. So kann mittlerweile auch der “Satire Gipfel” abgerufen werden. Die
Nachmittags- und Vorabend-Soaps von “Verbotene Liebe” bis hin zum Klassiker “Lindenstraße” finden sich ebenfalls in der Mediathek. Und auch von der ARD in Auftrag gegebene Filme werden des öfteren hier zu finden sein. Letzter Coup: Der “Tatort”, der nach längerer Rechteklärung nun nicht nur sieben Tage lang abzurufen ist, sondern sogar per Live-Stream über das Internet mitzuverfolgen ist.
Allerdings, aufgrund von Jugendschutzbestimmungen, nur zwischen 20: 00 und 6: 00 Uhr.
Mit den “Nachrichten in 100 Sekunden” begrüßt das ZDF die User seiner Mediathek. Angeboten werden hier alle im Fernsehen ausgestrahlten Sendungen, für die auch die Rechte einer Online-Verwertung vorliegen. Neben Informationssendungen also auch fiktionale Serien, die vom ZDF
mitproduziert werden. Ankaufsproduktionen und Spielfilme sind hier nicht zu finden.
Die Sendungen stehen zumindest sieben Tage, oft aber auch länger, zum Abruf bereit. Die Dauer wird im Endeffekt laut ZDF nach redaktionell-inhaltlichen und finanziellen Vorgaben festgelegt. Oft aber spielen auch Persönlichkeitsrechte sowie die Vorgaben des Medienrechts eine Rolle.
Über den Reiter “Live” wird eine übersichtliche Vorschau angezeigt, welche Sendungen auch im Internet zur Echtzeit begutachtet werden können. Auch hier gilt: Geo-Blogging ist die seltene Ausnahme, allerdings vor allem im Sportbereich durch das internationale Rechtesystem vorzufinden.
Ähnlich umfangreich gestaltete auch das Schweizer Fernsehen seine Mediathek. Eigenproduktionen sind in der Regel ohne zeitliches Limit abzurufen, zu Beschränkungen kommt es bei eingekauften Content. Die Startseite präsentiert sich ähnlich wie die ZDF Mediathek. Heißt: Vor allem Clips sind hier zu finden. Weitere Orientierung gibt es über die obere Menüleiste, die auch den Punkt “Channel” enthält. Über diesen können fünf Themenkanäle, wie etwa Comedy oder Musik, angewählt werden, in denen sich der dazu gesammelte Content findet.
Das Videoportal soll in den nächsten Jahren nicht nur im Internet zu finden sein. Der Abruf über Fernseher und Handy ist geplant. Mittels konzessionierter Verbreiter wie etwa “zattoo” ist das Schweizer Fernsehen via Web auch live zu verfolgen. Mittlerweile ebenfalls in Österreich zu nützen ist die Arte Videothek Arte+ 7. Über das Karussell sind die Sendungen leicht zu finden, die im 7-Days-Catch-up zur Verfügung stehen. Durch einen Countdown werden jene Sendungen bezeichnet, deren Abrufdauer demnächst abläuft. Einfach zu bedienen, bedingt auch durch den nicht allzu großen Inhalt. Dafür gibt es hier einen nicht alltäglichen Mix von Informationen, Dokumentationen, Kurzfilmen, Kulturnachrichten und Serien zu finden.
Private Zusatzeinnahmen
Aber nicht nur die öffentlichrechtlichen, auch die privaten TV-Sender haben das Tool Mediatheken längst für sich entdeckt. “Wir möchten das Programm von RTLund VOX auf allen relevanten Übertragungswegen überall und jederzeit verfügbar machen”, postuliert Thomas Bodemer von
RTLinteractiv. Mit seinen Plattformen RTL NOW und VOX NOW bietet die Sendergruppe sowohl Eigenproduktionen als auch angekauften Content an. Jedoch – nicht alles ist auch kostenlos. Der größte Teil des Angebotes steht sieben Tage zum Nachsehen zur Verfügung. Darunter etwa auch
“CSI: Miami”. Der Rest, unter anderem “Gute Zeiten, schlechte Zeiten” oder Spielfilme aus Hollywood, ist im Archiv zu finden und gegen Gebühr zu Sehen. Auch “Pre-TV” gibt es hier gegen einen kleinen Obolus.
Etwas komplizierter wird es bei ProSiebenSat. 1. Allerdings nicht, weil die Mediatheken sehr unübersichtlich wären. Schon beim Start kommt man auf das obligate 7-Days-Catch-up und kann dort nach dem Tag seine Sendungen wählen. In erster Linie Serien. Aber auch der Sat. 1-Spielfilm ist hier zu finden. Das Archiv der Senderwebsites ist auf die Online-Videothek Maxdome ausgelagert.
Daneben befinden sich hier rund 25. 000 Titel, die gegen Abonnement oder Leihgebühr entlehnt werden können. Auf kostenloses Archivmaterial können die User von MyVideo zurückgreifen. Die beiden deutschen Privat-TV-Riesen planen nun auch eine gemeinsame Videoplattform nach Vorbild der amerikanischen “Hulu. com”. Diese soll auch allen anderen Sendern offen stehen.
In Österreich setzen die Privat-TV-Stationen ebenfalls auf dieses Thema. ATV etwa, wo sich die Mediathek noch etwas chaotisch präsentiert. Die aktuellen Sendungen sind zwar leichter zu finden, sucht man aber ein paar Tage zurück, wird es unübersichtlich. Das soll sich allerdings laut ATV
ändern.
Nicht ändern wird sich der Inhalt, der sich aus Eigenproduktionen zusammensetzt. Das Archiv geht dafür weit zurück. Live gestreamt werden aktuelle Sendungen wie “Am Punkt”. Für die User steht dabei ein eigener Chat zur Verfügung, der wie eine zweite Diskussionsrunde im Internet während der Sendung fungiert.

“Extradienst” Nr. 04/10 vom 09.04.2010 Seite 92,93,94,95 Ressort: Storys 04/10 ATV
ATV.at setzt auf Online-Videos

Mit dem Relaunch von ATV. at im März 2009 ersetzte eine unterhaltsame Video- und Communityplattform mit Österreichschwerpunkt die bisherige textlastige Seite. EXTRADIENST bat die Verantwortlichen zum Interview.
Mit dem Relaunch von ATV. at im März 2009 erfolgte eine komplette strategische Umorientierung. Mag. Ina Bauer, Leiterin Diversifikation & Online, und Mag. Klaus Bitschi, Head of Special Advertising and Interactive Sales beim Privatsender ATV, stehen im EXTRA-DIENST-Doppelinterview Rede und Antwort, wenn es um den Erfolg des Portals geht, und verraten ihre nächsten Schritte.

ED: Der Online-Aufritt des Privatsenders ATV.at in der bestehenden Form feiert gerade seinen ersten Geburtstag. Zeit Bilanz zu ziehen. Wie sieht Ihr Resümee aus?

Ina Bauer: Das Ziel war, die bisherige, eher text- und informationsgeladene Seite durch eine unterhaltsame Video- und Communityplattform mit Österreichschwerpunkt zu ersetzen. Eine Aufgabenstellung, die für uns als TV-Sender logisch erschien, da Bewegtbild ja unsere Kernkompetenz darstellt. Insofern wollten wir dies auch online weiterführen, zumal uns die Notwendigkeit dafür aufgrund des veränderten Mediennutzungsverhaltens und der damit verbundenen Bedürfnisse der Zuseher bzw. User klar war.

ED: Wurden die Ziele erreicht?

Bauer: Ein Jahr später haben wir viele der uns gesetzten Aufgaben erfüllt, bei einigen besteht noch Nachholbedarf. Das Resümee ist aber auf jeden Fall sehr positiv. Das zeigt auch die erfreuliche Entwicklung der Videoviews und der ÖWA-Kennzahlen. So konnten wir in allen relevanten
Kategorien, Unique Clients, Visits, PIs und Use Time, erhebliche Steigerungen vermerken.

ED: Sie sagen, dass noch Nachholbedarf besteht. Können Sie das bitte näher erläutern…

Bauer: Ein Portal kostengünstig mit einer kleinen Redaktionsmannschaft zu betreiben bedeutet erst mal einen hohen Automatisierungsgrad und das Neuaufsetzen von Workflows und der hausinternen Zusammenarbeit. Das ist uns gelungen. Contenttechnisch findet man derzeit über 10. 000 Videos auf der Plattform. Ein Großteil davon sind ATV-Eigenproduktionen – ganze Folgen – samt Bonusmaterial. Unsere Erfahrung zeigt, dass dieser Content von unseren Usern sehr gut angenommen wird und als Treiber fungiert. Ausbaufähig ist der User-Generated-Content-Bereich. Die Möglichkeit zum Contentupload wird noch nicht in dem Ausmaß wahrgenommen, wie wir uns das wünschen.

Klaus Bitschi: Fokus muss 2010 daher mit Sicherheit auf die Weiterentwicklung des Bereichs Videoupload und den Ausbau der Community gelegt werden, da hier definitiv noch großes Potenzial besteht.

ED: Wenn Sie Bilanz ziehen, was waren denn die größten Herausforderungen bei der Umsetzung des Projekts?

Bauer: In technischer Hinsicht bestand die Herausforderung darin, das CMS und den Player unserer
betreuenden Agentur Exozet an die bestehenden internen Softwarestrukturen und Systeme anzubinden, um größtmögliche Automation zu gewährleisten.

Bitschi: Gleiches galt auch in Hinblick auf die werbetechnische Anbindung an den Adserver. Wir wollten von Anfang an sämtliche von uns gewünschten Werbeformen inklusive der In-Stream-Möglichkeiten integrieren, sodass wir unseren Kunden auch im Bereich der Bewegtbildwerbung und Online-Sonderwerbeformen Messbarkeit und ein detailliertes Reporting bieten konnten. Auch die
Thematik an sich musste erst- gemeinsam mit unserem Vermarkter Adlink – bei Kunden und Agenturen forciert werden.
Bauer: Herausforderungen gab es auch im redaktionellen Bereich. Da ATV. at ein senderübergreifendes Projekt ist, mussten, wie bereits erwähnt, zum Teil gänzlich neue Workflows in der Zusammenarbeit aller Abteilungen definiert werden. Unser Ziel war es, jeglichen Content so
schnell wie möglich online zu bringen und das in ausgezeichneter Qualität. Das setzt eine sehr enge Zusammenarbeit und Abstimmung zwischen der Online-Redaktion und den On-air-Redaktionen voraus, auch in Bezug auf inhaltliche Belange. Da spielen zum Beispiel auch gemeinsame
Redaktionssitzungen eine große Rolle.

ED: Inhalt ist ein entscheidendes Qualitätsmerkmal. Sehen Sie einen Unterschied in den Konsumgewohnheiten? Welche Formate werden denn besonders gerne online konsumiert – wenn man das so sagen darf?

Bauer: Formate, die on air gut funktionieren, jung positioniert sind und ein gewisses Identifikationspotenzial beinhalten. Grundsätzlich hat uns schon überrascht, wie viele Folgen zur Gänze konsumiert werden. Das mag auch damit zusammenhängen, dass Content bei uns ohne
zeitliche Limitierung zur Verfügung steht, also nicht dem öffentlich-rechtlichen Sieben-Tage-Prinzip untergeordnet ist. Im Gegenteil, wir bieten ein kostenloses umfangreiches Best-of-Archiv an. Die bis dato erfolgreichsten Formate waren Saturday Night Fever, das Geschäft mit der Liebe und Teenager werden Mütter. Alleine im März hat eine Folge von Saturday Night Fever an die 90. 000 Videoviews für sich verbucht, die gesamte Staffel wurde online bislang über 550.000 aufgerufen. Aber auch Bauer sucht Frau hat online eine wirklich große Fangemeinde mit extrem hoher Interaktionsrate gefunden. Ingesamt konnten wir im März knapp 800.000 Videoviews zählen, das sind in etwa 25.000 Views pro Tag.

Bitschi: Im UGC-Bereich haben wir bis dato die Erfahrung gemacht, dass der Response an Videoeinsendungen von der Aktivierung der User durch Aufgabenstellungen abhängt. Durch unsere Geotagging-Positionierung, bei der User sich und ihre Videos auf einer Österreichkarte verorten können, soll die Community aber zunehmend ein Eigenleben erfahren.

ED: 90.000 Views für eine Folge ist stattlich! Wie ich sehe, verwenden Sie hier entsprechende Auswertungen. Ich habe gehört, dass Sie seit Kurzem ein Videomesstool implementiert haben und quasi Vorreiter sind. Stimmt das, bzw. welche Vorteile erhoffen Sie sich dadurch?

Bauer: (lacht) Ja, das ist richtig. Wir arbeiten seit Februar mit Gemius Stream. Das ermöglicht uns die exakte Auswertung der Videoviews bzw. des Seherverhaltens unserer User bis hin zur genauen Analyse einzelner Videos pro Stunde oder Tag. Das ist für die Weiterentwicklung und Optimierung eines Portals unerlässlich.

Bitschi: Auch aus werbetechnischer Sicht. Damit können wir nicht nur unsere Maßnahmen genauestens messen und überprüfen, sondern auch valide und vertrauenswürdige Informationen für unsere Kunden liefern, was wiederum unsere Verkaufsaktivitäten unterstützt. Wobei es hier noch gilt, einheitliche Messmethoden und Standards zu definieren.

ED: Sie sprechen die fehlende Standardisierung der Messmethoden an. Können Sie das bitte näher ausführen?

“Horizont” Nr. 14/10 vom 09.04.2010 Seite: 11 Ressort: Medien
Die heimischen Privatsender begleiten die bevorstehende Bundespräsidentenwahl mit zahlreichen Spezialsendungen
Die Sendung ihrer Wahl?

Am 25. April 2010 wählt Österreich ein neues Staatsoberhaupt. Zu diesem Anlass bringen sich nun die heimischen Privatsender in Stellung – und übertreffen sich beinahe gegenseitig mit interaktiven Ideen. So bildet die Live-Hauptabendsendung „ATV Meine Wahl – Der Präsident“ am 18. April, in der der amtierende Bundespräsident Heinz Fischer sich eine Woche vor der Wahl den Fragen der ATVModeratoren Meinrad Knapp und Sylvia Saringer stellen wird, das Herzstück des einwöchigen ATVWahlschwerpunkts.
Und: Der Amtsinhaber soll auch live die via Facebook, Twitter und Mail eintrudelnden Fragen der Seher beantworten und wird zugleich mit der Zustimmung oder Ablehnung einer 30-köpfigen Fokusgruppe bestehend aus Nichtwählern verschiedener Alters-, Politik- und
Sozialschichten konfrontiert. Denn: In dieser Wahl gehe es besonders darum, die Nichtwähler zu mobilisieren, findet ATV. Das besondere Tool dabei: Die aus Amerika stammende Technik des Perception Analyzers – optisch vergleichbar mit einer einfachen „Fernbedienung“, an deren Knopf nach rechts oder links gedreht wird – erlaubt es, im Handumdrehen die Zustimmung oder Ablehnung jedes einzelnen Mitglieds der Fokusgruppe zu messen. Die ATV-Zuseher können während der Antworten des Bundespräsidenten zeitgleich die Einschätzung der Fokusgruppe mitverfolgen. „Das ist Wahlkampf-Berichterstattung, wie man sie in Österreich noch nicht gesehen hat“, betont ATVInformationschef
Alexander Millecker. In den USA sei der Perception Analyzer für die Wähleranalyse bei CNN im Einsatz. Dieser Idee will auch Puls 4 nicht nachstehen. Am 13. April zeigt der junge Private mit „Austria’s Next President“ im Hauptabend eine 45-minütige Wahlkampf-Reportage über den Alltag der Bundespräsidentschaftskandidaten. Heinz Fischer und seine Konkurrenten Barbara Rosenkranz und Rudolf Gehring müssen sich in Form von kleinen Aufgaben einer prominenten Jury stellen – und unter anderem Fragen über die österreichische Bundeshymne oder Bundesheer-Dienstgrade beantworten. Um 21.15 Uhr folgt dann die 30-minütige Spezialsendung „30 Minuten, um zu überzeugen“, für die Puls 4 den amtierenden Bundespräsidenten Fischer zu einem Wahlkampf-Talk gewinnen konnte.
In den Wochen rund um die Bundespräsidentschaftswahl widmen sich die „Austria News“ auf den Sendern Puls 4, ProSieben Austria und Sat.1 Österreich dem politischen Großereignis. ATV begleitet die Wahl des Staatsoberhauptes sogar live und mit eigenen Hochrechnungen: Nach einer
Diskussionskonfrontation von Fischers Herausforderern in Sylvia Saringers „Am Punkt Spezial“ am Mittwoch folgt am Wahlsonntag die Live-Schaltung zu ATV-Moderator Meinrad in die Hofburg. In „ATV Meine Wahl“ werden Stimmungen eingefangen und um 17.00 Uhr das Wahlergebnis verkündet.
Im Anschluss soll Sylvia Saringer schließlich mit ihren Studiogästen in „Am Punkt Spezial“ den Ausgang der Wahl diskutieren. jed

“Kronen Zeitung” vom 09.04.2010 Seite: 86 Ressort: Fernsehen
Wi, Abend, Sbg, Ti, Bgld, Ktn, N.Ö., Stmk, Vbg, Wi, O.Ö., Morgen
Auf Stimmenfang

Wenn Rudolf Gehring heute um 22. 25 Uhr in ORF 1 in “Wahl ’10 – Meine Frage” auf dem Bildschirm erscheinen wird, dann beginnt im Fernsehen die heiße Phase des (Wahl-)kampfs. Auch bei den Sendern ORF, ATV und PULS 4 untereinander. Wo ist welcher Kandidat zu sehen? Wer hat das
spannendste Streitgespräch, die besten Argumente? In “Wahl ’10 – Meine Frage” diskutieren Jungwähler mit den Kandidaten. Nach dem heutigen Startschuss folgt am 13. 4. Barbara Rosenkranz, am 15. 4. Heinz Fischer. Für 18. April lädt der ORF alle drei Kandidaten zu Ingrid
Thurnher in den Newsroom (22 Uhr). Fischer hat bereits abgesagt. In der “Pressestunde” sind Gehring am 11. April (10.05), Barbara Rosenkranz am selben Tag um 11.05 Uhr und Heinz Fischer am 18. April (11.05) zu sehen. Auf ATV kämpft Heinz Fischer am 18. April um 20.15 Uhr in “ATV
Meine Wahl – Der Präsident” live bei Sylvia Saringer und Meinrad Knapp um die Nichtwähler. Am 21. 4. wird Rosenkranz bei Saringer in “Am Punkt Spezial” (21.20) zu Gast sein. Wie sieht der Wahlkampf-Alltag aus? Das zeigt PULS 4 am 13. 4. (20.15). Danach (21.15 Uhr) begrüßen Manuela Raidl und Jürgen Peindl in “Talk of Town – 30 Minuten um zu überzeugen” den amtierenden Bundespräsidenten im Studio.
Die Qual der Bundespräsidenten-Wahl möchten die TV-Sender in den nächsten 2 Wochen erleichtern

“medianet” Nr. 1382/10 vom 09.04.2010 Seite: 11 Ressort: Marketing & Media 1382/10
Bundespräsidentenwahl im Privat-TV Auch heuer stellen die Privaten ihre Newskompetenz mit umfangreicher
Wahlberichterstattung unter Beweis

ATV gibt Nichtwählern ein Gesicht – Statt mit „normalem“ Publikum spricht H. Fischer mit Wahlverweigerern.

Wien. ATV legte sich, so wie im Vorjahr, auch heuer wieder ordentlich ins Zeug und ließ sich für die große Sendung „ATV Meine Wahl“ mit Amtsinhaber Heinz Fischer etwas Besonderes einfallen. Der Privatsender konfrontiert den Kandidaten mit 30 deklarierten Nichtwählern, die zudem, ausgestattet mit einem sogenannten Rezeption Analyzer, live und für alle sichtbar mit diesem Gerät das gesprochene Wort des Bundespräsidenten quasi kommentieren können.
Die 30-köpfige Fokusgruppe, die Meinungsforscher Peter Hajek zusammengestellt hat, soll die Nichtwähler unterschiedlicher politischer Lager abbilden. Je zur Hälfte besteht sie aus Männern und Frauen. Zehn Personen sind ÖVP-Sympathisanten, zehn favorisieren die SPÖ und zehn die
Freiheitlichen. Allen gemeinsam sei, dass sie nicht zur Wahl gehen wollen, so Hajek.
Neben den Fragen der beiden Interviewer Sylvia Saringer und Meinrad Knapp soll Fischer auch vom Publikum befragt werden. Via Facebook, Twitter & E-Mail können Fragen gestellt werden.
Die beiden anderen Präsidentschaftskandidaten, Barbara Rosenkranz und Rudolf Gehring, sind für 21. April zu „Am Punkt Spezial“ eingeladen. Laut ATV hat Rosenkranz ihr Kommen bereits bestätigt, eine Zusage von Gehring hingegen stehe noch aus.
Am Wahlsonntag wird der Sender in der Sendung „ATV Meine Wahl“ live von der Hofburg melden, Stimmungen einfangen und um 17 Uhr das Wahlergebnis verkünden. Im Anschluss wir in einem „Am Punkt Spezial“ der Wahlausgang diskutiert.

Bild: Auf ATV kommen die Kandidaten zu Wort. Heinz Fischer meidet dabei Konfrontation.
TV-Fahrplan
ATV Meine Wahl – der Präsident So, 18. April, 20:15 Uhr, Gast: Heinz Fischer
Am Punkt Spezial Mittwoch, 21. April, 21:20 Uhr, Gast: Barbara Rosenkranz
ATV Meine Wahl live von der Hofburg,
Am Punkt Spezial & ATV Aktuell zur Wahl 25. April,16:45 Uhr, 17:15 Uhr & 19:20 Uhr

“Die Presse” vom 08.04.2010 Seite: 23 Ressort: Feuilleton
Österreich, Abend, Österreich, Morgen
Fernsehen: Wahlberichterstattung
ATV lässt Heinz Fischer per Knopfdruck bewerten

Eine bei CNN bewährte Methode soll ergründen, wie Parteigänger auf Aussagen reagieren.
Von Isabella Wallnöfer
Wieder hat sich der Privatsender ATV etwas einfallen lassen, das in der heimischen Berichterstattung über politische Ereignisse neu ist. Diesmal ist es der sogenannte “Perception Analyzer” – ein einfach zu bedienendes Gerät mit einem Drehknopf, mit dem die Testpersonen den
Grad ihrer Zustimmung oder Ablehnung einer bestimmten Situation oder Aussage ausdrücken können. Für “ATV Meine Wahl – der Präsident” lässt der Sender Bundespräsident Heinz Fischer am Sonntag vor der Wahl (18. April, 20.15 Uhr) gegen 30 deklarierte Nichtwähler antreten. Während Sylvia Saringer und Meinrad Knapp als Moderatoren nicht nur vorbereitete, sondern auch von Zusehern via Facebook, Twitter oder E-Mail vorgebrachte Fragen stellen, sollen die ins Studio geladenen Nichtwähler mittels der Geräte beurteilen, wie sie zu den Antworten Fischers stehen.
“Das Spannende bei dieser Wahl ist ja nicht der Ausgang, sondern die Frage, wie es die Kandidaten anstellen, dass die Leute zur Wahl gehen”, meint ATV-Infochef Alexander Millecker. Laut einer im Auftrag des Senders von Meinungsforscher Peter Hajek im März 2010 durchgeführten
Umfrage (ATV Österreich. Trend) wollen 63 Prozent der Österreicher “ganz sicher” zur Wahl gehen, vor allem SPÖ-Anhänger (83 %) – womit ein Drittel der Wähler noch ganz oder teilweise vom Urnengang zu überzeugen wäre. Die geringste Wahlbereitschaft zeigten FPÖ-Wähler (47 %), womit vor allem die freiheitliche Kandidatin, Barbara Rosenkranz, das Problem haben dürfte, Wähler zu mobilisieren.
Aufschluss erwarten sich Millecker und Hajek durch den “Perception Analyzer”: Die 30 Testpersonen sind nicht nur nach Alter, Bildungsgrad und Geschlecht ausgewählt, sondern auch nach politischem Naheverhältnis: zehn SPÖ-, zehn ÖVP- und zehn FPÖ-Sympathisanten. Sie treten
anonym auf, die jeweils bevorzugte Partei, Alter und Geschlecht sind aber im Gerät registriert, sodass sich während Heinz Fischers Auftritt ständig ablesen lässt, welche Wählergruppe auf welche seiner Aussagen positiv oder negativ reagiert. Das Ergebnis wird grafisch aufbereitet und für die Zuseher live eingeblendet. Am Ende der Sendung werden die Testpersonen noch einmal befragt, ob sie nun doch zur Wahl gehen wollen.
Technik aus den USA Die Technik sei neu in Europa, erklärt Hajek: Sie kommt aus den USA, wird von CNN eingesetzt.
Oder auch für die Schulung von Rednern. Selbst die Rede zur Nation der US-Präsidenten werde damit an einer ausgewählten Zuseherschaft vorab auf ihre Wirkung getestet.
Am 21. April treten Fischers Herausforderer, Barbara Rosenkranz und Rudolf Gehring (angefragt), in “Am Punkt Spezial” gegeneinander an (21.20Uhr). Am Wahlsonntag meldet sich “ATV Meine Wahl” ab 16.45Uhr live aus der Hofburg, nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses diskutieren die Klubobleute der Parteien live über den Wahlausgang.

“Neues Volksblatt” vom 01.04.2010 Ressort: Innenpolitik Linz
Kein TV-Duell der Kandidaten

Vor der Bundespräsidentenwahl wird es zu keiner Konfrontation der drei Spitzenkandidaten kommen. Entsprechenden Gerüchten entzog das Wahlbüro von Heinz Fischer gestern den Boden. „Man kann nicht amtierendes Staatsoberhaupt des ganzen Landes sein und gleichzeitig an einer TVKonfrontation teilnehmen“, denn dies sei „mit der Funktion des Bundespräsidenten als Brückenbauer und Integrationsfigur nicht vereinbar“, hieß es in einer Aussendung. Außerdem seien „die Positionen von Frau Rosenkranz zum Verbotsgesetz und zu den Gaskammern in der NS-Zeit gar nicht diskutierbar“, so ein Fischer-Sprecher.
Im ORF sind am 11. April hintereinander zwei Pressestunden mit Barbara Rosenkranz und Rudolf Gehring angesetzt. Amtsinhaber Heinz Fischer wird am 18. April ebenfalls in einer Pressestunde zu Wort kommen. Der Sender ATV plant ebenfalls für 18. April das Live-Format „ATV Meine Wahl — Der Präsident“, bei dem sich Fischer „Nichtwählern“ stellt. Rosenkranz wird auf ATV in der Interviewsendung „Am Punkt Spezial“ auftreten, Sendungen mit Gehring sind noch nicht fixiert. Bei Puls 4 will man in den zwei Wochen vor der Wahl intensiv berichten, Details werden aber noch nicht verraten.
Erneut betont hat gestern Kandidat Gehring, dass er im ersten Wahlgang Rosenkranz überholen und in die Stichwahl kommen will. Der Chef der Christenpartei fühlt sich als Präsidentschaftskandidat weder einer Partei noch einer Religionsgemeinschaft verpflichtet.
Dass —wie berichtet — die Wahl unter Beobachtung der OSZE stattfindet, sei „in Westeuropa durchaus Routine“, sagt Robert Stein vom Innenministerium.

“Die Presse” vom 01.04.2010 Seite: 25 Ressort: Feuilleton
Österreich, Abend, Österreich, Morgen
Bundespräsidenten-Wahl
Kein TV-Duell mit Fischer
ORF plant “Pressestunde”; Livebefragung auf ATV.

Die Planungen der TV-Stationen bezüglich der nahenden Bundespräsidenten-Wahl (am 25. April) werden konkret: Am 11. April lädt der ORF um zehn Uhr Rudolf Gehring in die “Pressestunde”, um elf Uhr Barbara Rosenkranz. Am 18. April ist dann Amtsinhaber Heinz Fischer im Alleingang dran. Am selben Tag wäre in der Sendung “Im Zentrum” auch eine TV-Konfrontation aller drei Kandidaten geplant, heißt es.
Fischer will sich keiner Livekonfrontation stellen, ließ sein Wahlkampfkoordinator, Stefan Bachleitner, am Mittwoch via Aussendung wissen. Das wäre “mit der Funktion des Bundespräsidenten als Brückenbauer und Integrationsfigur nicht vereinbar”, so das Argument. Außerdem seien “die Positionen von Frau Rosenkranz zum Verbotsgesetz und zu den Gaskammern in der NS-Zeit gar nicht diskutierbar”. ATV strahlt am 18. April ab 20.15 Uhr “Meine Wahl – Der Präsident” aus: Heinz Fischer wird sich in der Livesendung “Nichtwählern” stellen. Rosenkranz soll in einem “Am Punkt Spezial” auftreten. i. w.

Falter 17.03.2010

Meinesgleichen

Kürzlich war ich im Fernsehstudio, bei ATV, in der Sendung „Am Punkt“. Es ging um die Kronen Zeitung, und die Sendung erlangte einigen Ruhm. Nicht wegen des Themas (es war verdienstvoll von ATV, dieses aufs Programm zu setzen), sondern weil einer der Diskussionsteilnehmer, der EUAbgeordnete Hans-Peter Martin, ausrastete und einem Journalisten ein empörtes „Fuck you!“ zurief. Man muss wissen, dass in „Am Punkt“ gegen Schluss ein geladener Kritiker die Diskussionsteilnehmer beurteilt. Diese stehen im Studio, nachdem der Werbeblock gelaufen ist, haben jedoch den Eindruck, sie seien weder zu sehen noch zu hören. Als Harald Fidler, Medienjournalist des Standard, die Diskussionsteilnehmer beurteilte, nahm Hans-Peter Martin also nicht an, sein Ausruf werde über das Studio hinausdringen. Ein Irrtum. In den meisten Zeitungen war danach zu lesen, Martin sei ausgerastet, weil er Fidlers Hohn über seine Krone-Verteidigung nicht ertragen habe. Das ist falsch. Martin rastete aus, als Fidler ihm unterstellte, er sei eifersüchtig auf Frau Rosenkranz, weil die Krone diese und nicht ihn als Präsidentschaftskandidaten unterstütze. Ein Untergriff. Soweit ich sehe, berichtet nur die Presse diesen Zusammenhang korrekt. HPM mag nicht der angenehmste Zeitgenosse sein, und seine Ansichten zur Kronen Zeitung teile ich in keiner Weise. Seinen Aufschrei aber habe ich verstanden, wenn auch formal nicht gebilligt. Vielleicht sah ich deswegen „pikiert“ aus, wie ein Blatt schrieb.
Das Video: http://blog.atv.at/ampunkt/
 

Falter 17.03.2010

Zeit am Schirm

Die gepflegte Diskussion hat ihren Reiz. Gescheite Menschen oder schräge Charaktere reden über die Dinge des Lebens, und dazu kann man auch sein Cardioprogramm runterkurbeln. Bei all den deutschsprachigen Debattierzirkeln sticht immer wieder eine hervor: Sandra Meischberger (ARD, Di, 22.45 Uhr) schafft es, spannende Runden zusammenzubringen, bei denen der Gesprächsverlauf nicht schon im Vornherein klar ist und alle Fronten einbetoniert sind. Natürlich hat die Frau rechnerisch mehr gutes Diskutierpersonal zur Verfügung als die Gesprächsleiter der heimischen TVRunden.
Trotzdem hat Meischberger auch das rare Talent, Dynamik und Leben in eine Gruppe zu bringen. Bei ihr wird gestritten und gekämpft, sie lässt Eskalation professionell zu – ehe sie die Aufsässigen im Notfall an die Kandare nimmt. In unseren Gesprächssendungen fehlen solche wilden Momente. Da freut man sich wirklich, wenn Hans-Peter Martin bei „Am Punkt“ (ATV) durchknallt und „Fuck you!“ schreit.

Vorarlberger Nachrichten 13.10.2010

Martin wütend: “F . . . you!”

Hörbeispiele aus der ATV-Sendung unter www.vol.at
ausrutscher. Nicht von der feinen Art zeigte sich EU-Mandatar Hans-Peter Martin in einer Diskussion mit dem Standard-Medienjournalisten Harald Fiedler in der ATV-Fernsehsendung “Am Punkt”. Martin hatte in der Live-Sendung erklärt, dass die Kronen-Zeitung “von Kardinal-Schönborn-Kolumnen bis Sex-Inseraten eine enorme Bandbreite” habe. Fiedler sagte daraufhin, dass “die Krone eine Vielfalt in ihren Sex-Anzeigen hat,” sei nicht zu leugnen. Martin kam nur noch ein “F . . . you!” über die Lippen.

Österreich 12.03.2010

“Fuck you”: EU-Politiker Martin rastet live im TV aus

Eklat auf ATV. Warum Hans- Peter Martin live auf Sendung “Fuck you” sagte …
Wer gerne austeilt, ist oftmals schwach im Einstecken. EU-Mandatar Hans-Peter Martin etwa, der den obersten EU-Kritiker gibt und dabei selten nobel-zurückhaltend agiert, hat offensichtlich äußerst schwache Nerven – sobald er kritisiert wird. Das mussten Mittwochabend die Zuseher live in der ATV-Sendung Am Punkt mitverfolgen. Nachdem Martin sich als Krone-Pflichtverteidiger geriert hatte, rastete er gegen Standard-Medienjournalist Harald Fidler aus. Dieser hatte die “Frechheit” besessen, Martins Krone-Anbiederung – “Die Zeitung hat von Kardinal-Schönborn-Kolumnen bis Sexinseraten eine enorme Bandbreite” – pointiert-witzig zu kontern. “Dass die Krone eine Vielfalt in ihren Sex-Anzeigen hat,” sei nicht zu leugnen, mokierte sich Fidler. Was ihm ein unglaubliches “Fuck you” von Martin live auf Sendung einbrachte. Auf der Internet-Plattform Twitter entbrannte sogleich eine Debatte über Martins “unglaubliches Verhalten”. ATV hat nun Sylvia Saringers Sendung als “Skandal zum Nachschauen” auf Twitter gestellt. Ex-LIF-Chefin Heide Schmidt und Falter-Chef Armin Thurnher, die mit Martin diskutiert hatten, wirkten übrigens peinlich berührt über Martins mangelnde Contenance.  Der EU-Mann, der gerne via Knopfloch-Kamera seine Kollegen “bespitzelt” ist so einmal selbst “Opfer” einer Kamera geworden …

Der Standard, 12.03.2010
TV-Tagebuch

“Fuck you!”

“Am Punkt”-Diskussion bei atv
Wissenschafter, untersucht Wirkungen und Nebenwirkungen der Rahmenbedingungen von
Talkrunden! Womöglich käme heraus, dass jene Club-2-Sofas (plus die seltsamen Vorhänge) einen gar zu beruhigenden Einfluss auf Teilnehmer haben und somit die Innenspannung beeinträchtigen. Keine Ahnung. In Am Punkt von ATV ist jedenfalls Leben drin. Klar, es gab viele Unterbrechungen. Ja, es plauderten die Teilnehmer bei Kniefall vor der Krone – wenn Zeitung Politik macht oft durcheinander, also Heide Schmidt (Exchefin des Liberalen Forums), Armin Thurnher (Falter), Josef Kalina (Ex-SPÖ-Geschäftsführer) und Hans-Peter Martin (EUAbgeordneter). Eine belebende Wirkung durch Rahmenbedingungen war indes zu unterstellen: das bunte Studio. Die Stehposition der Plauderanten, die ein In-sich-Versinken (gar Einnicken) verhindert. Auch die interaktiven Ansätze durch Publikumsfragen. In Summe bringt das Abwechslung, wohl auch in die Diskutantenköpfe. Schließlich aber die finale Expertenanalyse des Talks aus einem anderen Raum! Sie erweist sich als unverzichtbar erfrischend. Auch diesmal. Standard-Medienredakteur Harald Fidler deutet also die Beiträge der Diskutanten und kommt dabei auf Martin zu sprechen. Martin, findet Fidler, sei erbost ob der Parteinahme der Kronen Zeitung für Frau Rosenkranz, da er  gerne selbst vom Kleinformat als Präsidentschaftskandidat aufgestellt worden wäre. Martin? Mäßig erfreut ob dieser Deutung, bedachte er Fidler flugs mit einem herzhaften “Fuck you!”, worauf Fidler vorgab, nun die Welt zu verstehen: “Ich weiß jetzt, warum Martin beim ORF keine Kolumne bekommt!” Wo kriegt man beim ORF solch authentische Kost?

 

Der Standard” vom 26.02.2010 

Schönheit verpflichtet

“SWINGERCLUB” IM PRIVAT-TV

Ronald Pohl

In den Privatfernsehstudios herrscht Hektik: Seit ein Schweizer Gastkünstler im Bauch der Secession einen Swingerclub installiert hat, stehen heimische Erregungsleiterinnen vor einem unlösbaren Dilemma. Sie müssen die Mütchen ihrer Talkgäste kühlen – ohne doch das Feuer der Empörung, das sie künstlich schüren, auch noch auszutreten.
Befürworter und Verächter kreuzen derweil furchtlos die Klingen. Deren Verbogenheit tut nichts zur Sache. Wer Mittwochabend Talk of Town (Puls4), später Am Punkt (ATV) verfolgte, der konnte der lokalen Semiprominenz (Michael Jeannée) beim Gesichterschneiden zusehen. Kopulation im Musentempel stinkt Jeannée gewaltig. Querfeldein gevögelt werde in der Kaiserstraße, ganz generell im “Zweiten Bezirk”.
Heidemarie Unterreiner (FP) sieht das so ähnlich. Nackt ist eigentlich schön, sagt Frau Unterreiner. Hier trifft sie sich ganz unerwartet mit Theatermacher Hubert Kramar, der Sexualität schön findet, persönlich aber “saubere” Körper bevorzugt. Der eleganteste Museumsleiter der Stadt Wien (Gerald Matt) sah manchmal drein, als ob er a) etwas Schlechtes geschluckt, b) vor dem inneren Auge etwas sehr Schönes gesehen hätte. Etwa jenes “erigierte Glied”, von dem Frau Unterreiner sprach, als die Rede auf die Wiener Gruppe kam? Kramar sah in Gestalt von ATV-Moderatorin Sylvia Saringer jedenfalls “eine schöne Frau” am Werk. Schon schön, so ein Kunstskandal.
derStandard.at/TV-Tagebuch

 

Kronen Zeitung” vom 24.02.2010

Kunst oder Schweinerei?

Es ist ein schlüpfriges Thema, das Wien bewegt: Der Swingerclub in der Secession! Tagsüber spaziert man durch leere Räumlichkeiten, in der Nacht geht’s im Club “Element 6″ zur Sache. “Ist unter dem Deckmantel der Kunst alles erlaubt?” Darüber diskutieren in “Talk of Town” (19.45, PULS 4) “Krone”-Postler Michael Jeannée (“Keine Sensation, sondern eine Schweinerei!”), Swingerclub-Cefin Gabi Högler, Kunsthallen-Chef Gerald Matt und Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel – und auch ATV widmet sich bei ” Am Punkt” (22.20) diesem heißen Thema.

Kurier” vom 19.02.2010

Hobbyjuristen-Voting

VON BIRGIT BRAUNRATH

Juristen sind Experten für Rechtsfragen. Nicht-Juristen sind Experten für die eigene Meinung. Wenn man beides vermischt, also bei Nicht-Juristen deren Privatmeinung in einer Rechtsfrage einholt, begibt man sich auf dünnes Eis. Noch dünner wird das Eis, wenn es sich dabei um ein nicht abgeschlossenes Gerichtsverfahren handelt. Und es knirscht und knackst bedrohlich, wenn man das auch noch mit Mikrofon und Kamera fürs Fernsehen tut. Die ansonsten ganz gut geführte ATV-Diskussionssendung ” Am Punkt” stellte am Mittwoch die Frage: “Ist Helmut Elsner zu Recht in Haft?” – und zwar im Rahmen einer Straßenbefragung. Straßen sind keine Rechtsexperten. Ebenso wenig diejenigen, die man dort antraf. Danach wurde ein Publikumsvoting durchgeführt: “Ist der Fall Elsner ein Justizskandal?” Irgendwie klang das alles nach einer Justiz-Casting-Show mit verarmten Ex-Reichen, die unfreiwillig mitspielen: Warum ist Elsner in U-Haft? Warum Flöttl nicht? Bloggen Sie! Twittern Sie! Mailen Sie! Wen wählen wir raus? Wen rein? Hoch lebe die Meinungsfreiheit! Aber Gerichtsprozesse sind kein Fall für den basisdemokratischen Diskurs.

 

“Kurier” vom 06.02.2010

Was wurde eigentlich aus Sickl & Co?

Wolfgang Schüssel bezeichnete die Minister der ersten schwarz-blauen Regierung jüngst gar als “Giganten”. Dennoch scheinen sie teilweise in Vergessenheit geraten zu sein. Selbst Andreas Khol, mächtiger Klubchef der ÖVP in der Ära Schüssel, konnte sich in der ATV-Diskussionsrunde “Am Punkt” auf die Frage nach schwarz-blauen Ministern nur an eine Ministerin “Dorfinger” erinnern. Tatsächlich meinte er wohl Monika Forstinger, die als Infrastrukturministerin mit einem “Minirock- und Stöckelschuhverbot” im Ministerium von sich reden machte. Nach ihrem Rücktritt absolvierte sie ein Post-Graduate-Studium in Frankreich. Danach gründete sie eine Unternehmensberatung mit Sitz in Roitham (OÖ), wo sie mit ihrer Familie lebt. Forstingers Vorgänger als Infrastrukturminister, der steirische Ex-FPÖ-Chef Michael Schmid, startet derzeit ein bescheidenes politisches Comeback. Der erst blaue und dann orange Politiker kandidiert nun auf einer Bürgerliste bei der Gemeinderatswahl in seiner Heimat St. Stefan ob Stainz. Mathias Reichhold war der bereits dritte Infrastrukturminister des nur zwei Jahre währenden Kabinetts Schüssel I und nach dem Rücktritt von Susanne Riess-Passer wenige Wochen auch FPÖ-Bundesparteiobmann. Nach dem Politik-Aus fand er beim Automobilzulieferer Magna Unterschlupf. Kurz vor dem Aus von Schwarz-Blau gelang dem gelernten Bauern noch der Sprung auf einen Vorstandssessel in der Asfinag, den er bereits nach einem Jahr unter Mitnahme einer 720.000-Euro-Abfertigung wieder räumen musste. Reichhold zog sich aus der Politik auf seinen Bio-Bauernhof zurück. Einen einsamen Rekord als Kurzzeitminister stellte Justizminister Michael Krüger auf. Er legte sein Amt bereits nach 25 Tagen nieder, da er dem “enormen Druck” nicht gewachsen war. In Erinnerung bleibt er mit einem profil-Interview, in dem er seine sexuellen Erlebnisse bei einer “Miss Vienna”-Wahl zum Besten gab. Krüger kehrte in seinen erlernten Beruf als Rechtsanwalt zurück. Mit politischer Unbedarftheit war auch Sozialministerin Elisabeth Sickl vor allem aufgefallen. Sie hielt dennoch neun Monate in Wien durch bevor sie auf ihr Kärntner Schloss Albeck zurückkehrte. Das führt sie bis heute als Seminarhotel mit Restaurant und Souvenirshop. Aus der Politik hat sie sich vollkommen zurückgezogen. Ihr folgte Herbert Haupt, der bis 2005 Sozialminister blieb. Bis Ende 2009 war er Behindertenanwalt – ein Job, den er kurz vor seinem Abgang als Minister selbst geschaffen hatte.

 
 

16.12.2009

APA0759 5 II 0217 Siehe APA0695/16.12 Mi, 16.Dez 2009

FPÖ/BZÖ – Pröll: “Skurrile Situation”

Utl.: ÖVP-Obmann sieht in Entwicklungen Beispiel für “oppositionelles Chaos” – “Stunden des BZÖ sind gezählt”

Wien (APA) – ÖVP-Obmann und Finanzminister Josef Pröll hat die angekündigte Fusion von Kärntner BZÖ und FPÖ am Mittwochabend betont distanziert kommentiert. Es handle sich um eine “skurrile Situation”, sagte er in der ATV-Sendung “Am Punkt”, die sich dem Thema Kärnten, allerdings mit Schwerpunkt auf das Debakel bei der Hypo Alpe Adria, widmete. Pröll stellte die Entwicklungen im Dritten Lager als “oppositionelles Chaos” dar. “Die Stunden des BZÖ sind gezählt”, meint er zu den “merkwürdigen Entwicklungen in den letzten Stunden”. Die Tatsache, dass die ÖVP in Kärnten als Regierungspartner künftig de facto mit den Blauen koaliert, kam nicht aufs Tapet.

“Der wirtschaftsliberale Teil (des BZÖ, Anm.) ist abgesprengt”, hielt Pröll fest. “Eine Partei, die immer auf Wirtschaftskompetenz gepocht hat, hat genau das Gegenteil bewiesen.” Teile der ÖVP hatten die Bemühungen von BZÖ-Bundesobmann Josef Bucher um einen wirtschaftsliberalen Kurs ja durchaus achtsam zur Kenntnis genommen.

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache übernehme nun die “Konkursmasse”, sagte der Finanzminister in Hinblick auf die Last-Minute-Rettung für die Kärntner Hypo Alpe Adria. Die Vorgänge rund um die Hypo würden “abseits aller parteipolitischen Färbungen und Zuständigkeiten” untersucht werden, “das gilt natürlich auch für die Parteikollegen”, also die Kärntner ÖVP, bekräftigte er.

10.12.2009

“Von Bartenstein bis Berlakovich: Die Klimaposse namens Tanktourismus”
www.andreaslindinger.at

3.12.2009
“BZÖ/FPÖ + Diskussion + Minarettverbot = eine Farce”
digom.wordpress.com

“tvmedia” Nr. 51/09 vom 09.12.2009

Von: Martin Wurnitsch

Alexander Millecker: “Information darf bei uns auch unterhalten”

Im Talk. Er steckt hinter den jüngsten Erfolgen der ATV-Information. Wir baten Alexander Millecker vor den Vorhang.

“Meine Wahl“, die Elefantenrunde auf ATV im Nationalratswahlkampf 2008, „war der Knackpunkt“, sagt Alexander Millecker. Seitdem (Quote: 331.000 Seher) werde dem heimischen Privatsender vom Publikum auch Infokompetenz zugestanden. Mittlerweile hat ATV mit seinem 12-köpfigen (!) Redaktionsteam neue – durchwegs erfolgreiche – Info-Formate auf den Weg gebracht: Am Punkt etwa, die Diskussionssendung mit Sylvia Saringer, kommt im Schnitt auf 91.000 Seher. Die täglichen News ATV aktuell zählen durchschnittlich 100.000 Seher.

Auf Montag dieser Woche darf man wieder gespannt sein: Dann geht ein neues Dokument on air, für das die Regierungsspitze Faymann/Pröll 24 Stunden mit Kameras begleitet wurde. – Was aber steckt hinter dem jüngsten Erfolgslauf der ATV-Information? Seherfrust über langatmige ORF-Nachrichten? Wir fragten bei Alexander Millecker nach, seit Juni 2008 ATV-Info-Chef und ehedem Pressesprecher der Grünen im NÖ-Landtag.

TV*Media: Sie kommen ursprünglich aus der Politik. Sind Sie geläutert vom Politbetrieb?

Millecker: Das Kapitel ist abgeschlossen. Als junger Mensch hat man oft naive Vorstellungen. Aber auch Politiker kochen nur mit Wasser.

TV*Media: Was war der Knackpunkt beim aktuellen Erfolg der ATV-Infoschiene?

Millecker: Ab Meine Wahl, der großen Diskussionssendung zur Nationalratswahl 2008, war intern klar: Da tut sich was. Information kann auch den Quotenerfolg des Senders pushen. – Wir liegen mit allen unseren Formaten über Senderschnitt.

TV*Media: Wo sehen Sie Schwächen des ORF, die Sie noch „ausnutzen“ könnten?

Millecker: Prinzipiell: Wir können viel unabhängiger agieren als die Kollegen beim ORF. Die stehen unter einem anderen politischen Druck. Das macht uns flexibler. Und: Information darf bei uns auch unterhalten. Der ORF tut sich hier schwer.

TV*Media: Was ist Ihr Erfolgsrezept etwa bei Am Punkt?

Millecker: Wir haben festgefahrene Diskussionsrituale – wie man sie aus dem ORF kennt – aufgebrochen. Wir vermeiden die immer selben Phrasen von den immer selben Gästen.

TV*Media: Ihre Pläne fürs kommende Jahr?

Millecker: Es wird ein Wahljahr – vom Bundespräsidenten bis zu den Wiener Landtagswahlen. Und ich kann versprechen: Wir werden uns wieder einiges einfallen lassen. – Ganz wichtig für uns: Wir wollen Redaktionen in den Bundesländern einrichten – ohne dass wir gleich ganze Landesstudios bauen (lacht).

“TV Woche” vom 04.12.2009

Plus Minus

Das Beste des Fernsehjahres 2009: Dauerbrenner, Überraschungen und Premierenhits. Schnell ermittelt (ORF): Schnell vermittelten Ursula Strauss und ihre Serien-Kollegen den Eindruck, dass ohne diesen Krimi viele nicht mehr ins Bett wollten.

Universum (ORF): Das Quotenbollwerk unterstrich mit Filmen wie „Great Rift”, „Linz lebt” oder „Wiener Gstettn”, dass Österreichs Naturfilmer auf höchstem Niveau arbeiten. Das Supertalent (RTL): Bohlen hui, Bohlen pfui? Faktum ist: Bohlen ist der Mr. Magneto von RTL, die Castingshow zog und zieht das Publikum an.

Ein halbes Leben (ORF): Regisseur Nikolaus Leytner bewies mit seinem Drama, dass auch TV-Filme mit Anspruch Zuspruch finden.

Am Punkt (ATV): Sylvia Saringer lasst mit der interaktiv ausgerichteten Diskussionssendung die ORF – Konkurrenz alt aussehen.

Donnerstag Nacht (ORF): Mit „Wir sind Kaiser und „Willkommen Österreich” gehen Hunderttausende hebend gern in Lach-Haft.

ORF-Sport:Der Nacht-Slalom in Schladming wurde mit einem Höchstmaß an Perfektion in die Wohnzimmer geliefert.
[...]

Die Flops des Fernsehjahres 2009: Rohrkrepierer, Quotengift und Fehlentscheidungen.

Mission Hollywood (RTL): Til Schweiger als Präsentator einer der dümmlichsten Shows aller Zeiten. Abgesetzt.

Promi-Singles (SAT1): Die Mutter aller „Flops 2009‘ wurde nach drei Folgen abgesetzt, Desiree Nick muss sich anderswo einen Lover suchen. Giulia in Love (Pro 7): Vom Dschungel in die Traufe – Giulia Siegel entpuppte sich als hochdosierte Quotengift-Schlange.

Kommissar Rex (ORF): Das nach Rom ausgewanderte Hunden gab sein Comeback und brav die Pfote, was es nicht gab, war Quote.

Johannes B. Kerner: Bei seinem Wechsel vom ZDF zu SAT.1 vergaß er die Zuseher mitzunehmen. Seine Show floppte. Vorerst.

Der Mentalist (ORF): Der Uri Geller für Arme bereicherte die Flop-Liste des ORF.

Der Seewolf (ORF): Zerquetscht wie ein rohen Erdapfel lauter Schrei, leises Echo. Tschuschenpower (ORF): Was war das noch mal?!

Eine für alle (ARD): Eine wie keine – nach 100 Folgen wurde die Daily Soap eingestellt.

Die Lugners (ATV): Ein Baumeister verliert sich in seiner Sucht nach Öffentlichkeit und gibt sich mitsamt Frau Bambi der Lächerlichkeit preis.

Lasko (ORF): „Alarm für Cobna 11″ in der Mönchskutte. Die Faust Gottes möge kein Erbarmen zeigen.

ORF-Sport: Die Champions League brachte tolle Spiele, aber selten tolle Quoten, während SAT. 1, Puls 4 und Sky mit der Europa League einen Volltreffer landen konnten,

Millionenshow (ORF): Am Freitag erlagen Assinger und seine Ratefüchse dem Quotenjagd-Fieber des ORF.

“Kurier” vom 02.12.2009

Von: Christoph Silber

Programmpräsentation

Wo der Dominic den Dominic ersetzt

Mit einem “Best of Heinzl” startet ATV ins Jahr 2010. Dann gibt es aber Frischware – vom Film bis zu den Doku-Soaps.

Besser als ,das Beste aus 10 Jahre Heinzl kann Heinzl beim ORF auch nicht sein”, meinte ATV-Geschäftsführer Ludwig Bauer Montagabend bei der Präsentation des Programms für 2010. Deshalb ersetzt bei ATV ab Jänner ein “Best of Heinzl” den zum ORF abgewanderten Dominic Heinzl. Warum das? Aus “reiner Gehässigkeit”, räumte ATV-Eigner Herbert Kloiber ein. Das kann also heiter werden. Nach einem Monat ist der Spaß dann vorbei und es startet das Promi- und Service-Magazin “ATV Life”. Mit neuen Gesichtern: Außenreporter Andreas Moravec und Moderatorin Kerstin Ruhri. Sie wechselt sich mit ATV-Sportler Volker Piesczek ab. Letzterer ist auch für “Die Erfolgsstory” über erfolgreiche Auslandsösterreicher im Einsatz – “unsere Version der Auswanderer-Soaps”, schmunzelte Bauer. ATV hatte ein erfolgreiches Jahr. Höhepunkt war der 4. 11., als “Bauer sucht Frau” die ORF-Sendungen hinter sich ließ. Logisch, dass es eine neue, siebte Staffel, geben wird – mit Publikumsliebling Fritz.

Doku-Soaps

Wieder dabei ist auch Sasha Walleczek. In “Österreich isst besser!” specken Promis – von Dancing Star Marika Lichter bis “Mr. Wunderbar” Harald Serafin – ab und bekochen einander. Dazu gibt es Reportage-Reihen über Bergrettung bzw. Bundesheer sowie Richard Lugner. Stolz ist man bei ATV, weil man mit Kultur (“Highlights”) beim Image und mit Information beim Publikum punktet. Sylvia Saringers “Am Punkt” (21.50) – heute mit Minarettdebatte – hatte schon mehr Seher als der “Club 2″ (23.00). Das Rückgrat von ATV bilden Filme und Serien: 2010 gibt es die Free-TV-Premieren von “Iron Man” (Robert Downey jr.) und “Glück im Spiel” (Eric Bana) sowie “Harry Potter” (1-4). Gut möglich, dass auch die letzten “Potter” und “Twilight” bei ATV zu sehen sein werden. Filmhändler Kloiber ist bereit, zugunsten von ATV die Geschäftsbeziehungen zum ORF zurückzufahren.

“Der Standard” vom 02.12.2009

ATV verabschiedet Heinzl: “Reine Gehässigkeit”

Doris Priesching

Wien – “Aus eins mach zwei” spielt ATV nach dem Abgang von Dominic Heinzl: Ab Februar ersetzen Volker Piesczek und Kerstin Ruhri die Gesellschaftsrubrik Hi Society . In Life präsentieren sie täglich live eine Mischung aus Service und Boulevard. Als Redaktionsleiter holte Programmchef Martin Gastinger den früheren Bild -Journalisten Karl Wendl.

2010 feiert ATV den zehnten Sendergeburtstag. Zuletzt verzeichnete Österreichs erstes Privatfernsehen rasante Steigerungsraten. Beim Publikum ab zwölf legte ATV von 3,0 auf 3,6 Prozent zu, in der Werbezielgruppe von 4,1 auf 5,0 Prozent, bei den jungen von 4,0 auf 4,7 Prozent. “Wenn wir so weitermachen, werden wir bald Freude mit ATV haben”, sagte ATV-Eigentümer Herbert Kloiber im Wiener Haas-Haus.

Frust bereitet den ATV-Managern indes die Bundesregierung und deren Zusage, dem ORF 160 Mio. Euro aus Gebührengeldern zu refundieren: Als “nur noch traurig” wertet ATV-Chef Ludwig Bauer den Fernsehmarkt in Österreich. Kloiber rächt sich auf seine Weise und will künftig bei Erstausstrahlungen von Blockbustern wie etwa Twilight und den Teilen sechs und sieben von Harry Potter automatisch ATV und nicht mehr dem womöglich besser bietenden ORF den Zuschlag geben. Jährlich fünf Mio. Euro winken kommerziellen Stationen, gehofft hatte die Branche auf 20 bis 40 Mio. Euro.

Beim Programm überwiegt die gängige Mischung aus Provinz und Boulevard: Bauer sucht Frau ist im siebenten Aufguss auch 2010 vorgesehen. Sasha Walleczek schlankt mit den Promis Marika Lichter, Harald Serafin, Wilfried, Franz Wohlfahrt, Christoph Fälbl, Gernot Pachernigg, Rosalinde Haller und Martin Weinek ab. Kathrin Lampe kümmert sich auch 2010 um Hund und Katz!.

Helnwein-Porträt

Zu sehen sind weiters Jugendliche beim Feiern, Männer auf Frauensuche in Osteuropa und Schönheitschirurgen in ihrem Privatleben und bei ihren alltäglichen Menschenschnitzereien. Life -Moderator Piesczek trifft überdies erfolgeriche Auslandsösterreicher wie Maler Gottfried Helnwein und den Filmproduzenten Harald Kloser. Reportageteams begleiteten Bergretter und Bundesheer.

Nachrichten moderiert neu Jenny Laimer. Erna Cuesta und Franz Zoglauer präsentieren auch 2010 sonntags kulturelle Highlights . Sylvia Saringers Talkrunde Am Punkt bleibt ebenfalls im Programm.

Serienfreunde freuen sich auf Science-Fiction in Stargate Universe! . Spannung versprechen die Inselabenteuer von Crusoe und die kanadische Mysteryserie Sanctuary. Späße einer frisch geschiedenen Alleinerzieherin bringt The New Adventures of Old Christine .

Aus “reiner Gehässigkeit” (Kloiber) verabschiedet ATV Dominic Heinzl im Jänner mit einem Monat Best of Hi Society . Als Titel im ORF nennt Christian W. Muchas Extradienst fix Chili, den Namen von Heinzls Produktionsfirma. Der ORF bestätigt nicht: Chili sei “einer der Titel, die wir markenrechtlich prüfen lassen”, informiert ein Sprecher. Heinzl testet Beiträge im Studio. Wie berichtet baute ihm der ORF in der Argentinierstraße neue Räume und zog sich den Unmut von ORF-Journalisten zu. Der Produktionsprozess dürfte nicht reibungslos verlaufen. Mitarbeiter im engeren Umfeld berichten von einem ” entnervten” Moderator. Fix scheint, dass die Hi-Society- Kolumnisten Michael Jeannée (Kronen Zeitung), Christian W. Mucha (Extradienst) und Rudolf John (Kurier) weiter zuliefern.

“tvmedia” Nr. 50/09 vom 02.12.2009

Von: Martin Wurnitsch

Heinzls Nachfolger

Was ATV 2010 on air bringt!
Vorschau. Statt Dominic Heinzl kommt das neue Boulevardmagazin, ATV Life‘. Plus: Mit welchen Soaps und Reportagen der ATV-Höhenflug weitergehen soll.

Das zu Ende gehende Jahr war das mit Abstand erfolgreichste des heimischen Privatsenders ATV. Bei den Marktanteilen liegt man rund 20 Prozent über dem Vorjahr (3,6 % Quote bei Sehern ab 12 Jahren), in der für die Werbewirtschaft wichtigen Zielgruppe der 12- bis 49-jährigen Österreicher hält ATV sogar 5 %. Eine Marke, auf die der Sender seit Jahren hingearbeitet hatte. Dabei wollte vor zwei Jahren, beim Amtsantritt von ATV-Vorstand Ludwig Bauer, kaum jemand auf den Fortbestand des Senders – annähernd 100 % gehören dem Medienunternehmer Herbert Kloiber – wetten …

Das programmliche Erfolgsrezept ist derzeit ebenso einfach wie überzeugend: Als einziger TV-Kanal bietet ATV Dokusoaps und fetzige Reportagen mit heimischen Protagonisten – sei es mit Promis (Die Lugners) oder ohne (Teenager werden Mütter). – Mit der Kuppelshow Bauer sucht Frau konnte ATV jüngst sogar einen Quotenrekord im österreichischen Privat-TV erzielen: 443.000 Seher verfolgten die Sendung am 4. November!

Immer stärkeres Standbein des Senders – und langsam eine ernste Konkurrenz für den ORF: die Infoschiene, die mit der Nachrichtensendung ATV Aktuell oder der mittwöchigen Diskussionssendung Am Punkt längst mehr als 100.000 Seher erreicht.

Was bringt 2010? Freilich die zentrale Frage fürs kommende Jahr: Wie verkraftet man den Abgang von Dominic Heinzl (er startet am 11. 1. mit seiner neuen Sendung im ORF)? Sein Society-Magazin (täglich um 19.45 Uhr) ist mit regelmäßig über 200.000 Sehern noch der Publikumsmagnet bei ATV und deshalb mitentscheidend fürs nachfolgende Hauptabendprogramm …

Die Antwort der ATV-Macher: das neue Boulevardmagazin ATV Life, das erstmals am 1. Februar on air gehen und abwechselnd von Kerstin Ruhri und Volker Piesczek moderiert werden wird. Als Außenmoderator wird zudem Andreas Moravec im Einsatz sein. Die Themen des klassischen Infotainment-Formats: der Aufreger des Tages, dazu Service, Lifestyle und Promis. Eine echte Überraschung ist das Moderatorenteam: Während Volker Piesczek ATV-Sehern längst vertraut ist, erhalten die Steirerin Kerstin Ruhri, 30, und Andreas Moravec, 27, ihre erste Chance auf der ganz großen TV-Bühne. Plus: Mit dem Ex-NEWS-Reporter Karl Wendl hat ATV einen echten Profi für die Leitung des Magazins engagiert …

Noch mehr Soaps. Und abseits des täglich gesendeten Boulevardmagazins? Soaps, Soaps und wieder Soaps! – ATV bleibt seinem Erfolgsrezept ganz klar treu. Die neuen Sendungen im Überblick:

Schon ab 11. 1. (immer montags) startet ein Spin-off von Sasha Walleczeks Coaching-TV Österreich isst besser! – diesmal mit prominenten Abspeckkandidaten wie Marika Lichter.

Immer dienstags laufen ab 12. 1. die zwei Soaps Das Geschäft mit der Liebe bzw. Saturday Night Fever. In Ersterer begleitet ATV drei Herren auf ihrer Brautschau in Osteuropa, in Letzterer werden die Exzesse von Österreichs Jugend – vornehmlich in Landdiscos – aufs Korn genommen.

Ab Anfang Februar dann wieder zwei neue Formate: die Soap über Schönheits-OPs mit „Starchirurg“ Arthur Worseg. Plus: Volker Piesczeks Reportagen über Auslandsösterreicher (Die Erfolgsstory).

Neue und mehrteilige Reportagen widmen sich u. a. der Bergrettung und dem Bundesheer.
Und zur Beruhigung der Fans: Alle Erfolgssoaps – Von Bauer sucht Frau über Die Lugners bis zu den Teenager-Müttern – gehen mit neuen Folgen auf Sendung.

“Kronen Zeitung” vom 02.12.2009

Ressort: Fernsehen

von Susanne Heinrich

Die-Höhepunkte 2010 Die “ATV Life”-Moderatoren Volker Piesczek, Kerstin Ruhri und Andi Moravec ATV “Bauer sucht Frau” (heute 20.15 Uhr), “Mission Bundesheer” & “Die Erfolgsstory”: Für Folge 1 trifft Piesczek den Maler Helnwein “Die Lugners”, das neue ATV-Nachrichten-Gesicht Jenny Laimer, “Die Bergrettung” & Alltag von Schönheitschirurgen (Bild Arthur Worseg). Zum zehnjährigen Jubiläum: Bewährtes und neue Formate “Diese ersten zehn Jahre ATV waren für mich wie ein Traum. Und nie zuvor war ich glücklicher als heute Abend.” ATV-Eigentümer Herbert Kloiber strahlte anlässlich der Präsentation der Programmvorhaben für 2010, und mit ihm sein Team, allen voran ATV-Geschäftsführer Ludwig Bauer. Eine Marktanteil-Steigerungsrate von durchschnittlich 20% lässt die ATV-Herzen höher schlagen. “Deshalb”, so Bauer, “wird auch 2010 dieser wunderbare Mix aus Eigenproduktionen, Serien und Blockbuster fortgesetzt.” Erfolgsformate wie “Die Lugners”, “Österreich isst besser” (mit Promis, die abspecken wollen), Katrin Lampes “Hund & Katz!” und natürlich das beste Pferd im Stall – “Bauer sucht Frau” – sind auch weiterhin im Spielplan zu finden. Dazu jede Menge Neues. Allen voran das Infotainmentmagazin “ATV Life”, das täglich ab 19.45 Uhr 30 Minuten über die heißesten Themen des Tages berichten soll. Moderieren wird diese Sendung über “die schönen Seiten des Lebens” (Chefredakteur Karl Wendl) Volker Piesczek alternierend mit der 30-jährigen Steirerin Kerstin Ruhri. “KRONEHIT”-Redakteur Andreas Moravec ist als Außenmoderator im Einsatz. Start ist am 1. Februar. Im Jänner gibt es auf diesem Sendeplatz ein “Best of Heinzls Hi Society”. Der Direktvergleich zu Heinzl auf ORF 1 bietet sich da an! “Die Eigenproduktionen sind der wichtigste Pfeiler jedes Fernsehsenders”, so Ludwig Bauer. Und ATV hat dazu einiges zu bieten: Die Formate berichten wie Österreichs Jugend feiert (“Saturday Night Fever” ab 12. 1.), schildern den Alltag dreier Schönheitschirurgen (“Ein Leben für die Schönheit”, ab 10. 2.), gehen mit den Soldaten ans Limit (“Mission Bundesheer”, ab 8. 3.) und beobachten “Die Bergrettung” (ab 8. 3.). Volker Piesczek besucht außerdem in “Die Erfolgsstory” ab 10. 2. erfolgreiche Auslandsösterreicher. Auch bei den Hollywoodfilmen hat ATV dank seines Eigentümers die Nase vorn. Kloiber, Besitzer der Tele München Gruppe, lässt natürlich Film-Premieren wie jene von “Harry Potter” seinem Sender zukommen. Sein nächster Trumpf: “Twilight”. Hervorragend etabliert hat sich auch Sylvia Saringers Live-Diskussionssendung “Am Punkt”. “Wir hatten schon zweimal mehr Zuseher als der ,Club 2, so Bauer. Ein neues Gesicht gibt es bei den ATV-Nachrichten: Jenny Laimer ist ab Freitag im Einsatz.

“Österreich” vom 20.11.2009

Von: BARBARA HAAS

Hundegesetz schärft den Geist

Pudels Kern. In der ATV-Diskussion “Am Punkt” waren durchschnittlich 114.000 Seher live dabei, teilweise bis zu 170. 000. Das Thema: Brauchen wir ein Kampfhundeverbot? Anlass: Zwei tragische Vorfälle mit Kindern, von denen einer tödlich endete. In NÖ wurde genau deshalb gestern ein Hundegesetz mit sieben Rassen beschlossen, die in Zukunft mehr Geld kosten und stärker überwacht werden. In der TV-Diskussion kam heraus, dass diese Rassenlösung keine zufriedenstellende ist. Was sie und die ganze Debatte der letzten Wochen aber bewirkt hat: Die Menschen sind wachsam und sensibel geworden. Vielleicht ist ja genau das des Pudels Kern.

“tvmedia” Nr. 48/09 vom 18.11.2009

Von: David Schoof

Austro-Talks im Test: Wie gut sind ‚Club 2‘, ‚Am Punkt‘ & Co?

Analyse. Während die ORF-Diskussionsformate Reformbedarf haben, können ATV und PULS 4 mit ihren Talksendungen überraschen. Der Check.

Kaum etwas ist so spannend wie eine farbige Diskussion. Doch wie sieht es mit der Qualität der heimischen Fernsehtalks aus? TV-MEDIA hat genauer hingeschaut.

‚Am Punkt‘ schlägt ‚Club 2‘. Erstaunlich: Der ATV-Newcomer Am Punkt (Mi., 21.50 Uhr) legte einen tollen Start hin. So erzielte der Talk mit Sylvia Saringer, der seit 16. September auf Sendung geht, zuletzt mit 130.000 Sehern erstmals ein größeres Publikum als der Club 2 (Mi., 23.00 Uhr, in ORF 2), der vergangene Woche nur 123.000 Seher holte. Die Gründe für den ATV-Erfolg: Die Themen sind brisant und aktuell, die Gäste kontrovers, die Umsetzung ist lebendig. Beim Club 2 regiert dagegen oft gepflegte Langeweile im altbackenen Ambiente. Beispiel Studentendemos: Am Punkt behandelte die Uniproteste bereits am 4. November, hatte sogar eine Liveaußenstelle im Wiener Audimax. Der Club 2 widmete sich dem Bildungsaufreger erst eine Woche später und hatte zwar mehrere Studenten, aber keinen Politiker im Studio.

Reformen. „Unsere politische Diskussionssendung ist eindeutig Im Zentrum, der Club 2 – die intellektuelle Sendung, die in die Tiefe geht – diskutiert gesellschaftspolitische Themen“, begründet Robert Stoppacher, neuer Chef der ORF-Talks. Aber: „Ich habe konkrete Vorstellungen, die ich mit meinem Team gemeinsam umsetzen möchte.“ Und die auch Im Zentrum betreffen werden. Die Sonntags-Runde kann zwar mit thematischer Brisanz und Politprominenz aufwarten, mutiert aber bisweilen zum phrasenhaften Funktionärs-TV.

Überraschend gut hält sich der werktägliche Talk of Town bei PULS 4 (19.45 Uhr). Hohe Aktualität, witzige Diskutanten (letzte Woche u. a. Journalist Dieter Chmelar kontra FPÖ-Scharfmacher Martin Graf) und Manuela Raidl als patente Moderatorin – dieser Mix kratzt schon mal an der 40.000-Seher-Marke.

Club 2
- Themen: 2 | Alles in allem ein breiter Mix, hinkt der Aktualität aber leider nicht selten hinterher.
- Dramaturgie: 3 | Nach Gästevorstellung wird ohne redaktionelle Einschübe getalkt. Abwechslung fehlt.
- Gäste: 3 | Zu wenig kontrovers, dadurch macht sich leider sehr oft gepflegte Langeweile breit.
- Moderatoren: 3 |Bisweilen unvorbereitet: Nagiller kann die Namen der Gäste nicht richtig aussprechen!
- Studio: 4 | Sitzgruppe und rote Vorhänge wirken drückend, vermitteln eine träge Atmosphäre.
- Quote (seit 16. 9.): 109.000 Seher

AM PUNKT
- Themen: 1 |Politik, Chronik, Aufreger – und das aktuell. So lockt man die Seher vors TV-Gerät.
- Dramaturgie: 1 | Zeitgemäß und flott: Einspielfilme, Grafiken und Seherreaktionen lockern den Talk auf.
- Gäste: 2 | Je zwei Gäste mit gegensätzlichen Meinungen zum Thema sorgen für Schlagabtäusche.
- Moderatoren: 2 | Sylvia Saringer macht als Anchorwoman einen souveränen Job. Manchmal streng.
- Studio: 2 | Nicht schön, aber zweckmäßig. Durch rundes Stehpult ist die Stimmung lebendiger.
- Quote (seit 16. 9.): 84.000 Seher

TV-Media-Check
“tvmedia” Nr. 47/09 vom 11.11.2009

ATV contra ORF

‘Am Punkt’ so gut wie ‚Club 2‘!

Quoten-Duell. Seit 16. 9. wird die ATV-Diskussionsreihe Am Punkt ausgestrahlt – und sie hat sich gut etabliert. Vergangenen Mittwoch erreichte die Sendung Studentenaufstand gegen Bildungsnotstand 99.000 Seher – exakt so viele wie der Club 2 im ORF am gleichen Tag. Fix: Neuer Chef der ORF-Diskussionsformate ist Robert Stoppacher.

“Kurier” vom 06.11.2009

Ungewohnt uneitel

VON BIRGIT BRAUNRATH

Ein neues Wort wurde geboren, um die Audimax-Besetzer möglichst lächerlich zu reden: die “Twitteria”. Tatsache ist, dass die sogenannte “Twitteria” dem politischen Establishment derzeit einiges an demokratischer Reife vorexerziert: Da werden nicht Egos poliert, sondern Ansprechpersonen nominiert. Diese sind – ob in der ZiB 2 oder am “Runden Tisch” – stets gut vorbereitet, sachlich, und ungewohnt uneitel. Die ATV-Diskussionssendung “Am Punkt” ging Mittwochabend andersherum zur Sache: Statt eine/n Vertreter/in aus dem Audimax ins Studio einzuladen, lud man sich selbst ins Audimax ein und ließ per Liveschaltung mehrere Studierende zu Wort kommen. Die daraus resultierende Kombination aus klassischer Livedebatte, Außenschaltung, eMail- und Twitterbeteiligung sowie Live-Umfrage mit anschließender Analyse geriet zum Spannendsten und gleichzeitig Unterhaltsamsten, was das Fernsehen am Vorabend der Studentendemos zu bieten hatte. Unabhängig vom Ergebnis der Audimax-Besetzung ist klar: Die teilweise arrogant belächelte “Twitteria” hat Information und Kommunikation in eine neue Dimension gepusht.

“Der Standard” vom 06.11.2009

Bildung und ihre Vermittlung

Uni-debatte auf atv

Alois Pumhösel

Mittwochabend wurde die Debatte um Österreichs Universitäten weit aus dem Elfenbeinturm hinausgetragen. Der Bildungssender ATV widmete das Diskussionsformat Am Punkt den protestierenden Studierenden und ihren Widersachern im Wissenschaftsministerium.

Unter dem strengen Blick von Moderatorin Sylvia Saringer, die neben ÖH-Chefin Sigrid Maurer und VP-Wissenschaftssprecherin Beatrix Karl (Minister Hahn folgte der Einladung nicht), Protestgegner Thomas Fussenegger (Aktionsgemeinschaft Jus) und Befürworter Robert Menasse lud, hätte ein bisschen Volksaufklärung betrieben werden können. ATV muss man eine gewisse Pragmatik anrechnen: Weil die führungslose Protestbewegung keine Gesandten schickt, wurde ein Außendienstmitarbeiter in Anzug und Krawatte ins Audimax abgestellt. Jener, Martin Thür, qualifizerte sich zwar nicht als Licht der Interviewkunst, brachte aber immerhin die Besetzer selbst ins Spiel.

Die Debatte gewann zwar dank Menasse gegen Ende an Tiefe, die Forderungen der Studierenden – mehr Geld und Bildung statt Ausbildung – wurden aber nicht sehr gut erläutert. Beatrix Karl ging dagegen auf die Boulevardzielgruppe ein – in besonders abscheulicher Weise: In eloquenter 08/15-Politsprache rechnete sie vor, dass mit den letzten Unibudgetaufstockungen von 68 Millionen Euro 32.000 Arbeitslose ein Monat lang Unterstützung erhalten könnten. Menasse sprach zwar sogleich von Hetze; Maurer warf ihr diverse Milliardenbeträge an den Kopf, die die Regierung für Banken, Eurofighter und Schrottprämie ausgibt. Trotzdem und trotz aller Aufmerksamkeit: Die Bewohner des Elfenbeinturms haben weiterhin ein Vermittlungsproblem. Zu sehen unter http://www.atv.at

derStandard.at/TV-Tagebuch

“Heute” Nr. 1295/09 vom 05.11.2009

Hitzige Debatten bei “Am Punkt”

ATV-Diskussion live aus besetztem Hörsaal

“Bildung oder Ausbildung?” war die zentrale Frage Mittwochabend. Neben Schriftsteller Robert Menasse und VP-Wissenschaftssprecherin Beatrix Karl im Studio debattierten Studenten im Audimax.
“Kleine Zeitung” vom 02.12.2009

Ressort: TV+MED

Von: LH Kärnten

Doku-Soaps und Hollywood: So will ATV in die Gewinnzone Am 17. Jänner sind es 10 Jahre, dass ATV landesweit ausstrahlt. Eine erste Bilanz kann sich sehen lassen.
WIEN. ATV-Besitzer Herbert Kloiber kam Montag gut gelaunt zur Programmpräsentation – er ist als Produzent zu 50 Prozent am Kinohit “New Moon” beteiligt. Über ATV freut er sich sowieso: Man habe sich in allen Zielgruppen um 20 Prozent gesteigert, “und wir werden uns ganz sicher in die Gewinnzone raufarbeiten.” Bisher hat ATV wenigstens an Profil gewonnen: “Früher riefen nicht einmal die Pressesprecher der Minister bei uns an, heute fragen ihre Chefs selbst an, ob sie bei Sylvia Saringer was sagen dürfen.” Dominic Heinzls Wechsel zum ORF will man mit dem neuen Format “ATV Life” wettmachen (wir berichteten), die Redaktionsleitung übernimmt der Kärntner Journalist Karl Wendl. Bis zum Start am 1. Februar werden Wiederholungen von Heinzls “Hi Society” gesendet: “Reine Gehässigkeit”, witzelt Kloiber. Nebst Soaps über Bundesheer und Bergrettung wird es auch eine über Schönheitschirurgen geben: “Ein Leben für die Schönheit”. Und ein Spielfilmpaket, gekauft bei Warner, soll ATV auch abseits der Doku-Formate gegenüber dem ORF konkurrenzfähig machen.

“Wiener Zeitung” Nr. 234 vom 02.12.2009
Ressort: Programm

Von Ina Weber

ATV feiert im Jänner zehnjährigen Geburtstag und präsentiert das
Programm 2010

“Zehn Jahre sind verflogen”

Wien. Heinzl gegen Heinzl, heißt es ab Jänner auf ORF und ATV. Der öffentlich-rechtliche Sender und der Privatsender liefern sich ein Quotenmatch, nachdem ATV-Steckenpferd Dominic Heinzl nach zehn Jahren nun zum ORF gewechselt ist. Er wird das neue Societyformat im ORF-Vorabendprogramm moderieren und ATV präsentiert zum zehnjährigen Jubiläum des Senders im Jänner ein “Best of Dominic Heinzl”. Und das alles “aus reiner Gehässigkeit” wie es ATV-Eigentümer Herbert Kloiber am Dienstag bei der Präsentation des Programms für das Jahr 2010 ausdrückte.

Die Nachfolge von Dominic Heinzl wird Volker Piesczek antreten. Er wird abwechselnd mit Newcomerin Kerstin Ruhri und Außenreporter Andreas Moravec das neue Format “ATV Life” präsentieren. “ATV Life wird kein Society- sondern vielmehr ein Info- und Servicemagazin sein”, erklärt Programmchef Martin Gastinger gegenüber der “Wiener Zeitung”. Fünf Geschichten, die “heißesten Themen des Tages” werden täglich um 19.45 Uhr live ausgestrahlt werden. Verantwortlich für die Sendung ist der ehemalige “News”-Journalist Karl Wendl, der ab 2007 als Autor und Kolumnist bei der Tageszeitung “Bild” und dem Onlineportal Bild.de in Berlin tätig war. Seinen neuen Job sieht er als Herausforderung. “Es wird ein Magazin sein, das man so noch nicht gesehen hat”, sagt Wendl.

Eigenproduktionen und neue Gesichter im ATV-Programm

Altbewährtes und Neues in Eigenproduktion prägen weiterhin das Programm von ATV. Es werden vor allem Entertainmentformate und Doku-Soaps gezeigt werden. So wird Ernährungsexpertin Sasha Walleczek sich ab Jänner Prominenten widmen, die ihren Winterspeck loswerden wollen. Teilnehmen werden unter anderen Marika Lichter, Christoph Fälbl und Harald Serafin.

Ebenfalls im Jänner startet “Das Geschäft mit der Liebe”, bei dem über acht Folgen hinweg unfreiwillig alleinstehende Österreicher ihr Liebesglück im Osten suchen. Schönheitschirurg Arthur Worseg kommt wieder auf den Bildschirm. ATV begleitet ab Februar prominente Schönheitschirurgen in ihrem Alltag in “Ein Leben für die Schönheit”.

Piesczek wird neben dem Boulevardmagazin auch die neue Sendung “Die Erfolgsstory” moderieren, in der er erfolgreiche Auslandsösterreicher in ihrer Wahlheimat besuchen wird. Eine neue Doku-Soap heißt “Saturday Night Fever – so feiert Österreichs Jugend”. In neuen Doku-Reihen widmet sich der Sender außerdem der österreichischen Bergrettung und dem Bundesheer.

Weiterhin zu sehen ist selbstverständlich Quotenrenner “Bauer sucht Frau”, “Die Lugners”, “Teenager werden Mütter” und “Hund & Katz” mit Kathrin Lampe.

Mit Jenny Laimer bekommen die ATV-Nachrichten künftig ein neues Gesicht. Sie wird abwechselnd mit Meinrad Knapp und Sylvia Saringer moderieren. Am 14. Dezember steht das neue “Dokument” zum Thema “Ein Jahr Regierung” mit dem Titel “Koalition Backstage – so regieren Faymann und Pröll” am Plan. Dank Filmhändler Kloiber hat ATV auch einige Free-TV-Premieren, so etwa “Iron Man” und “Glück im Spiel”.

Mit der Performance des Privatsenders zeigte sich Kloiber sehr zufrieden. Die Marktanteile liegen heuer in der Zielgruppe 12 plus bei 3,6 Prozent und damit 20 Prozent über dem Vorjahr. Über das Jubiläum – am 17. Jänner 2000 ging ATV erstmals auf Sendung – sagte Kloiber: “Die zehn Jahre sind verflogen, und ich war nie glücklicher als heute”. In Anspielung auf Senderchef Ludwig Bauer meinte er: “Seit ein Bayer hier regiert, ist alles im Lot – auch wenn das Umfeld in Österreich nach wie vor schwierig ist”.

“Kronen Zeitung” vom 02.12.2009
Ressort: Fernsehen

Susanne Heinrich

Die-Höhepunkte 2010

Die “ATV Life”-Moderatoren Volker Piesczek, Kerstin Ruhri und Andi Moravec ATV

Bewährtes und neue Formate

“Diese ersten zehn Jahre ATV waren für mich wie ein Traum. Und nie zuvor war ich glücklicher als heute Abend.” ATV-Eigentümer Herbert Kloiber strahlte anlässlich der Präsentation der Programmvorhaben für 2010, und mit ihm sein Team, allen voran ATV-Geschäftsführer Ludwig Bauer. Eine Marktanteil-Steigerungsrate von durchschnittlich 20% lässt die ATV-Herzen höher schlagen. “Deshalb”, so Bauer, “wird auch 2010 dieser wunderbare Mix aus Eigenproduktionen, Serien und Blockbuster fortgesetzt.” Erfolgsformate wie “Die Lugners”, “Österreich isst besser” (mit Promis, die abspecken wollen), Katrin Lampes “Hund & Katz!” und natürlich das beste Pferd im Stall – “Bauer sucht Frau” – sind auch weiterhin im Spielplan zu finden. Dazu jede Menge Neues. Allen voran das Infotainmentmagazin “ATV Life”, das täglich ab 19.45 Uhr 30 Minuten über die heißesten Themen des Tages berichten soll. Moderieren wird diese Sendung über “die schönen Seiten des Lebens” (Chefredakteur Karl Wendl) Volker Piesczek alternierend mit der 30-jährigen Steirerin Kerstin Ruhri. “KRONEHIT”-Redakteur Andreas Moravec ist als Außenmoderator im Einsatz. Start ist am 1. Februar. Im Jänner gibt es auf diesem Sendeplatz ein “Best of Heinzls Hi Society”. Der Direktvergleich zu Heinzl auf ORF 1 bietet sich da an! “Die Eigenproduktionen sind der wichtigste Pfeiler jedes Fernsehsenders”, so Ludwig Bauer. Und ATV hat dazu einiges zu bieten: Die Formate berichten wie Österreichs Jugend feiert (“Saturday Night Fever” ab 12. 1.), schildern den Alltag dreier Schönheitschirurgen (“Ein Leben für die Schönheit”, ab 10. 2.), gehen mit den Soldaten ans Limit (“Mission Bundesheer”, ab 8. 3.) und beobachten “Die Bergrettung” (ab 8. 3.). Volker Piesczek besucht außerdem in “Die Erfolgsstory” ab 10. 2. erfolgreiche Auslandsösterreicher. Auch bei den Hollywoodfilmen hat ATV dank seines Eigentümers die Nase vorn. Kloiber, Besitzer der Tele München Gruppe, lässt natürlich Film-Premieren wie jene von “Harry Potter” seinem Sender zukommen. Sein nächster Trumpf: “Twilight”. Hervorragend etabliert hat sich auch Sylvia Saringers Live-Diskussionssendung “Am Punkt”. “Wir hatten schon zweimal mehr Zuseher als der ,Club 2, so Bauer. Ein neues Gesicht gibt es bei den ATV-Nachrichten: Jenny Laimer ist ab Freitag im Einsatz.
 

Österreich” vom 20.11.2009

Hundegesetz schärft den Geist

Pudels Kern. In der ATV-Diskussion “Am Punkt” waren durchschnittlich 114. 000 Seher live dabei, teilweise bis zu 170. 000. Das Thema: Brauchen wir ein Kampfhundeverbot? Anlass: Zwei tragische Vorfälle mit Kindern, von denen einer tödlich endete. In NÖ wurde genau deshalb gestern ein Hundegesetz mit sieben Rassen beschlossen, die in Zukunft mehr Geld kosten und stärker überwacht werden. In der TV-Diskussion kam heraus, dass diese Rassenlösung keine zufriedenstellende ist. Was sie und die ganze Debatte der letzten Wochen aber bewirkt hat: Die Menschen sind wachsam und sensibel geworden. Vielleicht ist ja genau das des Pudels Kern. 

 

“tvmedia” vom 18.11.2009 

Austro-Talks im Test: Wie gut sind ‚Club 2‘, ‚Am Punkt‘ & Co?

von: David Schoof

Analyse. Während die ORF-Diskussionsformate Reformbedarf haben, können ATV und PULS 4 mit ihren Talksendungen überraschen. Der Check.

Kaum etwas ist so spannend wie eine farbige Diskussion. Doch wie sieht es mit der Qualität der heimischen Fernsehtalks aus? TV-MEDIA hat genauer hingeschaut.

‚Am Punkt‘ schlägt ‚Club 2‘. Erstaunlich: Der ATV-Newcomer Am Punkt (Mi., 21.50 Uhr) legte einen tollen Start hin. So erzielte der Talk mit Sylvia Saringer, der seit 16. September auf Sendung geht, zuletzt mit 130.000 Sehern erstmals ein größeres Publikum als der Club 2 (Mi., 23.00 Uhr, in ORF 2), der vergangene Woche nur 123.000 Seher holte. Die Gründe für den ATV-Erfolg: Die Themen sind brisant und aktuell, die Gäste kontrovers, die Umsetzung ist lebendig. Beim Club 2 regiert dagegen oft gepflegte Langeweile im altbackenen Ambiente. Beispiel Studentendemos: Am Punkt behandelte die Uniproteste bereits am 4. November, hatte sogar eine Liveaußenstelle im Wiener Audimax. Der Club 2 widmete sich dem Bildungsaufreger erst eine Woche später und hatte zwar mehrere Studenten, aber keinen Politiker im Studio.

Reformen. „Unsere politische Diskussionssendung ist eindeutig Im Zentrum, der Club 2 – die intellektuelle Sendung, die in die Tiefe geht – diskutiert gesellschaftspolitische Themen“, begründet Robert Stoppacher, neuer Chef der ORF-Talks. Aber: „Ich habe konkrete Vorstellungen, die ich mit meinem Team gemeinsam umsetzen möchte.“ Und die auch Im Zentrum betreffen werden. Die Sonntags-Runde kann zwar mit thematischer Brisanz und Politprominenz aufwarten, mutiert aber bisweilen zum phrasenhaften Funktionärs-TV.

Überraschend gut hält sich der werktägliche Talk of Town bei PULS 4 (19.45 Uhr). Hohe Aktualität, witzige Diskutanten (letzte Woche u. a. Journalist Dieter Chmelar kontra FPÖ-Scharfmacher Martin Graf) und Manuela Raidl als patente Moderatorin – dieser Mix kratzt schon mal an der 40.000-Seher-Marke.

Club 2

Themen 2 – Alles in allem ein breiter Mix, hinkt der Aktualität aber leider nicht selten hinterher.
Dramaturgie 3 – Nach Gästevorstellung wird ohne redaktionelle Einschübe getalkt. Abwechslung fehlt.
Gäste 3  – Zu wenig kontrovers, dadurch macht sich leider sehr oft gepflegte Langeweile breit.
Moderatoren 3 - Bisweilen unvorbereitet: Nagiller kann die Namen der Gäste nicht richtig aussprechen!
Studio 4 – Sitzgruppe und rote Vorhänge wirken drückend, vermitteln eine träge Atmosphäre.
Quote (seit 16. 9.): 109.000 Seher

AM PUNKT

Themen 1  – Politik, Chronik, Aufreger – und das aktuell. So lockt man die Seher vors TV-Gerät.
Dramaturgie 1 - Zeitgemäß und flott: Einspielfilme, Grafiken und Seherreaktionen lockern den Talk auf.
Gäste 2 - Je zwei Gäste mit gegensätzlichen Meinungen zum Thema sorgen für Schlagabtäusche.
Moderatoren 2 - Sylvia Saringer macht als Anchorwoman einen souveränen Job. Manchmal streng.
Studio 2 - Nicht schön, aber zweckmäßig. Durch rundes Stehpult ist die Stimmung lebendiger.
Quote (seit 16. 9.): 84.000 Seher

 

“tvmedia” vom 11.11.2009

‚Am Punkt‘ so gut wie ‚Club 2‘!

Quoten-Duell. Seit 16. 9. wird die ATV-Diskussionsreihe Am Punkt ausgestrahlt – und sie hat sich gut etabliert. Vergangenen Mittwoch erreichte die Sendung Studentenaufstand gegen Bildungsnotstand 99.000 Seher – exakt so viele wie der Club 2 im ORF am gleichen Tag. Fix: Neuer Chef der ORF-Diskussionsformate ist Robert Stoppacher. Bild: Sylvia Saringer: mit ‚Am Punkt‘ erfolgreich.
Bild: Sylvia Saringer: mit ‚Am Punkt‘ erfolgreich.

 

“Kurier” am 6.11.2009 

Ungewohnt uneitel

Ein neues Wort wurde geboren, um die Audimax-Besetzer möglichst lächerlich zu reden: die “Twitteria”. Tatsache ist, dass die sogenannte “Twitteria” dem politischen Establishment derzeit einiges an demokratischer Reife vorexerziert: Da werden nicht Egos poliert, sondern Ansprechpersonen nominiert. Diese sind – ob in der ZiB 2 oder am “Runden Tisch” – stets gut vorbereitet, sachlich, und ungewohnt uneitel. Die ATV-Diskussionssendung “Am Punkt” ging Mittwochabend andersherum zur Sache: Statt eine/n Vertreter/in aus dem Audimax ins Studio einzuladen, lud man sich selbst ins Audimax ein und ließ per Liveschaltung mehrere Studierende zu Wort kommen. Die daraus resultierende Kombination aus klassischer Livedebatte, Außenschaltung, eMail- und Twitterbeteiligung sowie Live-Umfrage mit anschließender Analyse geriet zum Spannendsten und gleichzeitig Unterhaltsamsten, was das Fernsehen am Vorabend der Studentendemos zu bieten hatte. Unabhängig vom Ergebnis der Audimax-Besetzung ist klar: Die teilweise arrogant belächelte “Twitteria” hat Information und Kommunikation in eine neue Dimension gepusht.

“Der Standard” am 6.11.2009

Bildung und ihre Vermittlung

Von Alois Pumhösel

Mittwochabend wurde die Debatte um Österreichs Universitäten weit aus dem Elfenbeinturm hinausgetragen. Der Bildungssender ATV widmete das Diskussionsformat Am Punkt den protestierenden Studierenden und ihren Widersachern im Wissenschaftsministerium.

Unter dem strengen Blick von Moderatorin Sylvia Saringer, die neben ÖH-Chefin Sigrid Maurer und VP-Wissenschaftssprecherin Beatrix Karl (Minister Hahn folgte der Einladung nicht), Protestgegner Thomas Fussenegger (Aktionsgemeinschaft Jus) und Befürworter Robert Menasse lud, hätte ein bisschen Volksaufklärung betrieben werden können. ATV muss man eine gewisse Pragmatik anrechnen: Weil die führungslose Protestbewegung keine Gesandten schickt, wurde ein Außendienstmitarbeiter in Anzug und Krawatte ins Audimax abgestellt. Jener, Martin Thür, qualifizerte sich zwar nicht als Licht der Interviewkunst, brachte aber immerhin die Besetzer selbst ins Spiel.

Die Debatte gewann zwar dank Menasse gegen Ende an Tiefe, die Forderungen der Studierenden – mehr Geld und Bildung statt Ausbildung – wurden aber nicht sehr gut erläutert. Beatrix Karl ging dagegen auf die Boulevardzielgruppe ein – in besonders abscheulicher Weise: In eloquenter 08/15-Politsprache rechnete sie vor, dass mit den letzten Unibudgetaufstockungen von 68 Millionen Euro 32.000 Arbeitslose ein Monat lang Unterstützung erhalten könnten. Menasse sprach zwar sogleich von Hetze; Maurer warf ihr diverse Milliardenbeträge an den Kopf, die die Regierung für Banken, Eurofighter und Schrottprämie ausgibt. Trotzdem und trotz aller Aufmerksamkeit: Die Bewohner des Elfenbeinturms haben weiterhin ein Vermittlungsproblem. Zu sehen unter http://www.atv.at

“Heute” am 5.11.2009

ATV-Diskussion live aus besetztem Hörsaal

“Bildung oder Ausbildung?” war die zentrale Frage Mittwochabend. Neben Schriftsteller Robert Menasse und VP-Wissenschaftssprecherin Beatrix Karl im Studio debattierten Studenten im Audimax.

“Kronen Zeitung” vom 04.11.2009

Schreiduell

Ingrid flirtet mit Fritz Nicht nur bei “Bauer sucht Frau” geht es auf ATV rund – bei Bauer Fritz liefern sich liebestolle Damen ein handfestes Schreiduell! Selbiges könnte auch im Anschluss bei “Am Punkt” (21.50) passieren: Hier dreht sich alles um die Studentenproteste – samt Live-Schaltung ins Audimax!
 

“Der Standard” vom 04.11.2009                  

Switchlist für Mittwoch

Am Punkt: Studentenaufstand gegen Bildungsnotstand Sylvia Saringer moderiert, geladen sind Schriftsteller Robert Menasse, ÖH-Vorsitzende Sigrid Maurer und Beatrix Karl, die als wahrscheinliche Nachfolgerin von Wissenschaftsminister Hahn gilt. Eine Live-Schaltung ins Audimax der Uni Wien ermöglicht den dort anwesenden Demonstranten, sich direkt in die Diskussion einzubringen. Bis 22.55, ATV

 “Wiener Zeitung” vom 28.10.2009

“Kein TV-Markt ist so elend”

Von Ina Weber

 ”Wiener Zeitung”: Wie läuft Ihre neue Info-Sendung “Am Punkt”? Sind Sie zufrieden?

Alexander Millecker: Sehr zufrieden. Die Sendung ist das erste bimediale Format in Österreich. Die Zuseher können sich direkt über Twitter, Facebook, E-Mail beteiligen. Neu ist, dass man die Sendung nicht nur on-air sondern auch on-line in Form eines Live-Streams sehen kann. Wir sind davon überzeugt, dass man Fernsehen, gerade wenn man eine jüngere Zielgruppe erreichen will, nur mehr in diesem bimedialen Zusammenhang sehen kann.

Dann sieht der ORF ziemlich alt aus. Er verliert zunehmend Marktanteile. Was läuft im ORF schief?

Der Markt hat sich geändert. Das Angebot ist breiter geworden. Durch die Digitalisierung haben die meisten Haushalte nun 80 statt drei Programme. Es ist daher eine logische Entwicklung, dass der ORF Marktanteile einbüßt.

Anders gefragt: Haben Sie das Gefühl der ORF macht ATV momentan die Tür weit auf?

Er macht es uns nicht schwer. Ich glaube aber nicht, dass der ORF, nur weil wir jetzt auch Information anbieten, Seher an uns verliert. Wir hatten letztes Jahr im Zuge der Nationalratswahl erstmals eine Elefantenrunde, bei der wir das Konzept der Zuseherbeteiligung ausprobiert haben. Die Idee haben wir aus den USA geklaut und es hat super funktioniert. Der Polit-Talk hatte fast 400.000 Zuschauer. Das Interessante war, dass die Mehrheit der Zuseher jene war, die der ORF mit politischer Information überhaupt nicht erreicht, nämlich Männer unter 30 Jahren. Wir erweitern das Angebot zum ORF.

ATV hat in den letzten Jahren vor allem mit seichten Unterhaltungsformaten auf sich aufmerksam gemacht, geht es jetzt in Richtung seriöser Info-Kanal?

Ich bin überzeugt, dass ein österreichischer Sender in einem so schwierigen Markt – und es gibt europaweit keinen schwierigeren Markt, wo die Bedingungen für Privatfernsehen so elend sind – nur bestehen kann, wenn er spezifisch österreichische Inhalte anbietet – siehe “Bauer sucht Frau” oder “Teenager werden Mütter”. Information ist hier wesentlicher Bestandteil. ATV wird deshalb kein Infokanal. Auch der ORF ist kein Infokanal. ORF1 ist aus meiner Sicht vom Angebot her ein Privatsender. Auf ORF1 muss man den öffentlich-rechtlichen Inhalt mit der Lupe suchen.

Seit wann wurde bei ATV ein Info-Schwerpunkt gesetzt?

Mit dem Eigentümerwechsel im Jahr 2007. Als die Bawag ausgeschieden ist und Herbert Kloiber alle Anteile übernommen hat. Das neue Management hat eine Umorientierung vorgenommen.

Hat ATV ein Vorbild? RTL?

Der deutsche Markt ist ein ganz anderer als der österreichische. RTL ist so erfolgreich, weil vom deutschen Gesetzgeber faire Wettbewerbsbedingungen für Privatfernsehen geschaffen wurden. Wenn über die öffentlich-rechtlichen Sender nach 20 Uhr ein Werbeverbot verhängt wird, dann ist natürlich die Primetime für die Privaten offen. Der ORF ist ein Unternehmen, das 500 Millionen Euro am 1. Jänner fix verbuchen kann. 250 Millionen Euro kriegt er zusätzlich durch Werbeeinnahmen, weil er durch seine dominante Stellung den Werbemarkt total kontrolliert. Wenn sie die inhaltliche Ausrichtung auf RTL meinen, ja, das ist Vorbild. Aber ich bin persönlich der festen Überzeugung, dass man von amerikanischen Sendern am meisten lernen kann. Das angesprochene Format, die Diskussionsrunde, ist nach dem Vorbild der Primaries vor den amerikanischen Wahlen entstanden. CNN hat damit begonnen, dass Zuseher ihre Fragen per Video hochgeladen haben, und die Kandidaten mussten sie beantworten.

Gab es Einsparungen bei ATV?

Im Gegenteil, ich habe Personal eingestellt, weil wir das Programm ausgeweitet haben. Aber natürlich, alle Medien sind von der Krise betroffen. Die Firmen sparen zu allererst beim Werbeetat. Und ATV ist zu 100 Prozent durch Werbung finanziert.

Was unterscheidet ATV-Info-Sendungen von ORF-Info-Sendungen?

Die Zuseher sind deutlich jünger und wir versuchen, andere Zugänge zu finden. Bei einer Lehrlingsgeschichte in der ZIB1 etwa kommt der Arbeitsminister, der Bundeskanzler, der AMS-Chef zu Wort. Bei uns werden zu allererst die Lehrlinge gefragt. In einer “Im Zentrum”-Sendung sitzen die Klubobleute aller Parteien – vielleicht steht das ja im ORF-Gesetz – aber bei uns muss das nicht sein. Wir laden Leute ein, die nicht von vornherein Polit-Phrasen dreschen.

Das äußere Erscheinungsbild ihres Senders ist jung und gestylt. Muss man diese Vorgaben erfüllen, um bei ATV arbeiten zu können?

Nein, sicher nicht. Aber selbstverständlich ist bei Moderatoren das Äußerliche wesentlich. Man kann aber noch so gut aussehen, wenn man vom Thema keinen Tau hat, dann nützt das alles nichts. Auf CNN gibt es eine Wetter-Moderatorin, die sicher 30 Kilogramm Übergewicht hat – und die macht das sensationell.

Der ORF überlegt eine 45-Prozent-Frauenquote einzuführen. Wie sieht es bei ATV aus?

Der Info-Bereich hat eine Frauenquote von 45 Prozent, der gesamte Sender hat sogar 60 Prozent. Frauen haben zu Themen andere Zugänge. Das ist befruchtend für die Diskussion.

“Kurier” vom 16.10.2009            

Echolot

Erfrischend offensiv führt Ingrid Thurnher ihre Interviews in der ZiB 2. Als gäb’s kein Morgen – oder keinen Allmächtigen, der von den “zwei Prölls an der Staatsspitze” träumt -, konfrontiert sie eben diese zwei Prölls hart, aber gerecht mit deren Schein und Sein. Am Dienstag den Erwin, der überraschend verlautete, kein Präsident werden zu wollen: “Jetzt fällt Ihnen plötzlich ein, dass Sie den Niederösterreichern im Wort sind? Das sind Sie doch seit der Wahl!” Am Mittwochabend den Josef, der vormittags eine kaum getarnte Kanzlerrede als Finanzminister gehalten hatte: “Man muss den Eindruck haben, Sie haben sich da als Kanzler inszeniert. Und man könnte fast glauben, Sie haben sich das Konzept von Barack Obama abgeschaut.” Wie ein Echo zitierte fast zeitgleich Sylvia Saringer in der hervorragend gemachten ATV-Diskussionsrunde “Am Punkt” kritische Blogger mit Worten, wie: “Pröll hat heute versucht, einen auf Obama zu machen …” Was ein schöner – unbeabsichtigter – Beweis dafür war, dass Thurnher mit ihren wohldosiert provokativen Formulierungen die Stimmung auslotet und trifft. Journalismus ohne Angst, aber auch ohne Selbstdarstellungsanspruch ist wohltuend – und selten.

“Horizont” vom 16.10.2009

Von: Interview: Herwig Stindl und Sebastian Loudon

ATV-Chef Ludwig Bauer über die Diskussion um den ORF, den Werbemarkt und die Nachfolgesendung von Dominic Heinzls, Hi Society‘

Liegen leicht über dem Vorjahr

HORIZONT: Wie haben Sie denn die parlamentarische Enquete zur Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks miterlebt? Sie durften ja auch im Hohen Haus sprechen.

Ludwig Bauer: Das war ein langer Tag. Die Zielsetzung war ja, dass jeder etwas sagen darf, damit hinterher niemand sagen kann, er sei nicht gehört worden. Außerdem hatte die Enquete eine zweite Aufgabe, nämlich die, dass man an einem Tag alle Scheinwerfer andreht – und dann ist das Licht erst mal wieder aus.

HORIZONT: Ein geplanter Overkill?

Bauer: Jetzt, da das öffentliche Interesse wieder weg ist, kann die Politik wieder in Ruhe weiterverhandeln. Dann werden wir sehen, was passiert. Staatssekretär Ostermayer hat ja gleich einmal gesagt, dass er mehr Zeit braucht. Das heißt: Der 19. Dezember, der immer als letzter Termin für ein neues ORF-Gesetz galt, kann auch im Frühjahr liegen. Bei der ganzen ORF-Diskussion geht es ja stets auch um den Aspekt eines fairen Wettbewerbs. Ich bin jetzt seit zwei Jahren in Österreich, und habe über nichts so oft geredet wie über das Stichwort „fairer Wettbewerb“. Aber der Status quo ist leider unverändert.

HORIZONT: Das heißt, wenn Sie später einmal an Ihre Zeit in Wien zurückdenken werden, wird Ihnen das Stichwort „fairer Wettbewerb“ einfallen? Kaum vorstellbar …

Bauer: (lacht) Das wäre ja wenigstens etwas, aber leider muss man hierzulande immer noch in einem Fremdwörterlexikon nachschauen, wenn es um „fairen Wettbewerb“ geht … Aber noch ein Wort zur Enquete: Da drehte es sich ja eigentlich nur um ein Thema: Bekommt der ORF die Refundierung der Gebührenbefreiung oder nicht? Das ist nur ein Aspekt unter hunderten – erst recht, wenn es um die Zukunft des ORF geht. Ich glaube aber, dass fast allen Teilnehmern bewusst wurde, dass es eben nicht nur um die Frage der Refundierung geht, sondern um Dinge wie Auftrag, Struktur und Finanzierung für die Zukunft.

HORIZONT: Bei einem Vortrag vor dem Journalistenclub hat Staatssekretär Ostermeyer eine bemerkenswerte These vorgebracht, dass nämlich der ORF mit den vielfach größeren deutschen Sendern im Wettbewerb stehe, dass aber die Produktionskosten für die einzelne Programmminute ja genauso teuer wären.

Bauer: Wenn das so wäre, würde jemand etwas falsch machen. In manchen Bereichen stimmt es einfach nicht: Wenn die ARD Rechte – egal ob Sport oder für Fiction – erwirbt, zahlt sie entsprechend dem größeren Sendegebiet viel mehr als der ORF. Ich will aber nicht die Hausaufgaben des ORF machen, es ist immer auch ein bisschen eigenartig, wenn das Außenstehende tun. Viele machen es sich sehr leicht, wenn sie sagen, der ORF muss einfach komplett neu gegründet werden. Man kann aber nicht alle Traditionen von heute auf morgen über Bord schmeißen, schon allein aus arbeitsrechtlicher Sicht. Was das betrifft – also Einsparungen bei den Personalkosten –, hat der ORF noch viel vor sich.

HORIZONT: Aber der ORF zahlt immer noch besser als ATV, oder?

Bauer: Wenn Sie sich anschauen, dass in der Vergangenheit mehr ATV-Leute zum ORF gewechselt sind als umgekehrt, ist das ein Indiz dafür, dass das stimmen könnte.

HORIZONT: Mit Erna Cuesta und Franz Zoglauer, die jetzt bei ATV ein Kulturprogramm machen, gibt es aber auch ein umgekehrtes Beispiel. Mussten die auf viel Geld verzichten?

Bauer: Das weiß ich nicht, aber wenn, dann haben sie es für eine andere Arbeitsatmosphäre, mehr Freiheit, mehr kreative Beteiligung an dem eigenen Projekt eingetauscht. Und sie machen ihre Sendung auch hervorragend – mit viel Expertise und hoher Motivation, die sie auch für die jüngeren Zuseher attraktiv macht.

HORIZONT: Und die Kultursendung „Highlights“ ist bereits durch Werbung finanzierbar?

Bauer: Nein, am Anfang ist das immer ein Experiment. Aber das ist ein Programm, das sich vermutlich nie ganz aus Werbung finanzieren lässt. Das ist eben auch ein Bereich für uns, den wir irgendwann einmal zu einem kleinen Anteil zur Förderung einreichen werden.

HORIZONT: Blöde Frage: Machen Sie Kulturberichterstattung nur, weil Sie bald eine Förderung bekommen?

Bauer: Natürlich nicht – das ist eine völlige Milchmädchenrechnung. Allein schon, weil wir ja bei einer Förderung maximal 30 Prozent der Kosten gefördert bekommen. Es ist eine doppelgleisige Entwicklung: Zum einen sehen wir, dass der ORF seinen Auftrag vielleicht nicht immer so umfassend ausübt, wie er sollte, und dadurch gibt er bestimmte Themenfelder frei. Die wollen wir besetzen. Es gibt bestimmte Nischen, die man für andere Zielgruppen erschließen kann. Es ist kein Gesetz, dass sich die Zuseher von Privatsendern nicht für Kultur oder politische Diskussionen interessieren. Und unsere Erfahrung zeigt: Dieses Interesse gibt es – vorausgesetzt, man findet das richtige Format und die richtige Umsetzung. Bei „Am Punkt“ ist das bereits nach zwei Sendungen gelungen.

HORIZONT: Im Frühling 2009 kam von ATV die Botschaft, dass die Abwanderung von ATV-Arbeitsplätzen nach Deutschland droht – für den Fall, dass sich die Rahmenbedingungen für Privat-TV nicht verbessern. Ist das schon passiert oder vom Tisch?

Bauer: Weder noch. Für ein privatwirtschaftliches Unternehmen steht diese Frage immer im Raum: Wenn es in Österreich künftig keine ordentlichen Rahmenbedingungen gibt, um den Sender so zu positionieren, dass er aus eigener Kraft leben kann, dann müssen wir versuchen, woanders Synergie-Effekte zu nutzen. Das ist keine Drohung, sondern eine ständig offene Frage. Im Frühjahr haben wir gesagt, wir müssen es machen, wenn die Politik die Medienförderung noch einmal um zwei Jahre verschiebt. Und selbst wenn die Summe der Medienförderung – für alle Privaten weniger als zehn Prozent der geplanten Gebührenrefundierung des ORF – erklärtermaßen lächerlich ist, so ist doch entscheidend, dass zumindest einmal die gesetzlich verankerte Grundlage für diese Medienförderung geschaffen wurde, bis hin zur Erarbeitung konkreter Förderrichtlinien.

HORIZONT: Wie erleben Sie den TV-Werbemarkt in diesem außergewöhnlichen Jahr?

Bauer: In einem Marktumfeld wie heuer war es unser Ziel, die Netto-Werbe-Erlöse vom Vorjahr zu halten, und da sind wir bis dato leicht drüber.

HORIZONT: Die Schere zwischen Brutto-Werbedruck und Netto-Einnahmen wird größer …

Bauer: … Ja, und das wird sich auch nicht so schnell erholen – es wird sehr lange dauern, bis die Werbeinvestitionen auch im Nettobereich wieder wachsen. Dort, wo Medien unverzichtbar sind, um Zielgruppen zu erreichen, wird es sich relativ schnell auf einem vernünftigen Niveau einpendeln. Jene Medien allerdings, die verzichtbar sind, werden weiterhin sehr unter Druck stehen.

HORIZONT: Im Zuge des Abgangs von Dominic Heinzl zum ORF hieß es seitens des Senders, die Gesellschaftsberichterstattung habe ihren Zenit erreicht – das war ja nicht ganz ernst gemeint, oder?

Bauer: Doch. „Hi Society“ hat natürlich sehr zum Erfolg des Senders in der Vergangenheit beigetragen, allerdings ist es für ein Vollprogramm wie ATV auch nicht gut, in der Wahrnehmung durch das Publikum und andere Medien zu sehr auf ein Format reduziert zu werden. Insofern ist dieser Wechsel auch eine große Chance für die weitere Entwicklung von ATV insgesamt.

HORIZONT: Eine Frage, die viele Beobachter beschäftigt: Was folgt im Jänner auf dem Sendeplatz von „Hi Society“?

Bauer: Darüber reden wir noch nicht. Aber so viel kann ich sagen: Es muss nichts sein, was vom ersten Tag an die gleichen Reichweiten wie „Hi Society“ erreicht. Vielmehr versuchen wir, zu antizipieren, welche Sendung oder welches Format dazu geeignet ist, in den kommenden zwei, drei Jahren eine ähnliche Entwicklung hinzulegen, wie es in der Vergangenheit bei „Hi Society“ der Fall war. So eine Entscheidung trifft man allein nie für die Gegenwart eines Senders, sondern vor allem für die Wachstumsperspektiven der Zukunft. Bild: ATV-Geschäftsführer Ludwig Bauer: „Unsere Erfahrung zeigt: Es gibt auch bei Zusehern im Privatfernsehen Interesse für Kultur und Politik – vorausgesetzt, man findet das richtige Format und die richtige Umsetzung.“

“Kurier” vom 14.10.2009

Am Punkt 21.50, ATV Live-Talk mit Sylvia Saringer zum Thema “Obama – der Erlöser?”. Zu Gast sind u. a. Ex-Grünen-Chef Alexander van der Bellen und Eva Nowotny, ehemals österreichische Botschafterin in den USA.

“Kurier” vom 04.10.2009 

Von: Christoph Silber

Bauer sucht und findet Quoten

ATV-Chef Ludwig Bauer ist bester Laune. Eben hat ATV-Eigner und Tele-München-Eigentümer Herbert Kloiber einen Output-Deal mit Warner bekannt gegeben. Alles, was ab 2010 von Warner in US-Kinos startet – etwa die letzten “Potter” -, kommt über Kloiber nach Österreich (siehe Story rechts). Bauer: “Film ist für uns extrem wichtig, der Film-Freitag ist der erfolgreichste Tag der Woche. Mit so einem Output-Deal im Rücken ist eine hochwertige Versorgung auch in den nächsten Jahren gesichert.” Noch zufriedener macht Bauer, dass “wir nach dem Rekord im August gleich auch einen im September geschafft haben.” Österreichweit kam ATV in der Zielgruppe auf einen Marktanteil von 5,7 Prozent, in der Primetime (20.15) waren es 7,6 – nur die stagnierenden ORF-Sender hatten mehr. Das hat auch wirtschaftliche Folgen: “Wir werden mit unseren Erlösen heuer über jenen des Vorjahres liegen.” Beim Programm von ATV setzt der frühere ProSieben-Manager auf Kontinuität – was gut läuft, wird weiterentwickelt, um interessant zu bleiben. Von “Bauer sucht Frau” bis “Österreich isst besser”. Apropos: Den Bereich Doku-Soap und Reality will Bauer verstärken. “Nichts Grausliches, sondern Lebenshilfe und Service.” Auch auf den Info- und Doku-Bereich legt Bauer gesteigerten Wert: “Am Punkt” mit Sylvia Saringer wurde erfolgreich gestartet. “ATV Dokument” mit Diskussion und hochklassigen Dokus nacheinander – wie am 12. 10. über Jörg Haider – wird forciert. Auch das Kulturmagazin “Highlights” bleibt.

Fußball

Für Live-Sport neben MotoGP und Boxen wäre bei ATV noch Platz. “Aber der ist nicht einfach zu bekommen, weil der ORF monopolistisch den Markt leerkauft. Aber die Fußball-Bundesliga ist auf alle Fälle ein interessantes Thema”, sagt der gebürtige Bayer. Abgehakt ist für Bauer der Abgang Dominik Heinzls. “Wenn der ORF unbedingt meint, dass Gebührenzahler zwei solche Sendungen täglich brauchen …” Er könne jedenfalls garantieren, dass ATV im Jänner um 19.45 kein Schwarzbild senden werde. Was folgt, werde zeitnahe zum Start bekannt gegeben. Von Mittwoch bis Freitag diskutiert die Branche bei den Medientagen und der -messe in Wien. Auch Bauer ist dabei. “So oft, wie in den zwei Jahren in Österreich, habe ich in 20 Jahren nicht über fairen Wettbewerb und duales System geredet.” Sein Problem: Vieles, was dort gesagt werde, seien Lippenbekenntnisse.

Co-Produktionen

Zufrieden ist Bauer mit der neuen Förderung für Rundfunksender. Als ersten Schritt. Ihm schwebt nämlich ein anderes Fördermodell vor: “Statt vor allem Sender sollten noch viel mehr österreichische Inhalte gefördert werden. Alle Sender sollten das über eine Art ,Quellen-Steuer finanzieren müssen.” Logische Folge: Reine Werbefenster wären nur Einzahler. Bauers Ziel: “Ich will mit den Förderungen so weit kommen, dass ATV TV-Filme co-produzieren kann – etwas anderes tut der ORF meist auch nicht. Die Filmwirtschaft wäre dann weniger von ihm abhängig.”

 

“Falter” Nr. 40/09 vom 30.09.2009 
 
Von: Julia Ortner

Zeit am Schirm

TV-Kolumne
 
Die Information ist unser Reich. Die Politikerdiskussion ist unser Geschäft – egal wie öd die zehnte Runde mit denselben saturierten Herren sein mag. Auf diesem gottgewollten System kann sich der ORF nicht mehr ausruhen. Spätestens beim vergangenen Nationalratswahlkampf haben die heimischen Privatsender gezeigt, dass sie ebenfalls eine Elefantenrunde zusammenkriegen. Das ist auch gar nicht so schwer, denn Politiker wollen immer ins Fernsehen. Jetzt versucht sich ATV mit einer Konkurrenz zum „Im Zentrum“ des Öffentlich-Rechtlichen. „Am Punkt“ (Mi, 21.50 Uhr) heißt die Sendung, in der die betont kühle ATV-Geheimwaffe Sylvia Saringer mit Politikern und Experten diskutiert. Das Publikum kann Fragen via Mail, Twitter oder Facebook beisteuern, ein Journalist analysiert dann das Ganze. Das Konzept wirkt zwar etwas überambitioniert und die manchmal zu aufgesetzt forsche Saringer ist nicht Ingrid Thurnher – aber erfrischend ist die Sendung doch. Schon alleine deshalb, weil hier alles ein bisschen weniger staatstragend daherkommt.

 
“Kleine Zeitung” vom 30.09.2009      

AM PUNKT: ATV, 21.50 UHR

Kein Kaffeekränzchen

Sylvia Saringer hat bereits ihre dritte ATV-Sendung.

WIEN. In “Am Punkt” können die Zuseher vorab und live während der Sendung Fragen schicken. (http://www.atv.at/ampunkt). Sylvia Saringer diskutiert diesmal mit Politikern, Experten und Betroffenen über das Thema Rechtsruck bei Jugendlichen.
Welchen Vorteil bringen die Fragen der Zuschauer?
SYLVIA SARINGER: Es gibt Studien und Erfahrungswerte aus den USA, die besagen, dass sich vor allem Politiker sehr schwer tun, wenn eine Frage von einem Zuseher kommt – weil es ja ein potenzieller Wähler ist. Die Hemmschwelle ist doch größer, der Frau, dem Mann von der Straße die Frage nicht zu beantworten.
Wie gehen Sie vor, wenn es zu Phrasendrescherei bei politischen Gästen kommt?
SARINGER: Wir müssen immer davon ausgehen, das sind geschulte Kommunikatoren, die in eine Sendung gehen, um eine Botschaft loszuwerden. Ich kann nur sichtbar machen, dass abgelenkt wird oder die Antwort ausbleibt.
Was sagen Sie zur ORF-Konkurrenz?
SARINGER: “Im Zentrum” wirkt wie ein Kaffeekränzchen, wo immer dieselben Leute zu denselben Fragen ihren Sermon ablassen und sich dann im gemeinsamen Schnarchen ergeben.
Angenommen, der ORF will Sie als Moderatorin für die ZiB 24. Ihre Antwort?
SARINGER: (lacht) Nein, danke. Ich mache “ATV aktuell”, “ATV Dokument” und jetzt “Am Punkt”. Das ist so eine breite Palette, die ich nicht für die ZiB 24 aufgeben würde. Es taugt mir da, wo ich bin.

INTERVIEW: CH. STEINER

“Kronen Zeitung” vom 23.09.2009

2 x Diskussion: Am Punkt (ATV) & “Club 2″ (ORF 2) SPÖ-Krise und Überwachung

“Am Punkt”: Sylvia Saringer diskutiert in ATV Über einen gelungenen Auftakt der neuen Diskussionssendung “Am Punkt” mit Sylvia Saringer freut mach sich bei ATV. Durchschnittlich 62.000 Seher verfolgten vorigen Mittwoch die erste Sendung, die sich mit der Krise beschäftigte. Vor allem junge Zuschauer nahmen das interaktive Format positiv an. Heute (21.50 Uhr) steht wieder eine Krise im Mittelpunkt, jene der SPÖ. Droht das SPÖ-Schiff zu sinken?, fragt Sylvia Saringer ihre Gäste diesmal. Im “Club 2″ um 23 Uhr in ORF 2 beschäftigt man sich mit der Überwachung durch den Chef am Arbeitsplatz. Zu Gast im Studio sind u. a. der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff sowie ÖBB-Konzernbetriebsrat Wilhelm Haberzettl, der wohl aus aktuellem Anlass einiges zum Thema “gläserner Arbeitnehmer” sagen kann.

“Kurier” vom 18.09.2009  

Ein Abend der Worte

Wer wollte, konnte am Mittwoch von 20.15 bis 0.35 Uhr bei heimischen TV-Sendern verweilen und Diskussionskultur inhalieren: Durchschnittlich 35.000 Zuseher verfolgten auf Puls 4 eine “TV-Arena” über “Die Zukunft des österreichischen Fernsehens”. Fazit: Eine modern inszenierte, dynamisch geführte und inhaltlich interessante Sendung. Puls-4-Moderatorin Manuela Raidl konnte abermals überzeugen (ein Angebot des ORF scheint nur eine Frage der Zeit), Josef Broukal zeigte sich rhetorisch und fachlich in Höchstform, wäre jedoch auf Seiten der geladenen Diskutanten besser aufgehoben gewesen als in seiner eigentlichen Funktion als neutraler Moderator. Für ATV präsentierte Sylvia Saringer erstmals “Am Punkt” (62.000 Seher). Wiewohl das komplexe Thema “Ein Jahr Krise – nichts gelernt?” nur schwerlich innerhalb einer Stunde auf den Punkt gebracht werden kann, zeigte Saringer ein scharfes und eloquentes Profil als Moderatorin. Schlussendlich brachte auch der ORF mit einem “Club 2″ (73.000 Seher) zum Thema “Zukunft des ORF” eine von Rudolf Nagiller souverän (und unparteiisch) geführte Diskussion, die vor allem von der Spitzzüngigkeit eines Helmut Thoma profitierte.

 

Am Punkt (ATV): “Krise kannte er nur aus Beziehungen”

17.09.2009 | 12:09 |  Heide Rampetzreiter (DiePresse.com)

Als jung, frisch und scharf wird das neue Diskussionformat auf ATV mit Moderatorin Sylvia Saringer angekündigt. Die hektische Stehpartie war zwischendurch unfreiwillig komisch.

 Die Konkurrenz in ORF und Puls4 diskutierte über öffentlich-rechtliches Fernsehen, ATV startete sein neues Format “Am Punkt” mit einem doch schon etwas abgelutschten Thema unter dem reißerischen Titel “Ein Jahr Krise – nichts gelernt?!” Der Intro-Clip macht die Position des Privaten klar: Die bösen Spekulanten bereichern sich auf Kosten der kleinen Leute. Die kleinen Leute sind es auch, die Moderatorin Sylvia Saringer auch direkt anspricht: Per Twitter, Facebook oder als Videofrage sollen die lieben Zuseher doch bitte mitdiskutieren.

Zunächst aber Bekanntes: Angesichts der drei eingeladenen Grauhäu(p)ter – Finanzstaatssekretär Andreas Schieder (SPÖ), Grüne-Finanzsprecher Werner Kogler, ÖVP-Finanzsprecher Günter Stummvoll – und des ebenfalls bekannten Gesichts des “Börsen-Rebells” Alexander Proschofsky (der mit den Dreadlocks) fragte man sich als Zuseher: “Gefühlte 100 Jahre ORF-Diskussionen – nichts gelernt?!”

Dann ein Pling! Nein, nicht das Handy eines Mitdiskutanten war’s, sondern der ATV-Klang für eine eingegangene Zuseherfrage: Daniel aus Waidhofen an der Ybbs will wissen, wieso er keine Arbeit hat, wenn Banken doch Geld geschenkt wird. Weitere Twitterfragen von “mr_agensmith” und “malus_darkblade”, eine Videofrage von “Geri” vor dem Panorama einer österreichischen Kleinstadt: Der im Stehen geführten Diskussion tut das Herunterbrechen auf das Gasthaus-Niveau gut, auch die nervöse Saringer ist als eine Art “blonde Thurnher-Barbie” erträglich: Sie unterbricht, stellt Zwischenfragen und lässt sich auch von Stummvolls tadelndem “Schau!” nicht irritieren.

Schöne Momente bieten die Beiträge, auch wenn sie und die Werbeunterbrechungen die Diskussion bremsen. In einem Clip, der die Auswirkungen der Krise auf den “kleinen Mann” zeigen soll, wird etwa ein Daniel, arbeitsloser Installateur, vorgestellt: “Das Wort Krise kannte er vor einem Jahr nur aus Beziehungen”, sagt die Stimme aus dem Off. Und: “Die Krise war ein Absturz aus dem fünften Stock in das Kellergeschoß. Wir stehen erst auf den obersten Kellerstufen.”

Damit es nicht zu boulevardesk wird, liefert das “Am Punkt”-eigene Analysestudio gegen Ende der Sendung noch ein paar Inputs. Keine Stehsätze und keine Ausflüchte versprach die Werbung im Vorfeld. Für wirkliches Nachhaken blieb aber kaum Zeit, zu viel wurde aufgewendet, um komplexe Sachverhalte simpel aufzubereiten, zu viele Themenbereiche durchgepeitscht. Was man aus der Sendung lernt? Dass man am Ende einen Satzes durchauch zwei Satzzeichen stellen kann!? 

 

 

“Falter” vom 16.09.2009

Neue Diskussionssendung

Langsam erweitert ATV sein Informationsprogramm. Der Privatsender startet am Mittwoch, 16. September, die Diskussionssendung „Am Punkt“. Moderatorin Sylvia Saringer wird wöchentlich mit Studiogästen über aktuelle Themen aus Politik, Wirtschaft und Chronik diskutieren. Das Publikum soll außerdem live über Facebook und Twitter Fragen stellen können.

 

“Heute” vom 16.09.2009

ATV: Saringer ist “Am Punkt”

Der Privatsender ATV tritt ab heute, Mittwoch (21.50 Uhr), in öffentlich-rechtliche Fußstapfen: In dem wöchentlichen Talkformat “Am Punkt” diskutiert Moderatorin Sylvia Saringer mit Live- Gästen aktuelle Themen, die Frage zum Auftakt: “Ein Jahr Krise – nichts gelernt?”

“Kronen Zeitung” vom 16.09.2009

Heute Abend wird diskutiert

ORF ist Thema im “Club 2″ & auf PULS 4

ATV spricht ab 21.50 über die Finanzkrise

Die morgen im Parlament stattfindende Enquete zum Thema ORF (ab 9.05 live in ORF 2) bietet Anlass für diskussionswürdigen Gesprächsstoff auch außerhalb des Hohen Hauses: So meldet sich heute um 20.15 Uhr die PULS-4-”TV Arena” live aus den Wiener Rosenhügelstudios. Manuela Raidl und Josef Broukal sprechen mit Medienpolitikern (fix zugesagt haben u. a. Karlheinz Kopf, ÖVP, Josef Cap, SPÖ, und Philip Lowe, EU-Generaldirektor Wettbewerb) sowie Experten über die heimische Medienvielfalt und im Speziellen über die Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Auch im heutigen Club 2 (23 Uhr) ist der ORF Thema Nr. 1.: Vertreter der Politik, Medien, Wissenschaft und Sozialpartner (u. a. ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, ZDF-Intendant Markus Schächter und der langjährige RTL-Chef Helmut Thoma) diskutieren über europäische Entwicklungen auf dem Mediensektor, die Rahmenbedingungen für Medienvielfalt in Österreich und die Zukunft des ORF. Wem das zu viel öffentlich-rechtlicher Gesprächsstoff ist, kann an diesem heiß diskutierten Mittwoch zu ATV (21.50) ausweichen: Da feiert “am punkt” mit Sylvia Saringer Premiere. Das einstündige auf ein junges TV-Publikum abgestimmte Format ist interaktiv angelegt. Nicht nur Saringer wird dabei Fragen stellen, auch die Seher werden per E-Mail, Blogkommentar, Video oder über die Kommunikationsplattformen facebook und twitter mit ihren Fragen in die Diskussion eingebunden. Das Thema der ersten Sendung: “Ein Jahr Krise – nichts gelernt!”

 

“Kurier” vom 16.09.2009

ATV-Talkshow
 
Unerbittliche Anwältin der Zuseher

In “Am Punkt” (Mittwoch, ATV, 21.50 Uhr) will Sylvia Saringer keinehohlen Phrasen sondern Klartext hören.
 
Noch tut sich wenig im virtuellen Raum, die Community ist eher inaktiv als interaktiv. Kein einziger Kommentar im eigens eingerichteten Blog, auf der “Am Punkt”-Facebook-Seite haben sich knapp 350 “Freunde” registriert, aber auch die wollten sich (zumindest bis Redaktionsschluss) nicht zu einer Frage aufraffen. Der Versuch von ATV, die neuen Medien einzubinden, stößt vorerst auf verhaltenes Interesse. Oder liegt’s am Thema, das womöglich zu komplex ist für schnell hingetippte Fragen? “1 Jahr Krise – Nichts gelernt”. Darüber diskutiert Sylvia Saringer bei der Premiere der neuen Talkshow mit noch nicht genannten Studiogästen. Ein Jahr nach der Lehmann-Pleite sollen die Experten klären, ob man aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat, ob wir das Schlimmste überstanden haben oder wir direkt auf die nächste Krise zusteuern. Die Betonung liegt auf “klären”: Die Moderatorin will die Gäste durch unerbittliches Nachfragen dazu bringen, statt der “üblichen hohlen Phrasen und Ausflüchte Klartext zu reden.” Als “Anwältin der Zuseher” will Saringer erst lockerlassen, sobald die Fragen wirklich beantwortet sind.

Zuseherfragen

Und diese Fragen kommen auf interaktiven Wegen vom Publikum. Bei der Premiere scheint es laut Pressestelle am besten über eMail zu klappen. “Wird es Steuererhöhungen oder neue Steuern geben?”, will ein anonymer Absender wissen. Die Antwortmöglichkeit “Es wird keine neuen Steuern geben” schließt er gleich selbst als “unzulässig” aus. Ein anderer fragt: “Warum wird das Zinses-Zins- Geldsystem selbst nicht hinterfragt?” und regt eine Diskussion über “alternative Geldsysteme” an. Aber auch Frust wird abgeladen. “Ein politikverdrossener Antiwähler” etwa fragt nichts, sondern erklärt, warum “nie über gewaltige Gehälter der Manager und Politiker gesprochen” werde: “Die Damen und Herren, die jeglichen Bezug zum Volk verloren haben, werden sich nicht selbst ins eigene Knie schießen.” Auch wenn es im virtuellen Getriebe noch knirscht, ist ATV-Chef Ludwig Bauer sicher, das neue Format wird ein Erfolg: “Wir nähern uns dem Thema der Woche flotter und dynamischer als vergleichbare Sendungen der Konkurrenz.” Und damit meint er weniger den ORF-”Club 2″ (“der ist ja eher eine Chill-out-Zone als eine Talkshow”), sondern “Im Zentrum”. Rund 300.000 Zuseher hatte Sylvia Saringer im Vorjahr mit “ATV – Meine Wahl” erreicht, die Latte liegt also sehr hoch.

 

“Kurier” vom 16.09.2009

“Am Punkt”: Online mitdiskutieren

Interaktiv Die neue Talkshow setzt auf moderne Medien: Via Blog, Facebook, Twitter und eMail können Zuseher vor und während der Sendung Fragen an die Studiogäste richten und die Show online kommentieren. blog.atv.at/ampunkt facebook.com/ampunkt twitter.com/ampunkt Moderation Sylvia Saringer, 38, hat ein Publizistik- und Politikwissenschaftsstudium und eine Psychotherapieausbildung abgeschlossen. Die Burgenländerin arbeitet seit zehn Jahren als Journalistin, seit 2005 bei ATV – als Anchorwoman der Nachrichten und Leiterin von Talkshows (z. B. “ATV – Meine Wahl”).

 

“Österreich” vom 16.9.2009

ATV – Am Punkt: Neuer Polittalk

AUFTAKT. Mit dem Thema 1 Jahr Krise – nichts gelernt startet Sylvia Saringer heute ihre wöchentliche Diskussionsrunde Am Punkt. Mitreden via ATV-Website (ATV. at/ampunkt), facebook und twitter.
   

 

“Der Standard” vom 16.09.2009

SWITCH LIST
 
21.50 DISKUSSION

Am Punkt: Ein Jahr Krise – nichts gelernt Der Privatsender verfolgt den massentauglichen Qualitätsweg konsequent: Nach einem Kulturmagazin bestückt ATV sein Programm mit Polittalk. Sylvia Saringer begrüßt Gäste. Bis 22.50, ATV

 

“Kleine Zeitung” vom 14.09.2009

Privat und seriös: ATV mit wöchentlichem Talkformat 

Am Punkt: Mittwoch, ATV, 21.50 Uhr.

Österreichs Privatsender ganz öffentlich-rechtlich: ATV startet am Mittwoch die interaktive Diskussionssendung “Am Punkt”. Die Fragen stellen Zuseher. Zuvor setzt sich die “TV Arena 09″ auf Puls 4 (Mittwoch, 20.15 Uhr) mit dem Thema “Die Zukunft des Fernsehens in Österreich” auseinander.
 
 

“Österreich” vom 12.9.2009
 
Von: Daniela Schimke

Sylvia Saringer über ihr neues ATV-Format

,Das wird meine Chance’

ATV-Anchorwoman Sylvia Saringer startet am 16. 9. mit ihrer neuenTV-Show durch. Der Talk.
 
Während ATV in  den letzten zwei  Wochen mit dem Abgang von Hi Society-Star Dominic Heinzl für Schlagzeilen sorgte, konzentrierte sich seine Kollegin Sylvia Saringer (38) nur auf eines: auf die Vorbereitung ihrer neuen Sendung. Denn am kommenden Mittwoch, dem 16. September (21. 50 Uhr), will die ATV aktuell-Moderatorin mit ihrer neuen Diskussionssendung am punkt. so richtig durchstarten. MADONNA traf die Anchorwoman zum Talk über große Chancen, Heinzls Ausstieg und jenes traurige Ereignis, das ihr Leben für immer veränderte.

Frau Saringer, am Mittwoch geht Ihre neue Sendung “am punkt.” on air – nervös?
Sylvia Saringer: Sagen wir so: Ich bin jetzt schon sehr froh, wenn es endlich losgeht! Da wir thematisch topaktuell sein müssen, können wir uns ja nur probeweise vorbereiten.

Wie wird sich das neue Format von anderen Diskussions-Sendungen abheben?
Saringer: Die Idee ist eigentlich durch “Meine Wahl” entstanden, wo sich bereits die Zuseher mit Fragen und Statements aktiv beteiligen konnten. Wir sind nun einmal in einem Zeitalter, in dem Menschen permanent online sind, sich intensiv informieren und sich nicht mehr einfach nur “berieseln” lassen möchten.  Genau darauf gehen wir ein, indem die Zuseher uns mailen, twittern oder via Facebook direkt in der Sendung kontaktieren können oder auch Videos senden können. 

Vor Kurzem sorgte ATV mit dem Abgang von Dominic Heinzl für Schlagzeilen – für Sie eine Chance, das neue Aushängeschild des Senders zu werden?
Saringer: Nein, eine große Chance ist für mich diese neue Sendung, mich noch mehr im Infotainment-Bereich zu etablieren. Dominic Heinzls Abgang hat mit dem Erfolg der Sendung sicher nichts zu tun.

Einen Wechsel ins Society-Genre schließen Sie aus?
Saringer: Absolut. Ich bin schon privat kein Mensch, der sich gerne aufs Society-Parkett begibt. Wenn ich auch noch darüber berichten müsste, wäre das überhaupt nicht meines. Heinzl hat ein tolles Angebot vom ORF angenommen – träumen Sie nicht auch von so einem großen Karriereschritt? saringer: Ein klares Nein!  Nicht, weil es kein großes Ziel von mir ist, ein tolles Angebot zu bekommen, sondern weil mir meine Arbeit und meine Projekte bei ATV im Moment viel zu wichtig sind. Ich habe einen tollen Job, daher habe ich keinen Grund, auf ein Angebot zu warten. Ich glaube auch nicht, dass Dominic darauf gewartet hat.

Privat weiß man recht wenig über Sie – gibt es zurzeit einen Mann an der Seite der toughen Anchorwoman? Saringer: (lacht) Aktuell nicht. Mein Privatleben ist viel zu normal, als dass es für die Öffentlichkeit spannend wäre. Aber ich habe Gott sei Dank viele tolle Menschen um mich.
Sie waren mit dem bekannten Journalisten Peter Leopold, der vor über zehn Jahren nach seiner schweren Krebserkrankung verstarb, zusammen – hat diese Beziehung Ihr leben verändert? 
Saringer: Der Peter war ein ganz großer Mensch! Ich denke oft an ihn – und auch daran, dass ich jetzt 38 Jahre alt bin. Genauso alt, wie Peter war, als er starb. Sein Tod hat mir auf jeden Fall eines beigebracht: Das Leben ist viel zu kurz und viel zu schön, um es mit unwichtigen Dingen zu verplempern. Das ist so platt, wenn man es hört. Aber so wahr.

 
“Vorarlberger Nachrichten” vom 12.09.2009

Neue ATV-Sendung

Stück für Stück weitet ATV seine Informationsschiene aus. Mit “Am Punkt” bringt der Privatsender ab 16. September ein neues wöchentliches Live-Diskussionsformat on Air. Jeweils mittwochs um 21.50 Uhr begrüßt Sylvia Saringer Experten, Politiker und Betroffene, um gemeinsam über das Top-Thema der Woche zu diskutieren.

 

“Heute” vom 11.09.2009

“Am Punkt” mit Talkerin Saringer

Eine einstündige Live-Diskussion zu Themen aus Politik, Wirtschaft oder Chronik, Einspieler über Hintergründe und eine interaktive Einbindung der Zuseher – ab Mittwoch, 21.50 Uhr auf ATV! Präsentiert wird das neue Format “Am Punkt” von Nachrichten-Lady Sylvia Saringer, am Ende der Sendung nimmt jeweils ein Journalist die Argumente unter die Lupe. Bild: Saringer live im neu gestalteten Studio
 

 

“Kronen Zeitung” vom 11.09.2009 

ATV startet Mittwoch die Diskussionssendung “Am Punkt”
“Für den Zuschauer Partei ergreifen!”

ATV-Anchorlady Sylvia Saringer führt durch die Sendung “Am Punkt”. Getreu dem Motto “Die Frage ist unsere stärkste Waffe” rollt sie immer am Mittwoch ab 21.50 Uhr die heißesten Themen, die das Land bewegen, mit einer Expertenrunde auf. Flotter und dynamischer soll das Thema der Woche künftig auf den Punkt gebracht werden, erklärt ATV-Chef Ludwig Bauer: “Österreich verträgt noch so was!” Womit er die neue Live-Diskussions-Sendung “Am Punkt” meint, die sich ab nächster Woche, jeweils am Mittwoch (21.50), rund um Politik, Wirtschaft und bisweilen auch chronikale Themen dreht. Sylvia Saringer führt durch das einstündige Format, das sich “durch Interaktion mit den Fernsehzuschauern” – vor allem vom “Club 2″ – abheben soll. Das angepeilte junge Publikum, das bereits bei “ATV Meine Wahl” reges Polit-Interesse gezeigt hat, soll in die Sendung eingebunden werden: Per Video, den “Am Punkt”-Blog, facebook oder twitter können Fragen gestellt werden. Saringer sorgt für deren klare Beantwortung: “Ich werde parteiisch sein – für die Zuschauer!” S. W.
 

 

“Kurier” vom 11.09.2009

Von: – Susanne Rössler

ATV-Talk: “Wir werden keine Peitsche brauchen”

Am Punkt – Wie bringt man Politiker dazu, Fragen zu beantworten? ATV setzt auf die Stimme des Volkes und konfrontiert die Gäste der neuen Talkshow “Am Punkt” mit Zuseherfragen. “Die Erfahrung zeigt, dass Politiker eher bereit sind, Fragen von ,normalen Leuten zu beantworten als von Journalisten”, erklärt ATV-Nachrichtenchef Alexander Millecker das Konzept. Dass die Fragen wirklich beantwortet werden, macht sich Sylvia Saringer als “Anwältin der Zuseher” zur Aufgabe. “Wir werden keine Peitsche brauchen”, lacht die Moderatorin mit den eisblauen Augen und der Psychotherapieausbildung. Unerbittliches Nachfragen müsse reichen. Drei bis vier Gäste werden ab 16. September jeden Mittwoch (21.50 Uhr) eine Stunde lang ein Thema der Woche diskutieren. Im Stehen statt im Sitzen – und im Studio, wo “weder Kirchenglocken, Regen oder Enten stören”, merkt ATV-Chef Ludwig Bauer in Anspielung auf die ORF-”Sommergespräche” an. Für “mehr Dynamik” sollen eingespielte Beiträge mit Hintergrundinfos sorgen, Experten, die die Performance der Gäste analysieren, und die Zuseher, die “interaktiv” eingebunden werden. Im Klartext: Sobald jeweils montags das Thema der Woche bekannt gegeben ist, kann man Fragen einreichen – via Twitter, Facebook, eMail oder über den “Am Punkt”-Blog.

Vorbild CNN

Stolz ist ATV auf den ersten Facebook-Livestream eines Fernsehsenders im deutschen Sprachraum, den man sich bei CNN anlässlich der US-Wahl abgeschaut hat. Rund 750.000 Österreicher sind bei diesem Netzwerk angemeldet. Sie können über den “Am Punkt”-Livestream die Sendung im Internet verfolgen und kommentieren. Und was stimmt an dem Gerücht, dass Staatsopernchef Ioan Holender eine eigene Show bei ATV bekomme? “Nichts”, sagt Senderchef Bauer. Die Holender-Show sei eine von vielen Ideen – “allerdings eine besonders gute”. Es gäbe jedoch weder ein Konzept noch konkrete Gespräche, wie auch Holender selbst bestätigte.
 

 

“medianet” vom 11.09.2009                   

Durchgängige Interaktivität Auf ATV.at ist die komplette Sendung auch nach der Erstausstrahlung abrufbar

ATV startet Diskussions-Format

Interaktivität mit den Zusehern ist der Dreh- und Angelpunkt der Sendung.

Wien. Sylvia Saringer wird ab dem 16. September 2009 immer mittwochs um 21:50 Uhr die neue ATV-Live-Diskussionssendung „Am Punkt“ leiten.

Jeden Mittwoch werden Gäste zum aktuellen Thema der Woche aus den Bereichen Politik, Wirtschaft oder Chronik ins „Am Punkt“-Studio eingeladen.

Auch die Zuseher können sich bei „Am Punkt“ interaktiv beteiligen: Ob per E-Mail, Video, Blogkommentar, Facebook oder Twitter – die Seher können ihre Fragen an die „Am Punkt“-Redaktion richten. Weiters wird ein Journalist oder Themen-Insider die Performance der Studiogäste analysieren.

Information ausbauen“

„‚ATV Aktuell‘ ist die meist gesehene Nachrichtensendung im österreichischen Privatfernsehen, ‚ATV Dokument‘ hat bislang schon mehrfach mit Qualitätsjournalismus und innovativer Gestaltung überzeugt. Mit der neuen, interaktiven Diskussionssendung ‚Am Punkt‘ bauen wir das Informationsangebot von ATV um einen weiteren wichtigen Schritt aus“, kommentiert ATV-Geschäftsführer Ludwig Bauer die neue Sendung der ATV-Nachrichtenredaktion.

Die Moderatorin führt die einstündige Diskussion im neu gestalteten Studio bei ATV.

„Am Punkt“ ist übrigens die erste eigenproduzierte Sendung, die ATV im Format 16:9 ausstrahlt.

Eingespielte Beiträge sollen die Zuseher über Sachverhalte und Hintergründe aufklären, werfen aber auch Fragen auf und halten die Diskussion in Gang.

Interaktivität sei ein wichtiges Element der Sendung, so ATV in einem Pressestatement. Demnach können die Zuseher zum Diskussionspartner werden. Sie können über den „Am Punkt“-Blog, über Facebook oder Twitter Fragen stellen und so aktiv die Sendung mitgestalten. Der „Am Punkt“-Blog sei Dreh- und Angelpunkt der Sendung – dort werde vor, während und auch nach der Ausstrahlung diskutiert.

Das Thema der Woche wird jeweils montags vorab bekannt gegeben. Ab dann haben die Seher und User die Möglichkeit, sich zum aktuellen Thema auszutauschen und Fragen zu stellen. Natürlich auch während der Live-Sendung. „Am Punkt“ bietet den direkten Kontakt zu Politikern, Managern und Entscheidungsträgern des Landes. Hier können die Seher ihre Anliegen vorbringen.

Ein weiteres Novum erwartet die Zuseher am Ende der Sendung: Dann werden die Argumente der Diskussionsteilnehmer unter die Lupe genommen. Ein Journalist oder Experte verfolgt die Diskussion, analysiert und bewertet am Ende der Sendung die Aussagen und das Verhalten der Diskutanten. Wer hat seine Sache glaubwürdig vertreten, wer hat um den heißen Brei herumgeredet, wer ist Antworten schuldig geblieben? Für Ausflüchte und Stehsätze lässt „Am Punkt“ keinen Platz – dafür sorgen Diskussionsleiterin Sylvia Saringer und die Schlussanalyse. (red) Bild: Neues Format „Am Punkt“: Sylvia Saringer lädt künftig Mittwochs Gäste ins Studio.

“Österreich” vom 11.9.2009

Von: ASTRID HOFER

Angriff auf ORF-Polittalk

Live-Diskussion. Sylvia Saringer startet Gegenoffensive zu “schnarchigen ORF-Talks”.

Jung, frech und interaktiv soll es werden, verspricht ATV Aktuell-Moderatorin Sylvia Saringer (38). Am Mittwoch (21. 50 Uhr) startet sie ihre Talkrunde Am Punkt, in der jede Woche ein Thema aus Politik, Wirtschaft oder Chronik diskutiert wird. Die Zuschauerkönnen sich via E-Mail, Twitter und Facebook live einschalten.

In TV-AUSTRIA verrät Sylvia Saringer, was sie besser machen will als die ORF-Konkurrenz. TV-AUSTRIA: Was unterscheidet Ihre Sendung von der anderer Sender? SYLVIA SARINGER: Bei uns ist es sicher nicht so, dass Politiker ihre Antworten vorgeben können und sich dann eine Redaktion die Fragen dazu überlegt, wie das ja durchaus vorkommt. Oder dasswie bei manchem Mitbewerbervier oder fünf Parteimitglieder im Studio sind und jeder gibt seinen Stehsatz ab. Wir sind ein unabhängiger Sender und dürfen dementsprechend direkter, konfrontativer und frecher fragen. TV-AUSTRIA: Sie lassen auch die Zuschauer in der Sendung mitreden. SARINGER: Ich bin der Anwalt der Seher. Die Fragen, die das Publikum stellt, werde ich in keinster Weise ändern. Wie frech sie auch sein mögen, sie werden gestellt. TV-AUSTRIA: Ihre größte Konkurrenz ist ORF-Talklady Ingrid Thurnher. SARINGER: Ich würde sie nicht als Konkurrenz sehen. Thurnhers Dienste und Verdienste – sie ist eine Topjournalistin und Moderatorin – in allen Ehren. Aber bei den Sendungen hat man das Gefühl, dass sich jede Woche zur späten Stunde dieselben Leute zusammensetzen, mehr widerwillig als willig, und dieselben Antworten zu den immer selben Fragen abgeben. Das wirkt mittlerweile echt schnarchig. Da darf man sich auch nicht wundern, wenn sich junge Menschen nicht mehr für die Politik interessieren, wenn sie so aufbereitet wird. TV-AUSTRIA: Mit wem würden Sie am liebsten im Studio diskutieren? SARINGER: Wenn ich einen Wunsch frei hätte, wäre es Barack Obama! ORF: Ingrid Thurnher droht starke Konkurrenz. Nachrichten-Moderatorin Sylvia Saringer: Ab Mittwoch mit “Am Punkt” live auf ATV.
ORF: Ingrid Thurnher droht starke Konkurrenz. Nachrichten-Moderatorin Sylvia Saringer: Ab Mittwoch mit “Am Punkt” live auf ATV.
 

“Salzburger Nachrichten” vom 11.09.2009

Von: PIERRE A. WALLNÖFER

“Zuseher sollen mitgestalten”

Interview. ATV-Chef Ludwig Bauer im SN-Ge-spräch über Dominic Heinzl, Richard Lugner und die neue Diskussionssendung “Am Punkt”.

Mit der neuen Diskussionsreihe “Am Punkt” jeweils mittwochs (21.50 Uhr) verstärken Sie wie angekündigt den Informationsanteil von ATV. Ludwig Bauer: Das ist ein weiterer Schritt. Bisher hat dem Sender ein Diskussionsforum zu aktuellen Themen aus Politik, Wirtschaft und manchmal auch der Chronik gefehlt, was nun “Am Punkt” mit Moderatorin Sylvia Saringer übernimmt. Wir werden aber sowohl die tägliche Nachrichtensendung “ATV aktuell mit Sport” als auch “ATV Dokument” beibehalten.

Das Konzept lehnt sich mit interaktiven Elementen und Einspielern daran an, was derzeit die Wahlkampfberichterstattung in Deutschland bietet.

Bauer: Wir schauen weniger auf das, was in Deutschland gemacht wird, außerdem sind diese Formen schon im amerikanischen Wahlkampf kreiert worden. Wir suchen vielmehr die Nische in Österreich, wo Sendungen dieser Art nicht stattfinden. Entscheidend ist, dass wir nicht nur eine Diskussion mit Experten und Betroffenen im Studio haben, sondern dass die Zuschauer diese Diskussion mitgestalten können. Sie sollen Fragen stellen, die sie bewegen. Die Diskussion kann sogar schon vor der Sendung anfangen und nachher weitergehen.

Unvermeidlich ist die Frage nach dem Wechsel von Dominic Heinzl zum ORF. Auf die ATV-Aussendung, dass Sie künftig auf den “Hi Society”-Moderator verzichten, hat der ORF binnen Minuten mit der Mitteilung geantwortet, dass Heinzl ab 2010 für den ORF arbeiten wird. Wie ist das nun wirklich gelaufen?

Bauer: Da sehen Sie, wie schnell es heutzutage geht. Ich will das nicht kommentieren, es gibt verschiedenste Wahrheiten – das ist wie der Frage nach der Henne und dem Ei. Tatsache ist, dass er ab 1. 1. 2010 nicht mehr bei ATV ist. Vom ORF wird er jetzt so positioniert, als sei Heinzl der Retter des Senders, ja der Menschheit. Für uns bedeutet es, dass ein bisher wichtiger Träger der Berichterstattung von ATV für das öffentlich-rechtliche Fernsehen arbeitet.

Wird es in ATV auch 2010 tägliche Gesellschaftsberichterstattung geben?

Bauer: Die Frage ist, ob das in Österreich sinnvoll ist, wo die Society überschaubar ist. Wenn jetzt ein öffentlich-rechtlicher Sender glaubt, er brauche nun gar zwei Formate, um die Gesellschaft in all ihrer Vielfalt abzubilden – wir haben daran größte Zweifel. Wir haben uns die Marke “Hi Society” aufgebaut, sie gehört uns und wir werden ihre Frequenz künftig wohl auf wöchentliche Rhythmus reduzieren.

Ein Dilemma eröffnet sich: Einerseits wird ATV dank mehr Information seriöser, andererseits werden “unterirdische” Realityreihen mit Baumeister Richard Lugner gezeigt. Wie geht das zusammen? Wie lang können und wollen Sie Lugner noch zeigen?

Bauer: Ein Vollprogramm kann auch Sendungen anbieten, die keine Informationsformate sind. Hier stellt sich die Frage nach der Vielfalt. “Lugner” ist eine Daily Soap mit einem außergewöhnlichen Darsteller. Sie ist gut eingeführt und stark nachgefragt. Wir sind dazu verpflichtet, den Wunsch von König Zuschauer in seiner Gänze zu berücksichtigen. Deshalb sehe ich darin keinen Widerspruch.

Staatsoperndirektor Ioan Holender ist als Gastgeber einer ATV-Sendung im Gespräch.

Bauer: Es war eine Überraschung, dass der Privatsender ATV im Mai eine Kultursendung begonnen hat. Holender hat uns psychologisch gestützt und dafür einige Türen geöffnet – nicht nur in seinem eigenen Bereich. Es gibt zwar eine entsprechende Idee einer Produktionsfirma – aber wir haben darüber noch nicht nachgedacht und wir haben noch kein Gespräch mit Holender geführt. Aber warum nicht?
 

“Der Standard” vom 11.09.2009  

MEDIEN JOURNAL
Ioan Holender fühlt sich nicht ganz so fix als ATV-Talker wie in manchem Medium berichtet. Der Staatsoperndirektor lässt dazu verlauten, er wisse davon “abgesehen von einem interessanten Vorschlag seitens einer Produktionsfirma” nichts Konkretes. +++ Garantiert ohne Enten, Glocken, Wind talkt Sylvia Saringer ab nächsten Mittwoch in ATV Am Punkt , verspricht Senderchef Ludwig Bauer.

 

Do, 10. September 2009

Blog Datenschmutz: Videointerview:Sylvia Saringer über Am Punkt
von Ritchie Pettauer

Blogbeitrag in voller Länge
Am Montag nach der Aufzeichnung der letzten Probesendung vor der Premiere von Am Punkt habe ich ATV Anchor-Woman Sylvia Saringer vor die datenschmutz-Cam gebeten. In Am Punkt diskutiert Sylvia jeweils am Mittwoch um 21:50 Uhr live mit Gästen über aktuelle politische Themen. Das Besondere dabei: via Blog, Facebook, Twitter und Video-Upload auf ATV sind Zuseher eingeladen, sich aktiv an der Sendung zu beteiligen – und zwar nicht nur im Vorfeld, sondern auch während der Ausstrahlung. Premiere feiert dieses meiner Meinung sehr spannende Format am kommenden Mittwoch. Im Video verrät Moderatorin Sylvia Saringer, was uns erwartet (und ein paar Out-Takes gibt’s am Ende auch):


Interview: Sylvia Saringer über Am Punkt auf ATV.at

Do, 10. September 2009
BäckBlog: “ATV am Punkt”

ATV Am Punkt
von Gerald Bäck am 10.09.09, unter Politik

In der österreichischen Medienlandschaft geht’s derzeit rund. Während Dominic Heinzl ATV verlässt, um beim ORF die Infoschiene zu verstärken und Armin Wolf ebenfalls eine Pause von der Anstalt nimmt, langweilt sich und uns Ingrid Thurnher mit Sommergesprächen. Zugegeben ich sehe Dominic Heinzl und High Society gern, weil er es eben beherrscht, nicht so bierernst wie das konkurrierende Format auf ORF die Szene auf witzige Art vorzuführen. Es bleibt natürlich Unterhaltung und wie der ORF auf die Idee kommt, Society-Berichte von Heinzl fielen unter Information, bleibt ein Rätsel. Wahrscheinlich wird demnächst Dancing Stars zur Fortbildung und Alltagsgeschichten zur Reportage (Sorry, das tut der ORF ja wirklich) gezählt. Ein Blick auf die Diskussionssendungen im ORF zeigt, dass irgendwas nicht ganz so klappt im Reich des Bären Elmar. Die Sommergespräche habe ich an dieser Stelle schon einmal kritisiert und es wäre schade um jedes weitere Wort dazu. Die Sendung im Haas-Haus, deren Name immer wieder wechselt, ist vor allem geprägt durch die Parteisekretariate. Der ORF fühlt sich offensichtlich dazu verpflichtet immer die selben Gesichter streng nach Proporzregeln einzuladen und langweilt damit wiederum die wenigen Zuseher. Einzig der Club 2 bleibt zumindest ein intellektuelles Flaggschiff, wenn Milborn oder Köhlmeier moderieren.

>>Blogbeitrag in voller Länge

APA, Do, 10.Sep 2009

ATV will “Am Punkt” sein – Wöchentliche Diskussion startet am 16. 9.

Sylvia Saringer lässt Politiker, Betroffene und Experten über Politik, Wirtschaft und Chronik diskutieren – Zuseher können via Facebook, Twitter und Co. Fragen stellen

   Wien (APA) – Stück für Stück weitet ATV seine Informationsschiene aus. Mit “Am Punkt” bringt der Privatsender ab 16. September ein neues wöchentliches Live-Diskussionsformat on Air. Jeweils Mittwochs um 21.50 Uhr begrüßt Sylvia Saringer Experten, Politiker, Betroffene, um gemeinsam über das Top-Thema der Woche aus den Bereichen Politik, Wirtschaft oder Chronik zu diskutieren. Im Unterschied zu herkömmlichen Talkformaten nutzt “Am Punkt” Social Networks, um die TV-Zuseher und deren Fragen in die Diskussion miteinzubeziehen.

   Die Zuschauer können ihre Fragen via Facebook, Twitter oder Mail stellen, oder über die ATV-Hompage Videos mit ihren Fragen einsenden. “Das verleiht der Sendung eine neue Dynamik, die in vorhandenen Formaten nicht zu sehen ist”, ist ATV-Nachrichtenchef Alexander Millecker überzeugt.  Begleitet wird die Sendung vom laut Millecker “ersten facebook-Livestream im deutschsprachigen Raum. Der Livestream ist eine Art Chat, in der facebook-User direkt an der Diskussion zur Sendung am Blog teilnehmen, Fragen stellen und kommentieren können.

   Abgerundet wird das Zusammenspiel aus Studiogästen, Zuschauern und der Moderatorin, die sich als Anwältin der Zuseher versteht, durch einen Journalisten oder einen Themen-Insider, der jeweils die Performance der Gäste analysiert. “Am Punkt” findet im Stehen statt, was ebenfalls zur Dynamik der Sendung beitragen soll, aufgelockert wird sie außerdem durch eingespielte Beiträge, in denen Hintergründe und Sachverhalte zum Top-Thema erklärt werden. Das Thema wird jeweils am Montag festgelegt.

   Für Senderchef Ludwig Bauer ist das neue Projekt eine Konsequenz aus den guten Erfahrungen mit Informationssendungen, die ATV nicht zuletzt bei der vergangenen Nationalratswahl gesammelt hat. “Das große Zuschauerinteresse bei unserer Spitzenkandidatendiskussion hat uns selbst überrascht.” Bereits seit zwei Jahren legt ATV mehr Gewicht auf Information, hat die Nachrichten samt Studio ausgebaut und mischt verstärkt bei Wahlberichterstattung mit. “Wir glauben, es verträgt hier noch ein Projekt”, so Bauer – und das ist “Am Punkt”. Wir gehen davon aus, dass sich das Format in die Landschaft der Politdiskussionen gut einfügt.”
 (Schluss) jus/hac

APA0204    2009-09-10/11:43

 

“Die Presse” vom 10.09.2009

Fernsehen Diskussion im Stehen: “Im Zentrum” auf ATV

Moderatorin Saringer: “Ich werde Klartext fordern”

Von Patricia Käfer

Die Gästeliste wird sich nicht automatisch aus den Klubobleuten zusammensetzen”, verspricht ATV-Chefredakteur Alexander Millecker für das neue Diskussionsformat “Am Punkt”. Am kommenden Mittwoch startet die von Sylvia Saringer moderierte, einstündige Wochensendung zu Themen aus Politik, Wirtschaft, Chronik. Im Gegensatz zum ORF-Pendant “Im Zentrum”, dessen Einladungspolitik oft kritisiert wird, sollen bei ATV nicht stets die gleichen Gesichter auftauchen, heißt es. An Gästen wolle man die “Spitzenleute zum Fachthema”.

“Wir sind auch nicht bei RTL2!”

Der Privatsender stehe nicht unter dem Zwang der öffentlich-rechtlichen Kollegen, die zu Vollständigkeit verpflichtet sind, so Millecker. Dennoch lege man auch bei ATV großen Wert auf die Information – freilich für eine andere Zielgruppe: Zwölf bis 49 Jahre ist das Wunschpublikum alt. Zu seicht soll die Sendung laut Millecker aber nicht werden: “Wir sind hier auch nicht bei RTL2!”

Im Stehen, nicht im Sitzen wird Saringer künftig mittwochs “drei bis vier Gäste” im ATV-Studio begrüßen. Sie hat Publizistik studiert, ging erst beim Lebensmittelhändler-Sender Radio Max, später bei Antenne Wien, ATV und Premiere (heute: Sky) ans “Learning by Doing”. Seit 2005 steht sie bei ATV vor der Kamera. Ein richtiges Hoppala sei ihr dabei noch nicht passiert, erzählt sie der “Presse” – und klopft auf Holz.

Dass sie bei einer Psychotherapie-Ausbildung 2007 den Master in NLP (Neurolinguistisches Programmieren) gemacht hat, erlaube ihr, Gespräche aufmerksamer mitzuverfolgen, besser zu analysieren, meint Saringer. 2008 moderierte sie gemeinsam mit Meinrad Knapp die – vom späteren Kanzler Faymann boykottierte – Diskussion “Meine Wahl”. Unter den rund 400.000 Zuschauern damals waren sehr viele Junge – was gegen die “Politikverdrossenheit” spreche, so Saringer. “Ohne den ORF als Schwachen darstellen zu wollen – der Wunsch nach so einem Angebot ist offensichtlich.” In ihrer neuen Sendung sieht sie sich als “Anwalt der Zuseher”: “Ich werde Klartext auf die Fragen, die eingehen, einfordern.”

Das Publikum kann nämlich mitdiskutieren – via E-Mail, Video, Facebook oder Twitter: Am Montag wird das Thema für Mittwoch auf der Homepage bekannt gegeben; drei Tage haben die Zuseher dann Zeit, ihre Fragen zu posten. Auch Printjournalisten sollen in einem “Spin-Room” in die ATV-Diskussion eingebunden werden.

Ähnlich verfährt Österreichs zweiter Privatsender Puls4: Dort findet mit “Talk of Town” seit Längerem eine tägliche Diskussionsrunde mit Gästen statt. Und – auch am Mittwoch – ein weiteres Highlight: Manuela Raidl und Josef Broukal moderieren eine Art Bürgerforum zum Thema “TV-Arena ’09 – Die Zukunft des Fernsehens”. Anlass: die parlamentarische Enquete zum ORF am Donnerstag.

“Am Punkt”, ab 16. September, ATV, 21.50 h

“tvmedia” Nr. 38/09 vom 09.09.2009

Saringer:, Österreich braucht neue Talk-Kultur‘

Neu. Ab sofort macht ATV dem ORF auch bei den Polittalks Konkurrenz. Moderatorin Sylvia Saringer im Interview über ihre Pläne mit, Am Punkt‘.

ATV hat sich einiges einfallen lassen: Beim neuen Live-Talk Am Punkt (immer mittwochs zu Politik, Chronik und Wirtschaft) konfrontiert man je vier Gäste mit Publikumsfragen. Und: Die Politiker-Performance wird bereits während der Sendung analysiert. – Moderatorin Sylvia Saringer im Interview.

TV*Media: Am Punkt bindet das Publikum ein und analysiert schon während der Sendung. Versuchen Sie, den politischen Talk neu zu erfinden?

Sylvia Saringer: Die Sendung ist eine Weiterentwicklung unserer erfolgreichen TV-Diskussion Meine Wahl! Die Seher sollen den Politikern Fragen via Mail, Facebook oder Twitter stellen können. Interaktivität ist großgeschrieben.

TV*Media: … und die Politik wird sich nicht in Phrasen ergehen?

Saringer: Es ist relativ schwierig für Politiker, direkte Wählerfragen nicht zu beantworten. Es ist erwünscht, dass die Teilnehmer Ansagen machen, die auch verstanden werden. Die Wahrheit ist den Wählern zumutbar.

TV*Media: Wie setzen Sie das als Anwältin des Publikums durch?

Saringer: Politiker wollen ein Statement loswerden, deswegen gehen sie in eine Sendung. Ich kann Ausweichmanöver als Moderatorin nur sichtbar machen.

TV*Media: Wir sind beim Thema Politmüdigkeit. Den Politikfrust auch schon persönlich erlebt?

Saringer: Bei mir gibt’s keinen Politikfrust, höchstens manchmal Politikerfrust.

TV*Media: Kennen Sie Talksendungen, die „am Punkt“ sind?

Saringer: Bei Hart aber fair in der ARD funktioniert das. In Österreich bislang nicht. Hier herrscht eine andere Kultur.

TV*Media: Vor allem im ORF …

Saringer: Es werden immer dieselben Menschen zu denselben Themen eingeladen. Man hat nicht den Eindruck, dass es um echte Antworten geht. Mein Chef bei ATV sagt immer: Die Redaktion ist abgestellt, die Fragen für bereits gelieferte Antworten zu formulieren. Immer diese Stehsätze – Österreich braucht eine neue Diskussionskultur!

TV*Media: Und wie gefallen Ihnen die aktuellen Sommergespräche des ORF?

Saringer: Ich kann das Konzept mit Festspielbühnen – das wirkt sehr elitär – und Künstlern als Fragestellern nicht nachvollziehen. Warum sollten die berufener sein als andere Berufsgruppen?

TV*Media: Werden Sie bei der Sendung auch Ihre „Geheimwaffe“ NLP einsetzen?

Saringer: Das ist keine Geheimwaffe. NLP schult die Wahrnehmung. Ich sehe, wie mein Gegenüber „schwingt“. Es verbessert die Kommunikation. Sollten die meisten Politiker – wie oft behauptet – auch NLP beherrschen, habe ich quasi Sparringpartner. Bild: ATV-News-Lady Sylvia Saringer. Ihre ATV-News laufen mit bis zu 144.000 Sehern immer besser. Jetzt startet sie einen eigenen Polittalk.
 

Bild: ATV-News-Lady Sylvia Saringer. Ihre ATV-News laufen mit bis zu 144.000 Sehern immer besser. Jetzt startet sie einen eigenen Polittalk.

“Die Presse” vom 02.09.2009

ATV top, ORF flop

5 % Marktanteil für den Privatsender, der 2010 schon 6 % will.
Kein Sommerloch auf ATV: Der Privatsender hatte – laut eigener Angaben – mit 5,1 Prozent Marktanteil im August (bei den Zwölf- bis 49-Jährigen) den stärksten Monat seiner Geschichte. Der Wert ist um circa ein Fünftel höher als im August 08. Geschäftsführer Ludwig Bauer führt das Ergebnis auf die “Anker” im Programm zurück, die ATV setzt – z. B. Serien am Donnerstag oder den Spielfilm-Freitag. “Das ist das Rezept für einen Sender: möglichst wenig zu verändern”, sagte er der “Presse”. Deshalb geht es im Herbst mit Bewährtem weiter: neue Staffeln von “Bauer sucht Frau”, “Teenager werden Mütter”, “Österreich isst besser”. Ab 16. September baut ATV allerdings auch seine Information aus: Mit der wöchentlichen Livediskussion “Am Punkt” will Bauer “Themen setzen”.
Dass man damit auf einen Anteil an den ORF-Gebühren spekuliert, weist Bauer zurück: “Wir kriegen eh keine. Nach jahrelangem Ringen gibt es jetzt die Ankündigung einer Medienförderung von fünf Mio. Euro – für Radio und TV.” Ihm gehe es darum, die “Relevanz des Senders zu steigern” – die Informationssendungen fördern die Unverwechselbarkeit der Marke. Heuer und auch in den nächsten Jahren will Bauer den Jahresmarktanteil stetig um “20 bis 30 Prozent” steigern – das sei auch heuer schon möglich.
Beim ORF indes ist auch der August – nach dem schlechtesten Monatsergebnis der Sendergeschichte im Juli mit 34 Prozent – nicht berühmt: 34,2 Prozent Marktanteil machen den heurigen August zum quotenschwächsten aller Zeiten (2008: 39 %). Der ORF gibt dabei den Marktanteil stets nur für die Kabel- und Sat-Haushalte an (womit er geringfügig schlechter dasteht), ATV tut das für alle Haushalte (also auch jene mit DVB-T).

150 Handshakes reichen dem ORF

Am Küniglberg endete am Montag auch die Frist für die “Golden Handshakes”: Über 150 Mitarbeiter dürften das Angebot – Weiterzahlung von 55 % des Bruttogehalts plus drei Monatsgehälter bei Ende des Dienstverhältnisses zur Abfertigung dazu – annehmen. Das ökonomische Ziel sei damit erreicht, so ORF-Sprecher Pius Strobl. Finanziert werden die Handshakes mit 25 Mio. Euro Rückstellung, die bereits 08 gebildet wurde. trick

 

“Niederösterreichische Nachrichten” Nr. 36 vom 31.08.2009

Keine Rede von Krise bei ATV

VON MICHAELA FLECK

Von Krise ist bei Österreichs zwar nicht mehr einzigem, aber immerhin ersten Privatsender keine Rede. Zumindest nicht bei den Quoten.
Dort, wo der ORF um Seherzahlen kämpft – bei den Eigenproduktionen aus der Unterhaltungsabteilung zum Beispiel -, fährt ATV auf der Überholspur. Und will dort auch im Herbst weiter Gas geben. Dazu hat man nicht nur Altbewährtes auf den Programmzettel gesetzt. “Hi Society” etwa, das ab 7. September wieder “Backstage” auf Promi-Suche geht. Oder “Bauer sucht Frau”, das ab 9. September schon zum sechsten Mal auf Österreichs einsamen Höfen unterwegs ist. Oder Sasha Walleczek, die ab 28. September in der zweiten Staffel von “Österreich isst besser” ins Teenager-Camp lädt.
Daneben gibts auch Brandneues, am herbstlichen Programmzettel von ATV. Zum Beispiel ein eigenproduziertes Tiermagazin, das sich ab 6. September um “Hund & Katz”, so auch der Titel, kümmert. Und das in zwölf Folgen und im Sonntag-Vorabend-Programm (18.30 Uhr). Zu sehen: Tiere, Promis und Experten – und, als Moderatorin, Katrin Lampe.
Keine Tiere, sondern Politiker, Wirtschaftler und andere hochkarätige Gäste lädt die zweite Neuerscheinung im ATV-Programm ab 16. September ins Studio – zu “Am Punkt”, der neuen Diskussionssendung am Mittwochabend (21.50 Uhr). Es moderiert ATV-News-Lady Sylvia Saringer, die Zuseher können interaktiv mitreden und Fragen stellen.

“Österreich” vom 28.8.2009

Privatsender gegen ORF

Info-Offensive. Puls 4 lässt in der “TV-Arena” über die Zukunft des ORF diskutieren, ATV startet Talk-Show “Am Punkt” mit S. Saringer
Keinen geringeren als Generaldirektor Alexander Wrabetz erwartet sich Markus Breitenecker, Geschäftsführer der Pro-SiebenSat. 1-Austria-Gruppe und von Puls 4, als ORF-Vertreter für die erste TV-Arena auf Puls 4 (Voraussichtlich 16. September, 20. 15 Uhr). Einen Tag vor der ORF-Enquete im Parlament lässt Breitenecker über Die Zukunft des Fernsehens in Österreich diskutieren. Offiziell. Inoffiziell ist damit wohl jene des ORF gemeint. Manuela Raidl und Josef Broukal moderieren die Talk-Runde.

Ebenfalls am 16. September, allerdings um 21. 50 Uhr, strahlt ATV erstmals sein neues, wöchentliches Diskussionsformat Am Punkt mit Sylvia Saringer als Gastgeberin aus. Das Thema für den ATV-Talk ist noch offen und wird kurzfristig festgelegt.

PULS4 startet mit “TV-Arena”: Broukal & Raidl talken ORF-Boss Alexander Wrabetz soll auf PULS4 diskutieren. ATV geht mit “Am Punkt” – mit Sylvia Saringer – ins Rennen.

“Tiroler Tageszeitung” vom 25.08.2009

Das Publikum stellt die Fragen

Nach “Highlights – Das Kulturmagazin” will ATV ein weiteres neues Format einführen: “Am Punkt”, eine interaktive Diskussionssendung.
Innsbruck -Es ist nicht so, dass dem österreichischen Privatsender ATV nichts einfällt. Ab 16. September soll das Diskussionsforum “Am Punkt” auf Sendung gehen. Moderatorin ist Silvia Saringer. Die 38-Jährige, die über eine Psychotherapie-Ausbildung und Kenntnisse in NLP (Neurolinguistisches Programmieren) verfügt, ist bereits das Gesicht der Nachrichtensendung “ATV-Aktuell” und leitete bereits “ATV-Dokument-Debatten”.

Live übertragen

Drei bis fünf Gäste sollen in der Livesendung zu den Themen der Woche, die aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Chronik kommen, Antworten geben. Sie nehmen am der Diskussionsrunde teil. Experten werden die Debatte analysieren. Die Fragen werden vom Publikum per E-Mail, Video, Facebook und Twitter gestellt. Mit der interaktiven Facette der Sendung will Silvia Saringer, wie sie in einem Interview ankündigte, vor allem ein jüngeres Publikum ansprechen. Das Selbstbild dieser Gruppe ist geprägt von aktiver Kommunikation und vom versierten Umgang mit neuen Medien.
Das neue Format ist einmal wöchentlich am Mittwochabend geplant.(sst)

 

“Kronen Zeitung” vom 22.08.2009 

ATV sorgt für neue Diskussion

Auf Hund – und Katz ist Moderatorin Katrin Lampe gekommen! Sie präsentiert neben “Bauer sucht Frau” auch das neue Tiermagazin “Hund und Katz!” auf ATV. Der Privatsender setzt im
Programmherbst 2009 auf

Lampe, Lugner und Saringer

In Zeiten der Krise bleiben die TV-Anstalten in bewährtem Fahrwasser, setzen auf erprobte, kostengünstige Formate. Für Neues und teuer zu Produzierendes bleibt im Programmherbst 2009 wenig Platz. Auch ATV folgt in der kommenden Saison diesem Trend und setzt in Sachen Eigenproduktionen weiter bewusst auf österreichische TV-Kost. Allen voran die bereits 6. Staffel der ländlichen Kuppelshow “Bauer sucht Frau”: Katrin Lampe zeigt ab dem 9. September, bei welchem/r der zehn Bauern und zwei Bäuerinnen Amors Heugabeln getroffen haben. Auch “Teenager werden Mütter”, “ATV – Die Reportage”, “Hi! Society – Backstage” oder “Österreich isst besser – Das Teenager Camp” mit Sasha Walleczek werden fortgesetzt. Nicht zu vergessen auf Baumeister Lugner, der mit neuen Dokusoap-Folgen (diesmal mit “Bambi”) tiefe Einblicke in sein bewegtes Privatleben gibt. Doch zum Auftakt des Programmherbstes gibt’s etwas Neues: Katrin Lampe präsentiert ab 6. September, immer sonntags um 18.30, das Tiermagazin “Hund & Katz!”, wo sie prominente Österreicher und ihre Vierbeiner besucht – außerdem gibt’s Beiträge, Mini-Dokusoaps und Expertentipps rund ums liebe Haustier. “Wir wollen unseren Zusehern neue, innovative, moderne und Service-orientierte Formate bieten!”, erklärt ATV-Programmdirektor Martin Gastinger, “unser neues Tiermagazin ist dafür ein gutes Beispiel, denn es bietet Service, Tipps und Unterhaltung mit Promi-Faktor. Auch die anderen Formate mit ihren turbulenten Geschichten und bunten Charakteren werden bestens unterhalten. Es wird spannend österreichisch mit den neuen Produktionen!” Ebenfalls neu: Nachdem ATV-Info-Sendungen wie “Meine Wahl” beim Publikum gut ankamen, setzt man weiter auf Sylvia Saringer: Die ATV-Anchorwoman startet am 16. 9. die wöchentliche Diskussionssendung “Am Punkt” (Mittwoch, 21.50). Eingeladen werden Gäste zu einem aktuellen Thema aus den Bereichen Politik, Wirtschaft oder Chronik, die Zuseher können sich dabei interaktiv beteiligen. (Stefan Weinberger)

 

“Der Standard” vom 19.08.2009

“Kann Antwort nicht herausprügeln”

Polizeischüsse auf den 14-jährigen Einbrecher oder Schulreform: Ab16. September lädt ATV sein Publikum ein, Politiker und Experten zum”Thema der Woche” zu fragen. Silvia Saringer sorgt in “Am Punkt” fürAntworten. Erst fragt Harald Fidler .

Standard: Sie haben quasi den schwarzen Gürtel in NLP, Neurolinguistisches Programmieren. Ich habe davon vor allem als Instrument von Politikern, oft rechten, gehört, auch um möglichst nicht auf Interviewfragen zu antworten. Worauf müssen wir uns bei diesem Gespräch einstellen?

Saringer: Zu all diesen Vorurteilen möchte ich gar nichts sagen. Ich habe diese Ausbildung im Rahmen meiner Psychotherapieausbildung gemacht. Das ist ein wunderbares Instrument für die Kommunikation. Ich kann besser beobachten, welche Muster laufen bei meinem Gesprächspartner ab, sprachlich oder physiologisch. Ich würde es nicht verwenden, um in irgendeiner Form zu manipulieren.

Standard: Das wollten wir auch gar nicht unterstellen.

Saringer: Beim Beispiel FPÖ und NLP taucht das Thema Manipulation gerne auf. Ich halte das für Schwachsinn. Ich verwende das für Coachinggespräche.

Standard: Hilft eine NLP-Ausbildung für TV-Diskussionen?

Saringer: Es schult die Wahrnehmung. Natürlich hilft es, wenn man aufmerksamer auf sein Gegenüber achtet.

Standard: Sind Sie damit besser gewappnet für Politiker, die Fragen gar nicht beantworten wollen?

Saringer: Sagen wir: Ich bin aufmerksamer. Bei “Am Punkt” ist es genau meine Aufgabe, unsere drei, vier, fünf Gäste mit den Fragen von Zuschauern zu konfrontieren. Und ich sorge dafür, dass diese Fragen von Herrn und Frau Österreicher auch beantwortet werden.

Standard: Wenn Armin Wolf oder Gabi Waldner konsequent nachfragen, sieht das ein Gutteil seines Publikums, jedenfalls nach Reaktionen zu schließen, als Unhöflichkeit. Sie hoffen einfach, dass Ihr Publikum nicht auf die Idee kommt, weil es jünger als jenes des ORF ist?

Saringer: Wenn der Zuschauer selbst die Frage formuliert hat, würde mich wundern, wenn ihn nervt, dass ich dafür sorge, dass er seine Antwort bekommt.

Standard: Wie oft fragen Sie nach?

Saringer: Das entscheide ich von Fall zu Fall. Selbstverständlich kann auch ich die Antwort aus einem Politiker oder auch Experten nicht herausprügeln.

Standard: Wann war eine Sendung eine gute Sendung, abgesehen davon, dass möglichst viele zusehen?

Saringer: Wenn alle Fragen der Zuschauer und meine beantwortet sind. Wenn Klartext geredet wurde, keine Politikerphrasen, faulen Ausreden, kein Fachchinesisch.

Standard: Reicht eine TV-Livedebatte nicht als Herausforderung? Muss es noch Interaktion mit dem Publikum in der Sendung sein?

Saringer: Natürlich ist das eine zusätzliche Herausforderung. Aber es bringt auch eine ganz andere Dynamik in die Sendung. Das passt für eine sehr junge Zielgruppe, die gewohnt ist, aktiv zu kommunizieren und diskutieren.

Standard: Wie gefallen Ihnen denn die “Sommergespräche” im ORF? Sind ja auch Gesprächsformate.

Saringer: Ich verstehe das Konzept dahinter nicht ganz. Es wirkt elitär. Warum auf Festspielbühnen? Warum ein Künstler als Sprachrohr? Jedenfalls unterscheidet sich der Zugang völlig von unserem.

Standard: Dient die Psychotherapieausbildung der Vorbereitung auf die TV-Diskussionsleitung?

Saringer: Das ist sicher hilfreich. Auch wenn das nicht mein Ziel war. Das hat sich – aus Interesse an der Kommunikation – aus Seminaren ergeben.

Standard: Sie haben mir erzählt, Sie haben in Ihrer Diplomarbeit über den Fall Waldheim als Medienereignis untersucht, ob die Österreicherinnen und Österreicher aus dieser Präsidentschaftswahl etwas gelernt haben, und das umgelegt auf die Wende zu Schwarz-Blau anno 2000. Das Ergebnis?

Saringer: Auf eine knappe Formel gebracht: Mir san mir.

Standard: Mit diesem Mir-san-Mir-Publikum bestreiten Sie ab Mitte September ihr Diskussionsformat.

Saringer: Im besten Sinne: Offensichtlich bildet sich jeder seine eigene Meinung und lässt sie sich nicht diktieren. Das schlägt sich hoffentlich in guten Fragen für “Am Punkt” nieder.

ZUR PERSON:

Saringer (38), Magistra der Publizistik und Politikwissenschaft, begann bei Privatradios, moderierte ein ATV-Boulevardmagazin, leitete eine Interviewsendung bei Premiere. Seit Juli 2005 Redakteurin und Anchorwoman von “ATV Aktuell”. Leitete “ATV Dokument”-Debatten, “ATV – Meine Wahl”. In “Am Punkt” diskutieren drei bis fünf Menschen stehend. Fragen kommen per Web vom Publikum. Experten analysieren die Debatte.

“Kleine Zeitung” vom 29.07.2009 | Seite: 54
Ressort: TV+MED
Kärnten

ATV plant wöchentliche Diskussionssendung

WIEN. Bisher hat ATV mit Serien, Reality- und Klatschformaten gepunktet. Am Informationsangebot wird aber weiter gebastelt: Nach dem Kulturmagazin “Highlights” will der Privatsender ab September eine wöchentliche Diskussionssendung ins Programm aufnehmen. Die Sendung trägt den Titel “Am Punkt”, Moderatorin ist Sylvia Saringer. Das einstündige Format rund um aktuelle Themen aus Politik, Wirtschaft und Chronik ist für den späteren Hauptabend geplant und soll laut Senderchef Ludwig Bauer “wichtig für die Meinungsvielfalt in Österreich” werden.

“tvmedia”  vom 29.07.2009

ATV startet neuen Polittalk

Exklusiv., Am Punkt‘ heißt die neue Diskussionssendung von ATV, mit der der heimische Private ORF und PULS 4 kontern will. Moderation: Sylvia Saringer!
Der heimische Privatsender ATV investiert weiter in den Ausbau seiner Informationskompetenz und macht – zeitgerecht zum heißen Politherbst – dem ORF nun auch in Sachen Polittalk Konkurrenz: Ab 16. September geht die neue Diskussionssendung Am Punkt on air. Anchorwoman Sylvia Saringer (ATV Aktuell) begrüßt im wöchentlich ausgestrahlten TV-Format Gäste zu aktuellen Themen aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und natürlich Chronik.
Die einstündige Sendung, die mittwochs für die späte Primetime geplant ist, soll den Zusehern vielfältige Möglichkeiten bieten, sich interaktiv zu beteiligen. – Ein Rezept, das bei Saringers jüngsten Erfolgssendungen bereits voll aufgegangen ist.
Erfolgreiche Info-Formate bei ATV. Die „Elefantenrunde“ zur Nationalratswahl im vergangenen Herbst begeisterte etwa 331.000 vor allem junge Seher. Und: Mit der neuen Doku-Schiene ATV Dokument konnte das Privat-TV bislang ebenfalls punkten: 295.000 Seher bei einer Dokumentation plus anschließendem Talk über den verunglückten Jörg Haider …
Nun also eine neue Herausforderung für die 38-jährige burgenländische TV-Journalistin, die mittlerweile auf mehr als zehn bewegte Jahre Erfahrung als Radio- und TV-Reporterin zurückgreifen kann und sich bei ATV als Konterpart zu Ingrid Thurnher (ORF) und Manuela Raidl (PULS 4; Talk of Town) etabliert.
Die attraktive Anchorwoman von ATV Aktuell bleibt den täglichen News – seit Oktober des Vorjahres in neuem Design – freilich erhalten und wird weiterhin um 19.20 Uhr regelmäßig am Bildschirm zu sehen sein.

Der Privatsender stehe nicht unter dem Zwang der öffentlich-rechtlichen Kollegen, die zu Vollständigkeit verpflichtet sind, so Millecker. Dennoch lege man auch bei ATV großen Wert auf die Information – freilich für eine andere Zielgruppe: Zwölf bis 49 Jahre ist das Wunschpublikum alt. Zu seicht soll die Sendung laut Millecker aber nicht werden: “Wir sind hier auch nicht bei RTL2!”

Im Stehen, nicht im Sitzen wird Saringer künftig mittwochs “drei bis vier Gäste” im ATV-Studio begrüßen. Sie hat Publizistik studiert, ging erst beim Lebensmittelhändler-Sender Radio Max, später bei Antenne Wien, ATV und Premiere (heute: Sky) ans “Learning by Doing”. Seit 2005 steht sie bei ATV vor der Kamera. Ein richtiges Hoppala sei ihr dabei noch nicht passiert, erzählt sie der “Presse” – und klopft auf Holz.

Dass sie bei einer Psychotherapie-Ausbildung 2007 den Master in NLP (Neurolinguistisches Programmieren) gemacht hat, erlaube ihr, Gespräche aufmerksamer mitzuverfolgen, besser zu analysieren, meint Saringer. 2008 moderierte sie gemeinsam mit Meinrad Knapp die – vom späteren Kanzler Faymann boykottierte – Diskussion “Meine Wahl”. Unter den rund 400.000 Zuschauern damals waren sehr viele Junge – was gegen die “Politikverdrossenheit” spreche, so Saringer. “Ohne den ORF als Schwachen darstellen zu wollen – der Wunsch nach so einem Angebot ist offensichtlich.” In ihrer neuen Sendung sieht sie sich als “Anwalt der Zuseher”: “Ich werde Klartext auf die Fragen, die eingehen, einfordern.”

Das Publikum kann nämlich mitdiskutieren – via E-Mail, Video, Facebook oder Twitter: Am Montag wird das Thema für Mittwoch auf der Homepage bekannt gegeben; drei Tage haben die Zuseher dann Zeit, ihre Fragen zu posten. Auch Printjournalisten sollen in einem “Spin-Room” in die ATV-Diskussion eingebunden werden.

Ähnlich verfährt Österreichs zweiter Privatsender Puls4: Dort findet mit “Talk of Town” seit Längerem eine tägliche Diskussionsrunde mit Gästen statt. Und – auch am Mittwoch – ein weiteres Highlight: Manuela Raidl und Josef Broukal moderieren eine Art Bürgerforum zum Thema “TV-Arena ’09 – Die Zukunft des Fernsehens”. Anlass: die parlamentarische Enquete zum ORF am Donnerstag.

“Am Punkt”, ab 16. September, ATV, 21.50 h

Am Punkt Sendezeit
Nächste Sendung am 1. September 2010 um 21.50h auf ATV
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